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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

2. Die Volkswirtschaft. 
43 
gemäß dem jeweiligen Entwicklungsstände der Technik jede Kraft an der Stelle 
in den Dienst des Ganzen treten kann, wo sie diesem am meisten nützt. 
Hat der Liberalismus die ganze Fortentwicklung der Volkswirtschaft auf den 
Boden der freien gefellschaftlichen Betätigung gestellt und darum vielfach eine 
geradezu staatsfeindliche Richtung eingehalten, so hat er doch nicht zu verhindern 
vermocht, daß der moderne Staat als solcher sich in der Richtung weiter ausgebildet 
hat, welche er feit dem 16. Jahrhundert eingeschlagen hatte: in der Richtung eines 
immer engeren Zusammenschlusses aller Teile des Volkes und des Staatsgebietes 
zur Erfüllung immer höherer Kulturaufgaben. Alle großen Staatsmänner haben 
feit drei Jahrhunderten an diesem Ziele mitgearbeitet: von Cromwell und Colbert 
bis auf Cavour und Bismarck. Die französische Revolution hat nicht minder zen 
tralisierend gewirkt wie die Staatsumwälzungen der letzten Jahrzehnte. In der 
neuesten Phase dieser Entwicklung ist das Nationalitätsprinzip zu einem 
Grundsätze von gewaltiger zusammenfassender Kraft geworden. Die kleinen Terri 
torialstaaten der älteren Zeit waren den umfassenden wirtschaftlichen Aufgaben der 
Gegenwart nicht mehr gewachsen. Sie mußten entweder untergehen in einem großen 
Nationalstaat, wie in Italien, oder zugunsten eines Bundesstaates namhafte Teile 
ihrer Selbständigkeit, insbesondere die Wirtschaftsgesetzgebung, aufgeben, wie im 
Deutschen Reiche die Einzelstaaten, in der Schweiz die Kantone. 
Es ist ein Irrtum, wenn man aus der im liberalen Zeitalter erfolgten En 
leichterung des internationalen Verkehrs schließen zu dürfen meint, die Periode der 
Volkswirtschaft gehe zur Neige und mache der Periode der Weltwirtschaft Platz. 
Gerade die neueste politische Entwicklung der europäischen Staaten hat ein Zurück 
greifen auf die Ideen des Merkantilismus und teilweise der alten Stadtwirtschaft 
zur Folge gehabt. Das Wiederaufleben der Schutzzölle, das Festhalten an der 
nationalen Währung und der nationalen Arbeitsgesetzgebung, die schon vollzogene 
oder noch erstrebte Verstaatlichung der Verkehrsanstalten, der Arbeiterversicherung, 
des Bankwesens, die wachsende Staatstätigkeit auf ökonomischem Gebiete überhaupt: 
alles dies deutet daraus hin, daß wir nach der absolutistischen und liberalistischen 
in eine dritte Periode der Volkswirtschaft eingetreten sind. Dieselbe trägt ein eigen 
artig soziales Gesicht; es handelt sich nicht mehr bloß um möglichst selbständige und 
reichliche Deckung der nationalen Bedürfnisse durch nationale Produktion, sondern 
um gerechte Güterverteilung, um eigene gemeinwirtschaftliche Betätigung des Staates, 
mit dem Ziele, alle seine Angehörigen nach ihren wirtschaftlichen Leistungen an 
den Gütern der Kultur zu beteiligen. Die erforderlichen Maßregeln können nur 
auf großer Stufenleiter ausgeführt werden; sie bedürfen eines innigen Zusammen 
schlusses aller Einzelkräfte, wie sie nur der große Nationalstaat zu bieten vermag. 
Gewiß sehen wir heute in Europa eine Reihe von Staaten, welche der nationalen 
Selbständigkeit in ihrer Güterversorgung in so fern entbehren, als sie erhebliche 
Mengen ihrer Nahrungs- und Genußmittel aus dem Auslande zu beziehen genötigt 
sind, während ihre industrielle Produktionsfähigkeit weit über das nationale Bedürfnis 
hinausgewachsen ist und dauernd Überschüsse liefert, die auf fremden Konsumtions 
gebieten ihre Verwertung finden müssen. Aber das Nebeneinanderstehsn solcher 
Industrie- und Rohproduktionsländer, diese „internationale Arbeitsteilung" ist nicht 
als ein Zeichen anzusehen, daß die Menschheit eine neue Stufe der Entwicklung zu 
erklimmen im Begriffe steht, die unter dem Namen der Weltwirtschaft den 
drei früheren Stufen gegenübergestellt werden müßte. Denn einerseits hat keine 
Wirtschaftsstufe volle Selbstherrlichkeit der Bedürfnisbefriedigung auf die Dauer 
garantiert; jede ließ gewisse Lücken bestehen, die so oder so ausgefüllt werden mußten. 
Anderseits hat jene sog. Weltwirtschaft bis jetzt wenigstens keine Erscheinungen her 
vortreten lassen, die von denen der Volkswirtschaft in wesentlichen Merkmalen ab-
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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