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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

134 
im Gebrauch befindlichen Werkzeuge anzudeuten, andere Bezeichnungen, 
und die der Pergamenter wieder andere Namen führen. 
Eine Entwicklung der Werkzeuge läßt sich auch in der Nacharbeit 
oder Zurichterei beobachten. Sie bildete ja einen Hauptteil der primi 
tiven Fellarbeit, wo durch Kneten, Reiben, Walken, Klopfen, Rollen 
zwischen den Händen usw. die Steifheit des Leders beseitigt werden 
sollte. Die verschiedenen Gerbemethoden Weiß, Rot und Sämisch haben 
natürlich ganz verschiedene Zurichtemethoden herausgebildet; denn, um 
Extreme zu wählen, das dicke, harte, hauptsächlich auf Gewicht und 
Festigkeit gestimmte Sohlleder bedarf einer anderen Zurichtungsart als 
das weiche zarte, zügige, geschmeidige Glaceleder. Wir betrachten im 
folgenden bloß die Methoden der uns hier nahe angehenden Gerberei 
abteilungen. 
Bei allen diesen Ledern kommt es daraus an, die durch den Gerbe 
prozeß erzeugte Steifheit zu beseitigen, was durch Brechen, Recken, 
Stollen geschieht; schwerere, dickere Leder werden gereckt, feine Leder 
werden gebrochen und gestollt. 
Die Zurichtung der feinen weißen Leder geschah im 14. Jahrhundert 
noch durch Reiben und Recken mit den Händen allein oder über einem 
Seil i). Wann und woher der Stollpfahl in die Weißgerberei ein 
geführt wurde, darüber habe ich nirgends Andeutungen finden können. 
Frisius^) führt 1708 unter den Werkzeugen der Weißgerber den Stoll 
pfahl ausdrücklich an und dieser Stollpfahl ist für das Gewerbe der 
Weißgerber so charakteristisch, daß er, worüber später noch einmal zu 
reden sein wird, in mehr oder weniger stilisierter Form in fast allen 
Zunftsiegeln der Weißgerberhandwerke vorhanden ist. Es ist nicht un 
möglich, daß auch er aus der primitiven Fellarbeit stammt, wo man 
gelegentlich Schulterblätter von Tieren von sehr ähnlicher Form 
und in ähnlicher Weise zum Erweichen der Felle in Anwendung findet. 
Der Stollpfahl wird vielleicht am kürzesten beschrieben als ein halb 
scharfer Schlichtmond, welcher auf einem etwa 60 cm hohen Gestell so 
befestigt ist, daß die garen Felle, wie früher über das Seil, so hier 
über die konvexe Schneide des Stollpfahles hin und her gezogen werden. 
Der Stollpfahl ist auch heute noch ein Hauptwerkzeug beim Zurichten 
in der Glacegerberei, aber die Arbeit am Stollpfahl ist sehr anstrengend, 
weil der Arbeiter mit der ganzen Kraft der Arme und des rechten 
oder linken entblößten Kniees das Fell über den Pfahl zu ziehen hat 4 ). 
l ) Gerberzeitung 1867, S. 168. 2 ) Frisius 1708, S. 426. 
3 ) Ledertechnische Rundschau 1912, S. 270; (Sinti 1873, Taf. II, Fig. 10 
und Stolle. 
*) Abbildung bei Krünitz 1795, Bd. LXYIII, Taf. 9, Fig. 4039 und Taf. 10, 
Fig. 4040, E.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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