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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

146 
Fragestellung und will nur wissen, wie denn der Krieg das Essen, Trinken, 
Wohnen usw. beeinflußte, das heißt: jene Sphäre, die man gemeinhin unter 
„Realeinkommen“ versteht. 
Was meint man aber damit, wenn man dem Krieg irgendwelche Verände 
rungen der Sensationen oder ihrer Bedingungen zurechnet? Man verfährt 
gemeinhin so, daß man die Reichtumsverhältnisse vor dem Kriege mit jenen 
nach dem Kriege vergleicht und den Unterschied auf den Krieg zurückführt. 
Dies Verfahren ist jedenfalls unzureichend, ja verfehlt, weil man dabei 
nicht sieht, welcher Teil dieser Veränderungen vielleicht auch in der weiteren 
Friedensentwicklung aufgetaucht wäre. Wie notwendig diese Betrachtungs 
weise ist, zeigt uns das Beispiel des Dreißigjährigen Krieges. Es liegen 
schwerwiegende Anhaltspunkte dafür vor, daß der Niedergang Deutschlands 
nach demselben nicht so sehr den Verwüstungen, als vielmehr dem schon 
vorher einsetzenden wirtschaftlichen Zusammenbruch zugeschrieben werden 
müsse.i^) Ein anderes Beispiel bietet Galizien. Die starken Störungen, welche 
während des Balkankrieges dort zu beobachten waren, sind zum Teil nur eine 
Fortsetzung von krisenhaften Zuständen gewesen, die schon vorher ein 
gesetzt haben.20) 
Selbst wenn wir feststellen könnten, wie die friedliche Entwicklung ver 
laufen wäre, wie dagegen die kriegerische verlaufen ist, so sind wir doch noch 
immer nicht imstande, dem Kriege etwas Bestimmtes an Erfolg unter allen 
Umständen zuzuweisen. Wenn freilich die Friedensentwicklung die Eigen 
schaften A. B. C. gehabt hätte, die kriegerische dagegen die Eigenschaften 
A’. B\ C\, so daß wir A mit A\ B mit B’, C mit C’ vergleichen könnten, und 
etwa alle drei größer fänden, wäre eine solche Zurechnung denkbar. Aber 
es kann ja auch eine derartige Wandlung eintreten, daß A. B. C. durch E. F. G. 
ersetzt wird, derart, daß keine der neuen Eigenschaften oder nicht alle 
derselben mit den alten überhaupt in Bezug gesetzt werden können. Und 
dann fehlt die Möglichkeit, eine „Differenz“ zu bilden und sie dem Kriege 
zuzuschreiben, auch stehen wir wieder vor der Schwierigkeit, Gewinne auf 
der einen Seite gegenüber Verlusten auf der anderen abwägen zu müssen. 
Dazu kommt noch, daß man die gesamte zukünftige Entwicklung zu den 
Kriegsfolgen rechnen müßte. Wenn man diese Schwierigkeiten überdenkt, 
muß man davor zurückschrecken, leichthin von den Kriegswirkungen 
zu sprechen, als ob deren Grenze und Wesen auch nur im entferntesten klar 
gestellt werden könnte. 
Man wird sich wohl im allgemeinen darauf beschränken müssen, die Zu 
stände vor dem Kriege in ihrer Wirkung auf den Reichtum zu beschreiben, 
ebenso die Veränderungen während des Krieges und die Veränderungen nach 
demselben. Darüber, wie der Krieg wirkt, haben wir nur sehr unzulängliche 
Anhaltspunkte, und es bedarf umfassender vergleichender Arbeiten und theo 
retisch-abstrakter Analysen, ehe wir einigermaßen haltbare wissenschaftliche 
Urteile darüber aussprechen können. 
Die Erkenntnis von der Unzulänglichkeit unserer Einsicht, von der noch 
größeren Beschränkung unserer Berechnungen sollte grundsätzlich alle wirt 
schaftswissenschaftlichen Arbeiten beherrschen. Viele Möglichkeiten 
und die Grenzen der Einsicht zu sehen, ist die Aufgabe 
des Gelehrten, einheitliches Tun, ohne Rücksicht auf alle 
diese Schranken, ist Aufgabe des Tätigen. Kräftiges und ziel 
bewußtes Handeln tritt so in einen Gegensatz zu vielerwägendem Denken. 
Es wäre aber völlig verfehlt, die Tätigen dadurch fördern zu wollen, 
daß man Einsicht und Einheitlichkeit dort vortäuscht, wo man selbst Schranken 
und Mannigfaltigkeit der Möglichkeit sieht. Die Wissenschaft fördert den 
Tätigen um so mehr, je deutlicher sie ihm zeigt, was er durchschauend und 
berechnend zu leisten vermag, welche Hilfsmittel zur Auswahl bereit liegen, 
und was nun über die Berechnung hinaus seinem Entschluß 
zu tun übrigbleibt. 
19) Vergl. R. Hoenigger, Der Dreißigjährige Krieg und die deutsche 
Kultur (Preuß. Jahrbücher Bd. 138, 1909), und Fritz Kaphahn, Die wirt 
schaftlichen Folgen des Dreißigjährigen Krieges für die Altmark. 1911. 
20) Otto Neurath, Kriegswirtschaftliche Eindrücke aus Galizien (Der 
österr. Volkswirt l./II. 1913).
	        

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Weltporto-Reform. Druck und Verlag von Liebheit & Thiesen, 1910.
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