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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

490 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. IV. Deutsche Handelspolitik. 
verdoppelt haben. Seine Mehrausfuhr nach Deutschland steigt schon 1782—1792 
von 400 000 £ auf 1 y 2 Millionen, von 1792—1814 auf 4 Millionen. Das mußte sich 
natürlich mit dem Ende der Kontinentalsperre noch erhöhen. Im Jahre 1814 gingen 
allein für 21654 000 Taler englische Baumwollenwaren in Deutschland ein. Die 
englischen Waren gingen zu Schleuderpreisen weg; aber was lag an vorübergehenden 
Verlusten, wenn man dadurch auf die Dauer den Markt gewinnen und ein faktisches 
Monopol begründen konnte, — ein Manöver, das England damals weder zum 
ersten- noch zum letztenmal mit Erfolg inszenierte. Die deutsche Industrie, die sich 
eben erst von den Kriegszeiten zu erholen begann, vermochte dieser Konkurrenz nicht 
Widerstand zu leisten. „Und so zerfielen", wie Weber sagt, „in jener Zeit auch noch 
manche tüchtige Überreste der früheren deutschen Gewerbtätigkeit, welche dem Einfluß 
von fast zwanzig Jahren verheerender Kriege nicht gewichen waren." Außerdem 
hatten die linksrheinischen, vor kurzem noch französischen Gebiete Deutschlands ihren 
Absatz nach Frankreich verloren. Am 20. März 1815 beschloß das englische Parlament, 
um seine während der Kontinentalsperre künstlich erzogene Landwirtschaft zu er 
halten, ein Gesetz, welches alle Korneinfuhr verbot, bis der Quarter Weizen den Preis 
von 80 Schillingen erreicht habe. Das wirkte fast wie ein Einfuhrverbot und hemmte 
die Ausfuhr des bedeutendsten Erzeugnisses Norddeutschlands, die sich in der Zeit 
von 1790—1801 vervierfacht hatte. 
Die schädlichen Wirkungen aller dieser Vorgänge zeigten sich am meisten zu Ende 
des zweiten Jahrzehntes. Die herrschende Teuerung lähmte allen Unternehmungs 
geist und damit die Kraft zum Widerstand. Allenthalben Rückgang, überall Mangel 
an Beschäftigung, allerorts Klagen, — das war die Signatur des deutschen Handels 
wie der deutschen Industrie in den Jahren nach dem großen Befreiungskriege! „Trostlos 
ist dieser Zustand für Männer," sagt die von Fr. List verfaßte Petition des Handels 
vereins noch im Jahre 1819, „welche wirken und handeln möchten; mit neidischen 
Blicken sehen sie hinüber über den Rhein, wo ein großes Volk vom Kanal bis an das 
Mittelländische Meer, vom Rhein bis an die Pyrenäen, von der Grenze Hollands 
bis Italien aus freien Füßen und offenen Landstraßen Handel treibt, ohne einem 
Mautner zu begegnen." In diesen Worten der Klage ist auch zugleich der Grund 
ausgesprochen, dem man vor allem das Darniederliegen der deutschen Industrie zu 
schreiben zu müssen glaubte. 
2. Die Entstehung des Zollvereins. 
Von Karl Theodor v. Eheberg. 
Eheberg, Historische und kritische Einleitung zu Fr. Lifts Nationalem System der 
politischen Ökonomie. Stuttgart, I. G. Cotta, 1883. S. 17 und S. 23—30. 
Im Jahre 1828, das in dieser Beziehung als ein für Deutschlands Geschichte 
außerordentlich bedeutsames bezeichnet werden muß, entstanden der Bayerisch-Würt- 
tembergische Zollverein (18. Januar) und kurze Zeit nachher der Preußisch-Hessische 
(14. Februar), als die ersten eigentlichen Zollvereine, welche die Geschichte kennt. . . - 
Roch im Jahre 1828 suchten Bayern und Württemberg auf Veranlassung des 
letzteren auch mit anderen deutschen Ländern, und zwar zunächst mit dem zollver 
einten Preußen-Hessen, bessere Verkehrsverhältnisse durch einen Handelsvertrag anzu 
bahnen. Der Versuch war erfolgreich; beide Zollverbände gewährten sich durch Ver 
trag vom 27. Mai 1829 manche Zollerleichterungen und verpflichteten sich auch, ihre 
Zollsysteme immer mehr in Einklang zu bringen. Es versteht sich, daß dieser Vertrag 
die vollständige Vereinigung der beiden Verbände und den Beitritt anderer Staaten 
sehr zweckmäßig vorbereitete.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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