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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

359 
wie Kalk und Arsenik. Sie bewirken Leiden der Epidermis und 
der Cutis, sie rufen mit der Zeit lokale Sensibilitäts- und Motilitäts 
störungen hervor und verursachen gelegentlich eigentümliche Affektionen 
und Geschwüre *). 
In letzter Linie müssen wir noch zu sprechen kommen auf die Er 
krankungen der Gerber, welche durch Infektion bewirkt werden können. 
Auf die Ungefährlichkeit des Hundekotes habe ich schon hingedeutet; 
nach einem Gutachten des Kgl. preußischen Instituts für Infektions 
krankheiten haben die im Hundekot unter Umständen vorhandenen Eier von 
9?L6nin6ebin060oou8 durch den laugen Transport aus der Türkei 
oder aus China ihre Entwicklungsfähigkeit verloren; ein Beweis dafür, 
daß der in der Gerberei verwendete Hundekot die Arbeiter nicht auf 
fällig geschädigt hat, scheint auch in der Tatsache zu liegen, daß noch 
keinem Kliniker eine besonders hohe Erkrankungsziffer der Gerber am 
Blasenwurm aufgefallen ist, wie auch in dem Umstande, daß offenbar 
den mit Herstellung von künstlichen Mistbeizen beschäftigten Fabrikanten 
Fälle solcher Affektionen nicht bekannt geworden sind^). 
Ein Punkt, welcher in diesem Zusammenhange wenigstens ange 
deutet werden muß, wenn er auch nicht eine direkte und ausschließliche 
Gefährdung der Gerbereiarbeiter bedeutet, ist die Übertragung von 
Seuchen durch die Einfuhr von Häuten und Fellen solcher 
Tiere, welche an übertragbaren Krankheiten gelitten haben. Diese Verhält 
nisse sind geregelt im Viehseuchengesetz, die Einfuhr solcher Häute und 
Felle ist danach verboten, und die Gerberei hat zum Schutz gegen die 
ständige Gefährdung der Viehbestände für genügende Reinigung der 
Abwässer und Abfälle Sorge zu tragen^). 
Weit wichtiger und brennender noch als die eben besprochenen 
Fülle von Infektion, welchen man, soweit eine Gefährlichkeit erkannt ist, 
auf gesetzlichem Wege zu Leibe gehen konnte, ist der M i l z b r a n d, welcher 
alljährlich trotz strengster Vorsichtsmaßregeln aus der Reihe der in 
Gerbereien beschäftigten Arbeiter seine Opfer fordert. Der Milzbrand 
wird hauptsächlich übertragen durch Schaf- und Ziegenhäute; er äußert 
sich auf der Haut der infizierten Arbeiter durch kleine juckende Pusteln, 
welche beim Aufkratzen und Aussaugen der Wunde die Gefahr weiterer Ver 
breitung wie auch der Entstehung von Darmmilzbrand mit sich bringen. 
Die folgende Statistik aus dem Jahre 1910 über die Milzbrand 
gefährlichkeit der verschiedenen Gewerbe mag die Stellung speziell der 
Gerberei in dieser Frage deutlich zeigen. Im ganzen sind nach den 
eingegangenen Anzeigen (welche wahrscheinlich leider immer noch lücken- 
9 Layet 1877, S. 20 f., 137. 
2 ) Ledermarkt 1911, Nr. 79. 
3 ) Ledermarkt 1911, Nr. 98, S. 18 a; 1908, Nr. 36, S. 19.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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