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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Notenbank
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
2 9 
Hierdurch wird also das sonst zu Geschäften verwendete Geld in eine 
neue Richtung, nämlich zur Schuldentilgung gedrängt, und die laufende 
Tätigkeit dadurch immerhin stark beeinträchtigt. Weiterhin regelt 
die Geschäftswelt jetzt ihre Zahlungen im überwiegenden Maße durch 
Barzahlungen. 
Aus dem geringen Bestand der unverfallenen, regulären Wechsel 
ist daher nur unter Beachtung der angeführten Momente der Schluß zu 
ziehen, daß die französische Volkswirtschaft durch die Kriegsereignisse 
schwer beeinträchtigt sein muß und nicht zur lebhaften Arbeit heran 
zuziehen ist. Das wirtschaftlich wichtige Gebiet des Westens ist zudem 
in den Händen des Feindes und zum Teil durch kriegerische Einwirkungen 
stark belastet, in den freien südlichen Gebieten mag vielleicht eine ge 
wisse Hoffnungslosigkeit jede Unternehmungslust lähmen, und daher 
werden die eifrigen Bemühungen der Bank von Frankreich, hier eine 
Wandlung zu schaffen, wohl auch künftighin von geringem Erfolge 
begleitet sein. 
Auch das Ausland erschöpft die Kraft der Notenbank. Die Bank von 
Frankreich ist vor allem bemüht, den Zahlungsverpflichtungen Rußlands 
zu Hilfe zu kommen und für ihre Ablösung Sorge zu tragen. Die Schwierig 
keiten, die sich bei dem Ausgleich aus dem gesunkenen Wechselkurse 
ergeben, erfordern ein besonderes Abkommen, das mit der russischen 
Staatsbank abgeschlossen wurde. Der Vertrag regelt die Ablösung 
russischer Wechselverpflichtungen in Frankreich. Die französische Noten 
bank leistet der russischen Reichsbank einen Vorschuß von 500 Mill. 
Frcs. zur teilweisen Einlösung der russischen Wechsel in Frankreich. 
Fs sind dies Wechsel, die von russischen Waren- und Exportfirmen 
gezogen und bei den Pariser Filialen der russischen Kreditbanken zahlbar 
gestellt sind. Diese Tratten kamen nach Frankreich, wo sie durch den 
Bomizilvermerk umlaufsfähig und von den russischen Bankfilialen 
ln Paris bei den französischen Banken in Pension gegeben wurden. Auf 
diese Weise haben die russischen Banken den Geschäftsverkehr ihrer 
Kunden in Rußland im Gange gehalten und die hierfür verwandten 
und festgelegten Kapitalien durch Pensionierung bei den französischen 
Banken wieder flüssig gemacht! 
Die von Rußland und anderen Staaten in Frankreich diskontierten 
und lombardierten Tratten werden auf rund 1000 Mill. Frcs. geschätzt. 
In dieser Summe sind die Pensionswechsel von Deutschland und Öster 
reich-Ungarn mit einbegriffen. 
Beim Abbau der russischen Verpflichtungen werden die Privat 
banken entlastet. Die in Kriegszeiten beschwerlichen und unliquidier- 
baren Pensionen übernimmt somit die Notenbank, die wiederum ihre 
Rückdeckung durch die Garantie der russischen Reichsbank findet, 
damit zwar kein bewegliches Aktivum in den Händen hat, aber unter 
gewisser russischer Garantie der heimischen Wirtschaft eine Entlastung 
brachte. 
Den Zinsendienst Rußlands und der Verbündeten kleinen Staaten
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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