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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Notenbank
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
35 
3' 
ja in den ersten Kriegsmonaten gegeben. Er lag in der Thesaurierung 
von Hartgeld und Noten. Aber die ununterbrochene Steigerung in der Aus 
gabe von Noten erforderte Gegenmaßregeln, um eine Entwertung des Geldes 
zu vermeiden. Unabhängig von der bei vielen Notenbanktheoretikern 
tief wurzelnden Dritteldeckung in Gold, bewahrt die Note im Inlande 
und Auslande nur so lange ihren nominellen Wert, als die Bevölkerung 
ihr volles Vertrauen schenkt. Eine Notenzirkulation aber, die von einer 
Milliarde zur anderen ohne Ruhepausen steigt und auf einer beweglichen 
Goldbasis zwischen 4000—5000 Mill. Frcs. ruht, muß ein gewisses 
Furchtgefühl erregen und auch im Auslande Bedenken hervorrufen. 
Eine fortgesetzte Notenausgabe ließ und läßt sich infolge der Staats 
vorschußleistungen jedoch nicht vermeiden. Nun kann, was durch 
die Darlegungen begründet ist, infolge der intensiven Thesaurierung 
nicht von einer Notenzirkulation gesprochen werden, sondern nur 
von einer Notenemission. Die Bank von Frankreich suchte daher 
die von der Bevölkerung thesaurierten, in ihrem Wochenausweis als 
emittiert erscheinenden Noten wieder an sich zu ziehen und leitete 
in der Tagespresse eine geschickte Propaganda ein, um dieses Ziel zu 
erreichen 1 ). Sie stellte es als eine patriotische Tat hin, nur so viel Noten 
im Haushalte zu halten, als der laufende Bedarf es unbedingt erfordert. 
Die überschüssigen Summen sollten für Rechnung der Eigentümer 
in das Depot der Notenbank gegeben werden. Hier stehen sie den Be 
sitzern jederzeit zur Verfügung und sind sicherer als in jedem Geldschrank 
aufbewahrt. Die Bank selbst errichtete zu diesem Zwecke den Privaten 
besondere Konten und gewährleistet dem Einlieferer die jederzeitige 
Rückzahlung des Noten-Dupots. Diese Einzahlungen würden in der 
Wochenbilanz unter den „täglich fälligen Verbindlichkeiten“ ihre Ver 
rechnung finden und so hier weniger auffallen als der Posten „Noten 
umlauf“. Von welchen Erfolgen diese Bewegung begleitet war, konnte 
bisher nicht ermittelt werden, da in dem Bankausweise hierüber keinerlei 
zahlenmäßige Angaben verzeichnet und auch von keiner Seite aus irgend 
welche Mitteilungun gemacht sind. Es ist aber mit großer Wahrschein 
lichkeit anzunehmen, daß durch die rege und eindringliche Propaganda 
beträchtliche Mengen der festgehaltenen Noten losgelöst wurden, aber 
weniger um in die Keller der Bank von Frankreich zu fließen als in den 
freien Verkehr und hier die schädlichen Wirkungen der anhaltenden 
Notenausgabe noch verstärken halfen. 
Den der Volkswirtschaft einguräumten Diskontkredit zeigt die Be 
wegung des Wechselbestandes an. (Die Lombarddarlehen halten 
sich in engen Grenzen und können hier außer Betracht gelassen werden 1 2 ).) 
1 ) Temps im August 1915; Semaine Financiere Juli—Sept. 1915. 
2 ) Nach den Wochenausweisen gewährte die Notenbank die folgenden Vorschüsse 
an Private: 
28. Januar 1915 725,00 Mill. Frcs. 
29. Juli 1915 59 1 , 00 „ 
16. Dezember 1915 1146,00 „ „ *) (wenden!) 
*) Erste Einzahlung auf die I. Kriegsanleihe.
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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