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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1.Teil. Die Rohstoffe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

43 
d. h. nicht direkt von der Schlachtung in die Werkstatt des Gerbers; 
da also die Hautmaterialien für den Handel sowohl wie auch natürlich 
für die Gerberei immer weniger in frischer grüner Form vorliegen, 
und weil trotz der ersten Veränderungen der Haut dieselbe immer noch 
als Rohware des Handels gilt, sollen mit Rücksicht auf das wirtschaft 
liche System, welches unserer Gliederung zugrunde liegt, diese ersten 
Prozesse an dieser Stelle Berücksichtigung finden. 
Technisch wichtig, weil es unter Umständen besondere Vorarbeiten 
in den Gerbereien nötig macht, und wirtschaftlich wichtig, weil es den 
Übergang der Gerberei in die moderne Weltwirtschaft erst richtig er 
möglichte, ist nämlich die Konservierung der Häute und Felle; denn 
nur dadurch, daß die anfallenden Häute nicht gleich grün verarbeitet 
werden müssen, wird der Häutegroßhandel ermöglicht, welcher regulierend 
zwischen die Gefälle der Schlächtereien und die Nachfrage der Gerbereien 
tritt, dadurch auch wird der Eintritt der ursprünglich örtlich ziemlich 
beschränkten Produktionstätigkeit der Gerberei in die moderne Verkehrs 
wirtschaft ermöglicht, welche in den Händen des Großhandels Angebot 
und Nachfrage ganzer Länder ausgleichend organisiert, und welche die 
Bedarfsdeckung aus den fernen Häntemärkten an den Peripherien des 
Weltmarktes ermöglicht. Indem aber so große Mengen tierischer Stoffe 
aus den extensiv bewirtschafteten Territorien mit einfachster Lebens 
haltung ihrer verhältnismäßig wenigen Einwohner in die dicht be 
siedelten Kulturstaaten importiert werden, ergibt sich bei der Konser 
vierung der Häute für ihren weiten Weg nicht nur die technische For 
derung, Methoden ausfindig zu machen, welche das Häutematerial nicht 
beschädigen, sondern es erwächst auch das weitere hygienische Problem, 
etwa vorhandene Krankheitserreger nicht durch Verschleppung zu einer 
Gefahr der Importländer zu gestalten; besonders für die Weißgerberei 
ist dieses doppelte Problem in den Vordergrund getreten, und wir 
werden sehen, daß man die technischen Forderungen gleichzeitig mit 
den sanitären in der einzigen Operation der Konservierung zu erfüllen suchte. 
Die einfachste, weil mit den primitivsten Mitteln ausführbar, und 
primitivste Form der Konservierung ist die Wasserentziehung durch 
Trocknung. Besonders leicht an kleinen Fellen ausführbar, haben wir 
offenbar getrocknete Felle vor uns in den „dürren" Ledern der Magde 
burger Weißgerber des 17. Jahrhunderts x ), die Pariser Weißgerber 
bezogen ihre Felle aus den Provinzen in trockenem Zustandes, die 
Felle für die Fabrikation der Corduans auf der Insel Cypern wurden 
von Frankreich in trockenem Zustande * 3 ) exportiert, und auch heute noch 
ist die Lufttrocknung das übliche Konservierungsmittel für das ein- 
') Magdeburg 1686. -) Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 107. 
3 ) Hermbstädt 1807, Bd. II, S. 94.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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