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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

222 
Ordnung, welche Einrichtungen, welche Maßnahmen bedingen, daß unter ge 
gebenen Umweltverhältnissen (Wald, Feld, Sumpf, Wiese, Bodenschätze, 
Wasserläufe usw.) jedes Volk eine bestimmte Lebenslage aufweist, die 
sich aus Wohnung, Nahrung, Kleidung, Bildung, Luxus, Arbeit und Mühsal usw. 
aufbaut ? 
Die Entwicklung des technischen Denkens erfolgte nicht auf allen Ge 
bieten gleichzeitig, so hat die Maschinentechnik lange inselhaft bestanden; 
maschinentechnische Probleme w'urden zu allen Zeiten erörtert, aber entschei 
dende Bedeutung für unser Dasein haben sie vor allem um die Wende des 
18. und 19. Jahrhunderts gewonnen, als die moderne Fabriksentwicklung ein 
setzte. Die Inselhaftigkeit der maschinentechnischen Betrachtung leuchtet uns 
aus der zeitgenössischen Literatur deutlich entgegen; der Engländer Babbage, 
welcher eine gewaltige Rechenmaschine baute, suchte sich zunächst über den 
Bau von Maschinen überhaupt möglichst vollständig zu unterrichten und unter 
nahm zu diesem Zweck Reisen, auf denen er zahlreiche Fabriken besichtigte, 
um sich deren Maschinen bis in alle Einzelheiten erklären zu lassen. Die 
Ergebnisse dieser Reisen legte er in einem Werke über das Fabriksystem nieder, 
welches durch die Fülle feiner Beobachtungen überrascht. Mit Nachdruck 
werden insbesondere Unscheinbare Änderungen an einer Schraube, an einem 
Hebel hervorgehoben, welche die Leistung der Maschine wesentlich steigern. 
Obgleich sich aber der Verfasser nicht eng an die technische Fragestellung 
hält und sogar volkswirtschaftliche Fragen erörtert, so sucht man dennocli 
eins in diesem Buche vergeblich : eine Würdigung der Handgriffe des 
Arbeiters. 
Und doch wissen wir heute auf Grund der Forschungen Taylors und 
vieler anderer, daß es für die Leistung einer Maschine von größter Bedeutung 
ist, welche Bewegungen der Arbeiter ausführt, um sie zu bedienen. Es ist 
für die Zeit Babbages charakteristisch und psychologisch bemerkenswert, daß 
ein Gelehrter, welcher in tausenden Fällen die technische Bedeutsamkeit einer 
Schraube, eines Hebels sofort erfaßt, die technische Bedeutsamkeit jenes Be 
standteiles der Maschine, welchen in gewissem Sinne der Arbeiter verkörpert, 
glatt übersah. Es hat mehrere Jahrzehnte gedauert, bis neben die Maschinen 
technik die Arbeitstechnik trat. Als man ihr Aufmerksamkeit schenkte, 
zeigte es sich, daß die meisten Handgriffe des Alltags unzweckmäßig ausge 
führt werden, daß man zum Beispiel seit Tausenden von Jahren die Ziegel 
falsch legte. 
Sobald einmal die Maschinentechnik aus ihrer Isoliertheit befreit war, 
sobald man daran ging, den technischen Gedanken weiter auszudehnen, lag 
es nahe, die Beziehungen zwischen den einzelnen Maschinen, das Zusammen 
wirken der Arbeiter innerhalb einer ganzen Fabrik systematisch zu unter 
suchen und neben der Arbeitstechnik die Betriebstechnik zu behandeln. 
Es galt festzustellen, welche Wege ein Werkstück innerhalb einer Fabrik zu 
rücklegt, es galt zu wissen, wie die chemischen Eigenschaften des Düngers 
bestimmte Gestaltung der Düngergruben und vieles andere voraussetzten, wie 
die Prämien der Arbeiter festgesetzt werden müssen, um bestimmte Ergebnisse 
zu erzielen. Die gesamte Buchhaltung war im iwesentlichen traditioneller Art 
gewesen, nun war eine durchwegs zielbewußte Betriebsbuchhaltung zu kon 
struieren, kurzum der Betrieb mit all seinen Maschinen, Geräten, Menschen usw. 
wie eine einzige große Maschine zu behandeln, innerhalb deren seelische Hebel 
ebenso wie mechanische auftreten! 
Warum sollen wir aber an den Grenzen eines industriellen oder land 
wirtschaftlichen Betriebes Halt machen? Verhalten sich nicht die Teile eines 
solchen Betriebes oft ähnlich, wie selbständige Betriebe zueinander? Ist es 
nicht eine bloße Rechtsfrage, ob Bergwerk und Hütte zusammen einen Be 
trieb bilden oder zwei Unternehmern gehören? Kann man nicht die Leitung 
einer Gruppe von landwirtschaftlichen und industriellen Betrieben ebenso stei 
gern, wie die Leistung eines Einzelbetriebes? Kann man nicht eine Volks 
wirtschaft, ja die ganze Weltwirtschaft wie einen Riesenbetrieb ansehen und 
so nicht nur in übertragenem Sinne von einer „Gesellschaftstechnik“ sprechen? 
Stufenweise sind wir so von der Maschinentechnik über die A r b e i t s -
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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