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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

298 
der Betrieb zu einem kompletten ergänzt, welcher nun weiße und braune 
Schaffelle nebeneinander erzeugt; fo bald aber eine gewisse Größe 
erreicht ist, hält die Chromgerberei ihren Einzug in solche Betriebe, 
und diese gestalten sich, äußerlich ihrem Umfange und der maschinellen 
Einrichtung der Zurichterei nach, innerlich nach den Mengen und der 
Art des Umsatzes, zu andersgearteten industriellen Gebilden um. 
Ebenfalls zu einer Umgestaltung, aber in einem abermals anderen 
Sinne, neigt die Glacegerberei. Während nämlich die Schuhfabrikation 
erst in verhältnismäßig neuer Zeit wieder zur Kombination übergegangen 
ist x ) — letzteres freilich auch keine neue Erscheinung, wenn man an 
die alten Gerberhöfe der Schuhmacher denkt, welche oben^) mehrfach 
erwähnt wurden — trat bei uns die Glacegerberei gleich in so engem 
Anschlüsse an die Handschuhmacherei auf, daß die Vereinigung der beiden 
Gewerbe in einer einzigen Hand fast bei jedem Betriebe immer nur 
eine Frage der Zeit ist. Wir haben gesehen, daß die beiden Gewerbe 
schon bei ihrem Größerwerden in Frankreich hauptsächlich aufeinander 
angewiesen waren, und das Aufblühen der beiden Gewerbe fällt auch 
in Frankreich in eine Zeit, wo die zünftlerischen Gewerbebestimmungen 
nicht mehr allzu engherzig befolgt wurden. 
Wir können im Gegenteil die Trennung beider Gewerbe unter der 
Kategorie derSpezialisationen aufführen. Wir haben gesehen, daß auch 
das keine neue Erscheinung ist; als ältere Beispiele dieses wirtschaftlichen 
Vorganges wurden oben angeführt die Pariser Pergamenter, welche die 
fertigen Blößen von den Weißgerbern bezogen, oder die reinen fran 
zösischen Sämischgerber, welche ebenfalls nur in die ihnen gelieferten 
Blößen noch den Tran einwalkten und die Zurichtung besorgten; auch 
sonst kommen ähnliche Zustände vor; die Astrachan'schen Saffianfabri 
kanten pflegten um die Wende des 18. Jahrhunderts vielen Häuten 
nur die erste Zubereitung zu geben, und diese dann an die Perser zu 
verkaufen, welche die Bearbeitung vollendeten, und dann die fertigen 
Häute nach Europa brachten^); um die gleiche Zeit ließ man auch 
in Deutschland die schon für Corduan teilweise zubereiteten Bockfelle 
aus der Türkei über Venedig kommen, und nur das Narben, Glätten 
und Färben besorgte man noch selbst^). 
Eine weitere Art der Spezialisation ist die Trennung der Leder 
färberei von der Glacegerberei; es gibt eigene Lederfärbereien 6 ), meist 
aber vereinigt sich dann die von der Glacegerberei abgetrennte Leder 
färberei mit der Handschuhmacherei. So stellte das Haus Jouvin 
und Doyon in Paris, welches schon 1855 jährlich 10000 Dtzd. Paar 
') Vgl. Behr 1908, S. 35. -) Vgl. S. 136 f. ') Hermbstädt 1807, Bd. II, S. 147. 
4 ) Beckmann 1796, S. 289; Hermbstädt 1807, Bd. II, S. 178. 
8 ) Vgl. SB. b. Erf. 1874, S. 427; Ledermarkt 1893, S. 1236.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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