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Bibliographic data

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Monograph

Identifikator:
883823179
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-4396
Document type:
Monograph
Author:
König, Joseph http://d-nb.info/gnd/119182084
Title:
Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe
Edition:
Dritte, neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlagsbuchhandlung Paul Parey
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 1083 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Futtermittel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel III. Die Pessimisten. 
159 
» 
an Arbeit und Kosten, der zu leisten wäre, den Mehrertrag, den er erhalten 
kann, bedeutend übersteigt. Das nennt man das Gesetz des sinkenden 
Bodenertrages. 
Dieses Gesetz bildet einen integrierenden Bestandteil der Ricardo- 
schen Theorie, ohne dessen Berücksichtigung sie unverständlich bleibt, 
wie es auch der malthusischen Theorie unausgesprochen zugrunde lag. 
übrigens ist es schon von Turgot entdeckt und mit bewunderungs 
würdiger Kraft und Klarheit formuliert worden: „Man kann niemals 
annehmen, daß verdoppelte Aufwendungen das Produkt verdoppeln“ 1 ). 
Und Malthus wiederholt nur, wahrscheinlich ohne sie zu kennen, die 
Stelle, wo Turgot sagt: „es ist selbstverständlich, daß, im Maße wie die 
Bewirtschaftung sich ausdehnt, der jährliche Zuwachs des Durchschnitts 
ertrages ständig geringer wird“ 2 ). Ricardo sah dies Gesetz unter seinen 
Augen in Kraft. Oft spricht er, wenn auch etwas dunkel, von der Ver- 
*) Turgot, Observations sur un Mömoire de M. de Saint-Pöravy, 
®uvres I, S. 420. 
„Man kann niemals annehmen, daß die Verdoppelung der Vorschüsse eine Ver 
doppelung des Ertrages ergebe . ..“ 
„Es ist mehr als wahrscheinlich, daß jede Erhöhung der Vorschüsse, die nach 
und nach, bis zu dem Punkte, wo sie nichts mehr einbringen, vorgenommen wird, 
einen nach und nach geringer werdenden Ertrag bringen. In diesem Falle würde es 
mit der Ertragsfähigkeit des Bodens wie mit einer elastischen Feder stehen, die man 
durch eine wachsende Belastung mit gleichen Gewichten zu spannen trachtet. Wenn 
das Gewicht leicht ist, und die Feder nicht sehr elastisch, wird die Wirkung der ersten 
Belastungen fast Null sein. Wenn das Gewicht genügend schwer wird, um den ersten 
Widerstand zu überwinden, wird die Feder bemerkbar nachgeben und sich biegen; 
wenn sie aber bis zu einem bestimmten Punkt gebogen ist, wird sie dem auf sie aus 
geübten Druck größeren Widerstand entgegensetzen und ein Gewicht, unter dem sie 
am Anfang um einen Zoll nachgegeben hätte, wird sie nur noch um eine halbe Linie 
biegen. So wird die Wirkung beständig geringer werden.“ 
„Dieser Vergleich ist zwar nicht ganz genau, genügt aber, um verstehen zu lassen, 
wie es kommt, daß auch eine sehr hohe Kostenaufwendung den Ertrag nur sehr wenig 
steigern kann, wenn der Boden nahe an die Grenze seiner Ertragsfähigkeit gelangt ist.“ 
Der durchdringende Geist Tubgot’s hat damit eine in den Darlegungen der 
klassischen Ökonomisten gewöhnlich unbeachtet gebliebene Tatsache hervorgehoben, 
nämlich, daß es am Beginn der Bodenbewirtschaftung eine Periode des Optimum gibt, 
während der der Ertrag mehr als proportional ist. 
s ) Bemerkenswert ist, daß das Gesetz des sinkenden Bodenertrages (loi du 
rendement non-proportionel) sich schon in der zweiten der beiden berühmten Pro 
gressionsreihen Malthus’ findet, denn die arithmetische Reihe, die er als Maßstab 
des Wachstums der Lebensmittel gibt — 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, . . . 100, usw. setzt 
natürlich ein um so langsameres Wachstum voraus, je höher die Reihe steigt, d. h. die 
Zeit fortschreitet. Ein Feld gibt z. B. einen Ertrag 1; in 26 Jahren 2 oder 100% mehr, 
was nichts besonders Wunderbares hat, weil es in die erste Zeit der Bewirtschaftung 
fällt. Am Ende einer zweiten Periode von 25 ist der Ertrag gleich 3; die Vermehrung 
*st immer gleich 1, aber die Proportion ist jetzt nur noch 50%; so fällt das Wachstum 
auf 33 %, 25 %, 20 % und am Ende der 100. Periode nach 2500 Jahren beträgt es nur 
noch 1 % und wird stetig, wenn auch immer langsamer, geringer.
	        

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Principes d’Économie Politique. Sirey, 1926.
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