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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

210 Zweiter Teil. Handel. VIII. Der Wettbewerb im Handel rc. 
Die älteste, bekannteste und praktisch wohl wichtigste Form des Wandergewerbes 
ist der Hausierhandel. 
Bei der gewerblichen Betriebszählung vom 14. Juni 1895 wurden im Deutschen 
Reiche 39 057 Hausiergewerbebetriebe überhaupt gezählt. Von den insgesamt im 
Hausierhandel tätigen 37 429 Personen waren 22 952 männlichen und 14 477 weib 
lichen Geschlechts. In den meisten, nämlich in fast 32 000 Betrieben, ist nur eine 
Person, der Betriebsinhaber, tätig. Mitarbeitende Familienmitglieder wurden 1858 
gezählt, davon 265 männliche und 1593 weibliche.*) 
Stieda unterscheidet drei Arten von Hausierern: 
1. Hausierer, die Leistungen anbieten oder Erzeugnisse ihrer eigenen Wirtschaft, 
industrielle oder landwirtschaftliche, feiltragen; 
2. Hausierer, die durch Ungunst der Verhältnisse in ihrer Heimat beim Mangel 
anderer Erwerbsgelegenheit sich diesem Berufe zugewandt haben; 
3. Hausierer, die nicht eigentlich arbeiten wollen oder können, bei denen vielmehr 
dieses Geschäft nur den Vorwand gibt, zu betteln und zu bummeln. 
Unter diese drei Gruppen läßt sich jedoch der gesamte im Reiche betriebene 
Hausierhandel nicht ohne Zwang vollkommen unterbringen, man muß vielmehr 
mindestens noch eine vierte Gruppe aufstellen, nämlich: 
4. Hausierer, die infolge Familien- oder Lokaltradition sich diesem Berufe 
widmen. 
Von ständigen Wohnorten einer größeren Anzahl von Hausierern seien hervor 
gehoben: 
Die Hausierdörfer im Kreise Ratibor in Schlesien, das bedeutendste Deutsch- 
Krawarn. Gehandelt wird mit den verschiedensten Waren, die in Großhandlungen 
Breslaus und größerer Provinzialstädte bezogen werden. 
Der größte Teil der Einwohner von Satzung im Erzgebirge erwirbt seinen 
Lebensunterhalt durch den Wanderhandel mit Spitzen, Erzeugnissen der erzgebir- 
gischen Klöppelei, mit leinenen, wollenen und anderen Webwaren, wofür Haupt 
bezugsorte Leipzig, Chemnitz, Apolda, Ehrenfriedersdorf und Thum sind, mit böh 
mischen Bettfedern, Flachs, Sämereien, Pferden, die größtenteils in Böhmen auf 
gekauft werden, Gänsen aus Rußland. — Die Bewohner der obererzgebirgischen 
Gemeinden Stützengrün und Rotenkirchen vertreiben Heidel- und Preißelbeeren, 
ursprünglich die in den heimatlichen Wäldern gesammelten, in allmählicher Ent 
wickelung und in viel größerem Maßstabe solche aus dem Voigtlande, Fichtelgebirge, 
Elbsandsteingebirge, Fläming und aus Schweden. 
Das Fichtelgebirge beherbergt eine größere Anzahl von Hausierern in der sog. 
„Steinpfalz", einem unwirtlichen und unfruchtbaren Distrikt von 7 km Ausdehnung 
von Nord nach Süd und 9 km von Ost nach West. Der Hausierhandel ist hervor 
gegangen aus dem Vertriebe selbsthergestellter Waren aus Fichtenholz und Stroh 
und hat sich dann auf Manufaktur- und Weißwaren ausgedehnt, die namentlich aus 
Leipzig und Greiz bezogen werden. Die meisten „Pfälzer" sind weiblichen Geschlechts. 
*) Nach der Berufs- und Betriebszählung vom 12. Juni 1907 gab es im Deutschen 
Reiche 47 421 Hausiergewerbebetriebe (darunter 41801 Hauptbetriebe und unter diesen 35 306 
Alleinbetriebe); tätig waren im Hausierhandel 48 371 Personen, nämlich 26 318 männlichen und 
22 053 weiblichen Geschlechts. Statt st isches Jahrbuch für das Deutsche Reich. 
Herausgegeben vom Kaiserlichen Statistischen Amte. 30. Jahrgang 1909. Berlin, Putt 
kammer & Mühlbrecht, 1909. S. 84. — In Preußen wurden im Jahre 1910 139 571 Wander 
gewerbescheine ausgefertigt; der Nettobetrag der Wandergewerbesteuer stellte sich in dem 
selben Jahre auf 3201400 M. Statistisches Jahrbuch für den Preußischen 
Staat a. a. O. S. 496 und S. 497. —G. M.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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