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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Notenbank
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

68 
Erwin Respondek, 
Frankreichs Stellung als erster Kapitalgeber in Europa und der 
übrigen Welt empfing durch diese Ausfälle an Zinsen einen scharfen 
und gefährlichen Stoß. In der letzten Zeit werden die Zinszahlungen 
wieder regelmäßiger aufgenommen sein, wenigstens von einigen der 
genannten Staaten. Neben den Zinsleistungen aus staatlichen oder 
staatlich garantierten Anleihen sind an die französischen Kapitalisten 
auch die Dividendenzahlungen zu leisten von einer großen Anzahl frem 
der Unternehmen, die sich in industrieller, landwirtschaftlicher und 
kaufmännischer Richtung betätigen. Von ihnen stockte die Remit- 
tierung der Zinszahlungen gleichfalls längere Zeit, und sie ist heute noch 
nicht im vollen Umfange und von allen Seiten aufgenommen. In 
einer Senatrede vom 30, März 1916 gestand der Finanzminister den 
hohen Ausfall an den Zins- und Dividendenleistungen von ausländischen 
Wertpapieren ein. Er bestätigt, daß die Koupons einer großen Reihe 
von Auslands-Anleihen unbezahlt bxeiben, sucht aber sofort die schmerz 
liche Seite dieses Zugeständnisses abzuschwächen, indem er behauptet, 
daß trotz alledem noch gegen 3000 Milk Frcs. Koupons zur Einlösung 
gelangen, wobei er wohl den gesamten Zinsverdienst aus etwa 120—125 
Milliarden Frcs. Wertpapiere an den französischen Kapitalisten im 
Auge haben dürfte. Die „Frankfurter Zeitung“, die als Gesamtbestand 
an Wertpapieren rund 110 Milliarden Frcs. (vgl. die Berechnungen 
auf S. 114) annimmt, bemerkt zu der Behauptung Ribots: „Entschieden 
falsch dürfte die Angabe sein, daß immerhin noch 3 Milliarden Frcs. 
Koupons zur Einlösung gelangten“ 1 ). 
Leider vermögen diese Ausführungen nicht auf eine zahlenmäßige 
Grundlage gestellt zu werden, da jeder sichere Anhaltspunkt für eine 
Berechnung der Zinseneingänge fehlt. Lediglich auf Schätzungen ein 
Bild zu konstruieren, ist auch bei vorsichtiger und möglichst genauer 
Berücksichtigung der Fehlerquellen nicht angängig. Daher muß als End 
resultat für die Veränderung, den Ausfall aus diesem Posten, die An 
sicht ausgesprochen Werden, daß die Mindereingänge an Zinsen aus den 
gesamten Schuldnerstaaten eine sehr beträchtliche Höhe erreichen 
und von einem großen Einfluß auf der Aktivseite der Zahlungsbilanz 
sein werden. 
Noch einige weitere Posten der Zahlungsbilanz wären zu nennen, 
deren Ertrag ganz fortfällt oder vermindert wird, wie etwa die Schwierig 
keiten im Verkaufe von Effekten, da die Mehrzahl der Börsen geschlossen 
ist. An der Londoner Börse z. B. konnte bis zum Februar des Jahres 
1916 kein Franzose auch nur 1 Pfund fremder oder eigener Effekten 
verkaufen. Dann der Ausfall von Einnahmen aus dem Fremdenverkehr, 
die Unterbrechung jeglicher Banktätigkeit zur Vermittlung von Kredit 
geschäften und endlich — hier als letztes Äquivalent, sonst aber steht 
es an erster Stelle — die effektive Unmöglichkeit, die heimische Pro 
duktion zu fördern, um Waren mit Waren zu bezahlen, also die Passivität 
der Handelsbilanz durch gesteigerten Güterexport zu beseitigen. Alle 
J ) Frankfurter Zeitung, Nr. 97, 7. April 1916.
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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