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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1.Teil. Die Rohstoffe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

39 
im Altertum hat man zuerst in Attika *), dann auch in Italien 2 ) durch 
Bekleidung der Schafe mit Fellen eine besonders lange und feine Wolle 
zu erzeugen gesucht, eine Maßregel, welche z. B. die oben schon an 
geführten Kalmücken und Tataren 3 ) für die Erzeugung feinen gelockten 
Pelzwerks auf neugeborenen Lämmern kennen. 
Das Haarkleid eines Tieres ist nun von entscheidendem Einfluß 
auf die Beschaffenheit der Haut derart, daß Dicke und Länge des Vließes 
und Dicke der Haut etwa in umgekehrtem Verhältnis zueinander stehen 4 ). 
Justi führt, ob mit Recht ist zweifelhaft, die Güte des türkischen Corduans 
zurück auf die Verwendung der feinen dünnen Häute von langhaarigen 
angorischen Ziegen 6 ), jedenfalls reicht der Erfahrung nach das Scheeren 
des Schafes auch nur wenige Tage vor dem Schlachten schon hin, der 
Haut eine merklich größere Dicke zu geben 8 ), und die Felle der Schafe 
haben die größte Festigkeit, wenn man die Tiere etwa 8 Tage nach 
dem Scheeren schlachtet 7 ). Man sieht daraus, welch große Bedeutung 
beim Schaffell die darauf fitzende Wolle nicht nur als solche, sondern 
.auch durch ihren Einfluß auf die erzeugende Haut bei der Preisbildung 
hat. Diese hier für das Schaf dargelegten und hier so eklatanten Ver 
hältnisse gelten aber nicht nur für dieses, sondern ganz allgemein für 
alle Haartiere mit der praktischen Konsequenz, daß die Qualität einer 
Hautart von der Schlachtzeit des Tieres, ob Sommer oder Winter, 
wesentlich beeinflußt wird. 
Eine Funktion des Klimas find natürlich auch die unter diesem 
wachsenden Futterstoffe, auch sie beeinflussen die Haut, und man hat 
Versuche gemacht, die Eigenschaften der Haut unter dem Einfluß künst 
licher Futterstoffe zu modifizieren 8 ). 
So ergeben sich unter der Wirkung dieser und anderer Potenzen 
in den verschiedenen Ländern und Klimaten verschiedene Tierrafsen, 
und die genaue Kenntnis solcher Hautsortimente ist eine Grundforderung 
für das gute Gelingen besonders der feineren modernen Gerbekombina 
tionen. Schon die französischen Ochsenhäute des 17. Jahrhunderts 
erzeugten auf Grund solcher Verhältnisse verschiedene Nachfrage 8 ), be 
sonders aber hat die neuere Zeit durch ihre präzisierte Technik im 
Konkurrenzkämpfe sowohl der Länder untereinander als auch im Kon 
kurrenzkämpfe der Betriebssysteme solche Rassenunterschiede unangenehm 
empfunden. Noch in den 80 er Jahren des vorigen Jahrhunderts ließ 
sich z. B. gespaltenes Alaunschafleder zwar aus englischen und öster- 
0 Blümner 1869, S. 63. 2 ) Marquardt 1882, S. 414. 
s ) Rüst 1844, S. 338. 4 ) Prechtl 1838, S. 236. 
5 ) Justi 1780, Bd. II, S. 584. «) Prechtl 1838, S. 236. 
’) Wiener 1904, S. 62. 8 ) Zeitschrift für Singern. Chemie 1909, S. 695. 
*) Schauplatz 1766, S. 323.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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