Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

neuer Tätigkeit anzuregen.^^) Aber damit ist nicht gleichzeitig die andere, 
gleichfalls nicht selten auftretende Tatsache erklärt, daß schon während des 
Krieges ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung zu beobachten ist.35) Manche 
wollen die heilsamen Wirkungen des Krieges darauf zurückführen, daß er alles 
Unbrauchbare ausscheide und nur das Tüchtige und Konkurrenzfähige in Han 
del und Industrie bestehen lasse. Aber die Erklärung ist wohl in anderen 
Umständen zu suchen, und zwar in einer Erscheinung, die unsere Wirtschaft 
in allen ihren Teilen wesentlich charakterisiert. Wir sind infolge un 
serer Einrichtungen, insbesondere jener des Geld-, Kredit- und Marktwesens, 
genötigt, unsere produktiven Kräfte mehr oder weniger zurückzudrängen. Kar 
telle bewirken absichtlich, daß nicht so viel produziert wird, als von der Be 
völkerung konsumiert werden könnte. Selbst die Staaten sind bemüht, eine aus 
reichende Sättigung mit allen Gütern künstlich zu verhindern, sei es durch 
Schutzzölle, sei es durch Vernichtung schon produzierter Güter. .Anderseits 
könnte dies Verfahren jedoch nicht ohne weiteres eingestellt werden, da die 
unbehinderte Produktion sehr oft den wirtschaftlichen Untergang der produ 
zierenden Unternehmungen mit sich brächte. Da wir so absichtlich vor 
handene Menschen und Kräfte nicht voll aus nützen, wohl gar vergeuden, 
besitzen wir auch jederzeit ausreichende Reservoire. Treten 
nun Störungen bestimmter Art, wie z. B. im Kriegsfall, ein, so können nicht 
selten die stauenden Wehren beseitigt werden und die produktiven Kräfte werden 
frei. Es kann dabei ein Wohlstand erzeugt werden, der jenen während des 
letzten Friedens weit übertrifft. Dies hängt damit zusammen, daß für viele 
Kreise der Bevölkerung eine Zeit der Produktions entwicklung mehr Vorteil 
bringt als eine solche einer stagnierenden, wenn auch viel stärker entfalteten, 
Produktion. Dies sind z|um Teil die Gründe, weshalb das wirtschaftliche 
Risiko eines Krieges bei unserer humanen Kriegführung verhältnismäßig gering 
ist. Der wirtschaftliche Untergang infolge eines unglück 
lich geführten Krieges ist schwer möglich, wenn nient der 
Sieger ein anderes Verfahren anwendet, als in den letzten 
Kriegen üblich war. Wären hingegen bereits in Friedens 
zeiten alle unsere Kräfte und Mittel in Bewegung gesetzt, 
so könnte der Krieg weit größere Verwüstungen anrichten. 
Wenn auch dann die Wunden bald wieder heilen könnten, so 
würde doch nur in ganz seltenen Fällen, und zwar bei di 
rekter Okkupation fremden Eigentums, der Krieg große 
wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, nie aber würde 
dann während des Krieges ein Aufschwung möglich sein, 
auch würde der Sieger in dem Fall viel öfter schwer ge 
schädigt werden. Jede Reform unseres Wirtschaftslebens, 
die eine volle Entfaltung aller Kräfte und Fähigkeiten er 
möglicht, wäre daher im Interesse des Weltfriedens; ganz 
abgesehen von dem Jammer, den der Krieg verbreitet, 
würden dann die stark verringerten Realeinkommen eine 
mächtige und dringende Sprache reden. 
Nur wenn in unserer Wirtschaft überall das Produktivitätsprinzip und 
nicht das Rentabilitätsprinzip herrschend wäre, könnte man durch Zusammen 
fassung aller produktiven Kräfte, die der Krieg absorbiert, den von ihm ver 
ursachten Schaden berechnen. Es geht aber nicht an, bei den sonstigen Be 
trachtungen den Geldgewinn in den Vordergrund zu rücken, bei Betrachtungen 
über Heeresausgaben aber plötzlich von den gebundenen Arbeitskräften zu 
sprechen. Man übersieht dann gerne, daß wir ja fortwährend Arbeitslose auf 
den Märkten haben und daß Auswanderung großer Massen manchen Denkern, 
wie z. B. M51I, geradezu als eine Erlösung erschien. Die Verwendung von 
3^) Vgl. z. B. A. Wagner, Das Reichsfinanzwesen. Jahrb. f. Gesetzgeb., 
Verw. und Rechtspfl. d. D. Reiches. 1874, III, S. 64. 
33) C. V. Hock, Die Finanzen und die Finanzgeschichte der Vereinigten 
Staaten von Amerika. Stuttgart 1876, S. 470. Tooke, a. a. O. I, S. 55 f.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

Which word does not fit into the series: car green bus train:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.