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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

10 
meist rücksichtslos geführt, Felder und Produktionsstätten wurden zerstört und 
dadurch die produktiven Kräfte ganzer Länder auf lange hinaus geschädigt. 
Man sah im Gegner fast nur den Konkurrenten, dem man möglichst viel wegnimmt, 
den man möglichst zu schädigen sucht; nur selten behandelte man ihn als zu 
künftigen Untertanen. 
Da der Handel selbst in der späten Antike nicht so stark wie heute ent 
wickelt war, störte der Krie^ auch den Marktverkehr nicht allzusehr. Nur 
die Behinderung der Lebensmittelzufuhr hatte oft große Kalamitäten im Gefolge. 
Auch das Fehlen unseres weitverzweigten Kreditapparates bewirkte, daß die Er 
schütterungen der Wirtschaft weniger fühlbar waren. Dafür waren die direkten 
Folgen um so furchtbarer, denen des Dreißigjährigen Krieges etwa vergleichbar. 
Die Übersichtlichkeit aller Verhältnisse trug dazu bei, allen die Vor- und 
Nachteile eines Krieges klarer, als dies bei uns möglich ist, vor Augen zu führen. 
Ein Krieg gegen einen Handelsstaat konnte daher, z. B. in Rom, leicht populär 
sein. Der Kaufmann erwartete die Beseitigung einer mächtigen Konkurrenz und 
die Eröffnung neuer Absatzgebiete, für den Großgrundbesitzer stand eine Gebiets 
erweiterung bevor, der kleine und mittlere Bauer erwartete für seine Söhne neue 
Hufen, die ärmere, besitzlose Bevölkerung erhoffte entweder Verteilung von 
Grund bnd Boden oder aber von Lebensmitteln. Auch war es üblich, daß 
die siegreichen Feldherrn Spenden verteilten und Spiele veranstalten ließen. 
Die Geldleute fanden ebenfalls in den eroberten Gebieten neue Einnahmequellen, 
waren doch die Provinzen vielfach genötigt, die an den Staat zu zahlenden Gelder 
gegen hohe Zinsen zu entlehnen. Auch die Pachtung der Steuern brachte viel ein. 
Die gleiche Anschauung vom Kriege, wie das Altertum, hatte auch das 
Mittelalter und die beginnende Neuzeit. Dem Sieger erschien er als 
ein Segenbringer, dem Besiegten als eine der großen Geißeln. Wechselndes 
Kriegsglück konnte viele Länder verwüsten. Die zentralistisch geordnete 
Wirtschaft kleinerer oder größerer Körper ließ es dem Bürger zum Bewußtsein 
kommen, was mit den einzelnen Einrichtungen des Staates bezweckt war, die 
Heeresordnung hatte eine ähnliche Bedeutung wie die Marktordnung, alles war 
mehr oder weniger staatlicher Regelung unterworfen. Die einen billigten 
den Kriegserwerb, die anderen bekämpften ihn; daß aber ein Gewinn durch den 
Krieg erzielt werden könne, wurde wohl nur selten geleugnet. Besonders die 
Kolonialkriege des XVII. Jahrhunderts brachten große Vorteile. Die Kriegs 
einnahmen werden denn auch von den zeitgenössischen Autoren ausführlidi 
behandelt.22) Dabei kann man immer wieder auf Ausführungen stoßen, die sich 
an die alten Autoren anlehnen, insbesondere die Erörterungen über die Beute 
sind im wesentlichen antiken Ursprungs.^s) 
Der Krieg erschien als ein Mittel, Kolonien zu erwerben und sie unter 
Ausschluß aller Konkurrenten allein auszubeuten. Als die Absperrungsmaßregeln, 
welche die Völker gegeneinander handhabten, allmählich die Entfaltung des 
Handels mehr zu schädigen als zu fördern drohten, entstand eine Bewegung 
für den Freihandel. Den Theoretikern dieser Richtung mußte der Krieg 
überflüssig erscheinen, da ja bei voller Durchführung des Freihandelsprinzips 
die Landesgrenzen für den Wirtschaftsverkehr belanglos sein mußten. Nach 
ihrer Theorie konnten Kriege daher nur die Wirtschaft stören, nicht aber sie 
fördern. Insbesondere die Folgen der hohen Zölle, die England und Frankreich 
gegeneinander anwendeten — erst gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts machte 
ein Handelsvertrag dieser Politik ein Ende —, ließen viele die Freihandels 
lehre plausibel erscheinen. England konnte vom Freihandel Vorteile erwarten, 
nachdem ihm die merkantilistische Politik einen erheblichen Vorsprung gesichert 
hafte. Wenn auch die Vertreter dieser Lehre dies nicht gerade so klar vor Augen 
hatten, so haben doch ihre Erfahrungen auf dem Gebiete der Handelspraxis sie 
zu diesem Resultat geführt. Die Kriege, welche Absatz- und Produktionsgebiete 
22) Vgl. z. B. C. Klocki, Tractatus jurídico-, politico-, polemico-histori- 
cus de a erario. Nürnberg 1651. L. II, c. 87 und sonst. 
23) Vgl. insbesondere die völkerrechtliche, respektive naturrechtliche Literatur, 
so H. Grotius, De jure belli ac pacis, insbesondere L. III, c. 6.
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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