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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

18Ö 
Geldeinkommen zu erhöhen, ohne letztlich die Realeinkommen wesentlich be 
einflussen zu können. Der Einfluß auf die Geldordnung ist eben immer 
nur am Rande möglich, während der Automatismus des Marktes sein Spiel 
treibt, unbekümmert um solche Geldeinkommenserhöhungen. Dies kam ja 
im ehernen Lohngesetz und verwandten Betrachtungen deutlich genug zum 
Ausdruck. 
Wir sehen aber, wie solche Eingriffe auf dem Wege der Ver 
waltungswirtschaft mit erheblichem Erfolg möglich sind. 
Die Preisstaffelung ist ein solcher Eingriff, der darauf beruht, den 
einheitlichen Markt zu zerlegen und die Kaufbreite des Geldes auf bestimmten 
Gebieten einzuschränken. Das Geld des reichen Mannes kann das Fleisch des. 
Armen nicht kaufen, welches weniger kostet. Dies setzt voraus, daß die freie 
Warenbewegung aufgehoben ist, daß die Ware vom Armen nicht zum Reichen 
wandert. Mit diesen und ähnlichen Bestimmungen, die sich auf die Zuweisung 
von Kohle an Industriebetriebe beziehen mögen, wobei etwa die weniger zah 
lungskräftige Industrie reichlicher und billiger Kohle erhalten kann, wenn dies 
def Verwaltungszentrale gut scheint, wird freilich eine ganze Reihe von Be 
griffen erschüttert. Der Begriff des Volksvermögens ebenso wie jener 
des Volkseinkommens gerät ins Schwanken, weil es keinen einheitlichen 
Preis für die einzelnen Dinge mehr gibt, weder für denselben Ort, noch für 
denselben Menschen. Ohne diese Gedankengänge weiter zu verfolgen, sei 
nun die Frage gestellt, wie sich dies alles innerhalb der Übergangswirtschaft 
geltend machen kann. 
Wenn die Übergangswirtschaft eine in erheblichem Ausmaße plan 
mäßige Verwaltungswirtschaft aufweisen wird, dürfte die Verteilung der Waren 
durch die Zentralstellen in erheblichem Maße beeinflußt werden ; sie werden 
wohl auch den Laderaum der Wasser- und Landtransportmittel vergeben. Da 
die Neigung bestehen dürfte, die Verpflegung der Bevölkerung durch monopol 
artige Gebilde zu sichern und vor allem vor zu starken Schwankungen zu 
sichützen, da weiters das Bestreben vorhanden sein dürfte, Vorräte aller Art 
sicherzustellen, über die fallweise verfügt werden kann, so liegt die Schaffung 
einer Groß Vorrats Wirtschaft nach Ansicht mancher nicht mehr ferne. 
Eine Großvorratswirtschaft dürfte sich aber nicht nur unter dem Gesichts 
punkte der Verteilung, sondern auch unter dem der Sparsamkeit empfehlen. 
Ein zentraler Vorrat kann wesentlich kleiner sein als die Summe zahlloser 
kleiner Vorräte der Einzelunternehmungen, deren Übermaß uns die Führung 
des Weltkrieges lange Zeit ermöglicht hat. Wir können wohl annehmen, daß 
die Neigung bestehen wird, Baumwolle, Getreide, Metalle aller Art und vieles 
andere, soweit diese Dinge nicht sofort verarbeitet werden, in zentralen Lagern 
zu vereinigen und im Namen des Staates oder großer Verbände zu verwalten. 
Diese Großvorräte würden nun in sehr verschiedener Weise Verwendung 
finden können. Einerseits würden sie dazu dienen, Ansprüche der Industrie, die 
sich aut gewisse Rohstoffe erstrecken, fallweise zu befriedigen, anderseits aber 
auch dazu, Lebensmittel bereitzustellen, die etwa die vermehrte Arbeiterschaft 
eines Industriebezirkes benötigen wird. Denn wenn auch nach einigen Jahren 
mit einem erhöhten Bodenertrag zu rechnen ist, so kann doch einige Jahre 
Mangel herrschen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß selbst nach Über 
windung dieses Mangels das Getreidemonopol eine zentrale Verteilung voraus 
setzt. Wenn eine Bank einer Industrie Kredit gewährte, müßte sie, damit dieser 
Kredit verwertbar ist, in vielen Fällen gleichzeitig die Zuweisung von Roh 
stoffen, Lebensmitteln und derlei mehr seitens der Zentralen durchsetzen. Die 
Geldbewilligung fiele daher mit der Anweisung von be 
stimmten Warengattungen zusammen. Geld würde den Indu 
striellen vielfach ebensowenig nützen, wie in einem System von Lebensmittel 
karten einem Geld nützt, wenn man keine Karten hat. 
In ähnlicher Weise würden die Großvorräte auch auf dem internationalen 
Markte sich geltend machen. Durch einige Zeit nach dem Kriege wird sicherlich, 
vielleicht aber auch noch späterhin mit Ausfuhr- und Einfuhrverboten hantiert 
werden, Kompensationsabmachungen werden in Kraft sein ; Baumwolle, Kupfer, 
Kalisalze, Farbstoffe, Getreide und manches andere wird einen beliebten Gegen-
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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