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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

138 
Im Laufe der Zeiten wurde immer wieder die Frage erörtert, ob be 
stimmte Kriege, ob Kriege überhaupt Staaten reicher machen. Wenn solche 
Fragen gestellt werden, will man in letzter Linie erfahren, wie das mensch 
liche Glück von bestimmten Ereignissen und Einrichtungen, von bestimmten 
Organisationsformen der Gesellschaft und der Menschheit abhänge. Mit der 
Beantwortung solcher Fragen beschäftigen sich die Wirtschaftswissen 
schaften, welche den Reichtum ganzer Völker, einzelner 
Menschengruppen oder Individuen oder der ganzen 
Menschheit untersuchen, wobei der Begriff Reichtum im 
allgemeinsten Sinne verstanden werden kann, indem der 
selbe den Genuß, welchen Nahrung, Wohnung, Kleidung 
gewähren, ebenso berücksichtigt, wie den Genuß, wel 
chen Familienglück, Theaterbesuch usw. hervorrufen, 
während auf der anderen Seite das Leid, welches aus 
der Arbeitsmühsal, aus Krankheiten usw. erwächst, eben 
falls in Rechnung gestellt wird. 
Das 18. Jahrhundert hat unbefangener als das 19. die Reichtums 
rechnung in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Erörterungen gestellt. Teleo 
logie und Unklarheiten brachten die Reichtumsbetrachtungen vielfach in Ver 
ruf 3), doch begegnen wir immer wieder dem Reichtum der Weltwirt 
schaft*), der Volkswirtschaft, der Privatwirtschaft. Wie wir 
den Begriff Reichtum für die Kriegswirtschaftsrechnung auch abgrenzen, in 
letzter Linie hängt er mit dem menschlichen Glück zusammen, das sich aus 
Lust und Unlust®) aufbaut, die wir als Sensationen®) bezeichnen 
wollen. Sie sind uns ebenso gegeben wie Farben, Töne, Drucke und andere 
Tatbestände der Welt. 
Man kann die Lustverteilung innerhalb einer menschlichen Gruppe 
untersuchen, die Veränderungen derselben, und schließlich dort, wo es mög 
lich ist, die Gesamtlust ins Auge fassen. Diese Berechnungsweise kann 
aus einer bestimmten Auffassung vom Zusammenleben der Menschen her 
rühren, die man als atomistische zu bezeichnen pflegt, sie kann aber auch 
neben einer Staatsauffassung bestehen, die alle Vorgänge als untrennbare 
Elemente eines ursprünglichen Zusammenhanges ansieht, der in letzter Linie 
nur als Einheit ausreichend beschrieben und erfaßt werden könne. Die vor 
liegende Arbeit geht darauf nicht weiter ein ; auch darauf nicht, ob diese Be 
rechnungsweise, welche einem utilitaristischen Rationalismus zum Ausgangs 
punkt dienen kann, mit irgendwelchen Moralanschauungen in Übereinstim 
mung oder Widerspruch steht.’) Ebensowenig soll die Frage erörtert werden, 
ob die Menschen utilitaristisch-rationalistisch handeln, noch soll daraus, daß 
gewisse Gebiete der rationalistischen Berechnung zugänglicher sind als andere, 
geschlossen werden, daß sie auch nur für den Rationalismus 
wesentlicher als andere wären. 
3) Auch neuere begriffliche Erörterungen über den Utilitarismus leisten 
für unsere Fragengruppe nicht allzuviel; vergl. z. B. Sidwigck, Methods 
cf Ethics. 1875. 
*) Roscher spricht ebenso wie frühere Autoren vom „Mensch 
heit s v e r m ö g e n“ (Grundl. d. Nationalökon. § 53). 
®) Vergl. W. St. Jevons, The theory of political economy, Ed. 2, 
London 1879, S. 40: '^Pleasure and pain are undoubtedly the ultimate objects 
ot the calculus economics.” 
®) Vergl. Otto Neurath, Probleme der Kriegswirtschaftslehre (Ztschr. 
f. d. ges. Staatswiss. 1913, S. 448 f.). 
’) Vergl. Kant, Kritik der praktischen Vernunft (Rosenkranz, VIII, 
S. 133): „Die Vernunft bestimmt in einem praktischen Gesetz unmittelbar den 
Willen, nicht vermittelst eines dazwischen kommenden Gefühls der Lust und 
Unlust“, und S. 146: „So wird fremder Wesen Glückseligkeit das Objekt des 
Willens eines vernünftigen Wesens sein können“; S. 147: „Das gerade Wider 
spiel des Prinzips der Sittlichkeit ist : wenn das der eigenen Glückseligkeit 
zum Bestimmungsgrunde des Willens gemacht wird. . . .“
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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