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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

138 
Werks a ), und nach der Piazza gehören zu den Werkzeugen der Gerber 
auch die „Bütten". 
Wir sehen also, daß die Werkstatt des Gerbers einen ganz anderen 
Charakter haben kann, als wir ihn gewöhnt sind: Die Gerbgefäße sind 
nicht immer in den Boden eingelassene Gruben, sondern es können auch 
auf der Erde stehende Tonnen sein. 
Wie verhält es sich nun mit den Äschern, welche zur Haarlockerung 
den Kalk enthalten? In Bulgarien besteht dieser Ascher des Gerbers 
aus einem einfachen, großen hölzernen Trog^), und die Äscher der 
Pergamenter führten noch im 18. Jahrhundert den Namen „Brunnen" 
oder „Brunnenäscher"; eine solche Bezeichnungsweise enthält offenbar 
schon in ihrem Namen einen bewußt ausgedrückten Gegensatz mit Zu 
ständen, welche auch noch anders sein können: im Gegensatz zu dem 
auf der Erde stehenden Äschergefäß gab es auch Äscher, welche nach Art 
des Brunnens in den Boden vertieft waren und, um diesen ausdrück 
lichen Unterschied anzudeuten, hat man die Bezeichnung Brunnen allein 
oder in Verbindung mit dem Worte Äscher gewählt. Die Nürnberger 
Ordnung von 1539 sagt uns, daß „sich zwischen dem weyßgerber 
handtwerckh irrung zutragen vnnd gehalten hat, das setzen der kueffen, 
korb vnnd annderes am Wasser betreffendt" 8 ), und weiter hören wir vom 
„escher auff dem steeg"; es soll „derselbig escher daselbst auf dem 
steg nit lennger steen pleyben" 4 ), kurz, was wir oben von den Gruben 
und anderen Gerbegefäßen gesehen haben, das erfahren wir aus solchen 
Daten auch für den Äscher. 
Die Werkstatt des Gerbers stellt sich uns also nunmehr schon ganz 
anders dar, als das übliche Bild unserer Vorstellung aussieht; Ver 
tiefungen im Boden in großer Zahl, eingemauerte Gruben, in den 
Boden eingelassene Tonnen gehören nicht zum unbedingten Inventar 
der mittelalterlichen Gerberwerkstatt. 
Der Schabebaum, das typische Gerät unserer Gerberwerkstätten, 
findet sich nicht in der mittelalterlichen Werkstatt. Wir erfahren Mitte 
des 17. Jahrhunderts, daß die Rotgerber die Häute „nach allem Lüsten 
bereiten, wobei die Arbeiter bis an die Waden im Dreck stehen" 8 ); 
gilt das an dieser Stelle Gesagte hauptsächlich für Rotgerber, so zeigt 
uns eine Abbildung aus dem Ende des 16. Jahrhunderts ausdrücklich 
einen Weißgerber hinter dem Schabebauin, welcher in einem anscheinend 
seichten Bache tatsächlich bis an die Kniee im Wasser stehend die Felle 
abpält 6 ). Wir sehen also, daß der Schabebaum nicht in der Werkstatt, 
*) Z. B. im Rothenburger Ortsmuseum. 2 ) Tarajanz 1897, S. 47. 
3 ) Nürnberg 1536, M. S-, 452. * *) Ebenda. 
°) Piazza 1659, S. 500. 
•) Siehe Abbildung bei Mummenhoff 1901, S. 44 und Frisius 1708, S. 423.
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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