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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

16 
Zeiten oft den Ausschlag geben, zurück. Die Fragen der Rentabilität 
müssen vor denen der Produktivität weichen. Dies gilt auch bereits 
in Friedenszeiten bei Beschaffung der für den Krieg nötigen Hilfsmittel. Im 
Interesse der militärischen Schlagkraft werden Bahnen gebaut, Kabel gelegt, die 
der Handel dringend bedarf, deren Bau man aber vielleicht unterließ, weil er 
unrentabel gewesen wäre.^s) Ein großer Krieg könnte vielleicht 
jene Reformen in unserem Wirtschaftsleben zur Folge 
haben, welche eine ungehinderte Produktion un^ Konsum 
tion ermöglichen. 
Der Beginn des Krieges ist fast ausnahmslos mit ernsten wirtschaft 
lichen Störungen verbunden. Allgemeine Erschütterung des Kredits ist eine 
Haupterscheinung. Jedermann sucht sich Geld zu beschaffen, und zwar in 
erster Reihe durch Kündigung von Krediten. Alle in den Krieg ziehenden 
Männer wollen einen Vorrat von Metallgeld mitnehmen, um im Feindesland 
nicht völlig von der Armeeverpflegung abhängig zu sein. Neuanschaffungen 
von Kleidungsstücken und Bedarfsartikeln aller Art verursachen erhebliche Aus 
gaben. Die Erschütterung des Vertrauens bewirkt, daß Wechsel, Schecks usw. 
nur ungern in Zahlung genommen werden. Runs auf Sparkassen und Banken 
sind in der ersten Zeit des Krieges, häufig sogar schon vorher, nichts Seltenes. 
Als England 1792 Frankreich den Krieg erklärte, fanden im darauffolgenden 
Jahre 18^00 Bankerotte statt, während dieselben in normalen Zeiten durchschnittlidi 
600 pro Jahr betrugen.^^) 
Zu den Produktionszweigen, welche mit einem vermehrten Absatz bei 
meist auch erhöhten Preisen rechnen können, gehören alle Unternehmungen, 
welche Kleidungsstücke herstellen, sowie die dazu erforderlichen Materialien. 
Es findet ein Mehrbedarf an zahlreichen Textilartikeln statt, an Tuch, Leinen, 
Decken usw.^^) Das Leder- und Häutegeschäft kann mit einer Produktions 
erweiterung rechnen. Fabriken, die Fahrräder, Waggons, Automobile, Luft 
schiffe erzeugen, werden stark in Anspruch genommen, ebenso Kohlen- und 
Eisengruben und fast alle Zweige der Metallindustrie. Die Holzindustrie wird 
im allgemeinen ihre Produktion ausdehnen können. Auch die Erzeugung aller 
für den Kriegsfall nötigen Heilmittel und Bedarfsartikel für die Krankenpflege 
muß noch erwähnt werden. Manche Zweige dieser Industrien gehen freilich 
zurück, so insbesondere jene, welche Luxusartikel erzeugen, es sei denn, daß 
der Export derselben aus irgendeinem Grunde wächst, oder der normalerweise 
große Import zurückgeht. Export und Import können empfindliche Störungen 
erleiden, abgesehen von der infolge der Truppentransporte notwendig werdenden 
Absperrung von Eisenbahnlinien für den Waren transport. Zuweilen kann es 
auch zu einem forcierten Export kommen, weil die Unternehmer vorhandene 
Vorräte um jeden Preis los werden oder die Produktion nicht einstellen wollen. 
Selbstverständlich finden alle ihren Vorteil, wenn der Krieg, wie wir oben aus 
Georges Schilderung entnahmen, auch den normalen Konsum belebt. 
Bei Industrieprodukten kann es zu erheblichen Preiserhöhungen kommen, 
die bei Lebensmitteln unter Umständen noch viel weiter gehen, namentlich da 
die Zufuhr abgeschnitten werden kann oder dies wenigstens zu befürchten ist. 
Wenn auch die Nachfrage nach Getreide ungefähr unverändert bleibt, so ist 
das Inlandsangebot wohl im allgemeinen verringert. Doch darf man nie ver 
gessen, daß selbst dort, wo die Gesetze die nötigen Handhaben nicht gewähren, 
die Regierungen kaum davor zurückschrecken werden, im Interesse der Kon 
sumenten jede Art von Brotwucher zu unterdrücken. Die Regierung kann z. B. 
Preistaxen festsetzen, wie solche in Österreich durch die Gewerbeordnung 
38) K. H elf f rieh. Das Geld im Russisch-Japanischen Kriege. Berlin 
1906, S. 5, über den Krimkrieg und den Eisenbahnbau. Vgl. Das neue deutsch 
afrikanische Kabel. 
39) Vgl. V o c k e, Geschichte der Steuern des britischen Reiches. Leipzig 
1866, S. 72. 
*0) Vgl. V ö 1 c k e r, Die deutsche Volkswirtschaft im Kriegsfall. Leipzig 
1909, S. 55 ff.
	        

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Unternehmertum Und Wirtschaftslähmung. Brückenverlag, 1932.
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