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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

356 
Hölzerne Klärgruben sind unzulässig. 
Wo Bassins neu angelegt werden müssen, sind dieselben stets 
mindestens 2 cdm groß zu machen. 
Besonders bemerken wir noch, daß sich niemand vorstehenden An 
ordnungen etwa aus dem Grunde entziehen kann, weil seine Konzession 
in dieser Beziehung nichts besagt; denn es handelt sich hier um die 
Beseitigung gesundheitswidriger Zustände im öffentlichen Interesse. 
Kirchhain N./L., den 7. Mai 1912. 
Die Polizeiverwaltung." 
§ 37. Die Gewerbekrankheiten und die Mortalität. 
BernardinRamazzini,der erste systematische Darsteller der Ge 
werbekrankheiten, behandelt die Gerber unter der Kategorie von Gewerben 
„quae nasorum sunt pestes“; er gesteht, daß, so oft er in die Gegend 
von Gerbereien geriet, er unter Übelkeit, Erbrechen und Kopfweh zu 
leiden hatte Z; er habe Gelegenheit gehabt, zu beobachten, wie es un 
möglich war, Pferde an Gerbereien vorbeizubringen, da diese, sobald 
sie den Geruch von ferne verspürten, sich wie verrückt gebärdeten und 
eiligst umkehrten. (Letztere Verhältnisse, den Widerwillen der Pferde 
gegen den Geruch der Gerbereien, besonders der Weißgerbereien be 
treffend, wurden auch mir noch von mehrfacher zuverlässiger Seite be 
stätigt.) Dementsprechend düster ist auch das Bild, welches er von den Ge 
werbetreibenden selbst entwirft: „hos enim videre est cadaverosa fade, 
subtimidos, luridos, anhelosos ac omnes fere spleneticos“ (leichen 
ähnlich, mit scheuem Blick, fahl, keuchend und fast alle milzsüchtig 2 3 ). 
Dieses auf den ersten Blick vielleicht übertrieben erscheinende Bild 
gewinnt an Wahrscheinlichkeit und dient vielleicht sogar noch als wertvolle 
Illustration für die hygienischen Forderungen vergangener 
Jahrhunderte. Wir haben schon gesehen, wie wenig empfindlich 
das Mittelalter gegen sanitäre Übergriffe gewesen ist, welch geringe 
Bedenken unter Umständen vorhanden sind, wenn Gerbereien und 
Bäder räumlich vereinigt sind. In der Nürnberger Jrher-Ordnung 
von 1534 wird verboten, „das auch weder maister noch gesellen 
aufs dem gemeynnem Stege mit ainicher vnsawbrigkeit aneinander noch 
sonnst nyemannd werffen oder belaidigen", und weiter sollen die Jrher 
ihre Beizen und andere Unsauberkeit nicht ausschütten „auf die gemahnn 
noch an kein annder ennde, da sollichs auf die gemahn kumen mag" 8 ). 
In einem Weistum findet sich ein Verbot der Verunreinigung der 
i) Ramazzini 1703, S. 103. s ) Ramazzini 1703, S. 105. 
3 ) Nürnberg 1535.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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