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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1.Teil. Die Rohstoffe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

12 
Gefäßen der Eingeborenen in der Frobisherstraße aus frischen Fisch 
häuten *). Die Bewohner der Ostküste Mittelasiens 2 ) und die Giljaken 8 ) 
bedienen sich der durch eine primitive Gerberei vorbereiteten Lachshäute 
zur Herstellung von Kleidern, über die Verwendung von Häuten der 
Aalraupe (Gattung Lola) zu Kleiderbesätzen erfahren wir in betreff 
der Völker Rußlands, Sibiriens und einiger tartarischer Stämme 4 ) 
über die Verwendung von Häuten von Seetieren zu dem gleichen 
Zwecke, wenn die Lesart richtig ist, in betreff der Germanen 8 ). 
Die moderne Technik hat sich auch auf diese Hautarten zur Be 
darfsdeckung auszubreiten gesucht; so wurde schon auf einer im West- 
minsteraquarium zu London 1876 abgehaltenen Fischereiausstellung 
Oberleder aus der Haut des Weißfisches, Plattfischleder zu Handschuhen, 
gegerbtes und zugerichtetes Seezungenleder zur Portefeuillefabrikation 
und zugerichtete Aalhäute zu Riemen gezeigt 8 ). In Colborn, Kanada, 
soll Ende der 70 er Jahre des vorigen Jahrhunderts ein lebhafter 
Handel mit Störhänten zur Handschuhfabrikation betrieben worden sein '), 
und in Ägypten fanden um die gleiche Zeit Fischhäute aus dem Roten 
Meere Verwendung zu Schuhsohlen 8 ). Auch in der Kunstindustrie 
wurden die Häute größerer Fische (Thunfische) neuerdings verarbeitet 9 ). 
Die zweite Eigenschaft der Haut niederer Fische, aus welcher sich 
einige Verwendungsmöglichkeiten ergeben, sind die bereits oben an 
gedeuteten Hautossifikationen der Selachier; es sind das die besonders 
aus der vergleichenden Anatomie her bekannten, mit einem kaudalwärts 
gewandten Zähnchen versehenen Placoidschuppen hauptsächlich der Squa- 
liden und einiger Rajiden, wobei dann die Haut nur eine mittelbare 
Bedeutung als Erzeugerin und Trägerin dieser Knochengebilde hat. 
Eine oberflächliche Ähnlichkeit dieser Fischhaut mit dem später noch zu 
besprechenden Chagrin hat zur Bezeichnung „Fischhautchagrin" Anlaß 
gegeben. Auf der Eigentümlichkeit dieser mit kleinen scharfen Erhebungen 
dicht besetzten Hautoberfläche beruht ihre Verwendung zum Glätten von 
Holz, Elfenbein, Metall seitens verschiedener Handwerker; so berichtet 
Beckmann") 1794 über die Gewinnung dieser Fischhäute als Neben 
produkt bei dem auf Trangewinnung gerichteten Haifischfang, und seit 
dieser Zeit kann man bis zum heutigen Tage über die Verwendung 
des Fischhautchagrins, meist in getrockneter Form, selten gegerbt, zu 
gedachtem Zwecke in Technologien und Handbüchern sich orientieren. 
Endlich führt der Besitz dieser Hautossifikationen noch zur Ver- 
’) Goguet Ex. 1796, S. 34. 2 ) Deutsche Gerberzeitung 1880, Nr. 35. 
3 ) Schurtz 1900, S. 315. 4 ) Deutsche Gerberzeitung 1880, Nr. 35. 
6 ) Tacit. Germ. cap. 17 und Semper I, 1878, S. 96. 
6 ) Deutsche Gerberzeitung 1880, Nr. 35. 7 ) Ebenda. 8 ) Ebenda. 
9 y Bücher 1893, S. 191. -«) Beckmann 1794, Bd. I, S. 193.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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