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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

26 
ihn vor Unfällen zu bewahren, hält ihn z. B. von Kriegen zurück, die ihm ver 
derblich werden könnten. Dies wird zum Teil dadurch erreicht, daß man damit 
droht, in Hinkunft Anleihen nicht mehr zuzulassen. Es können dann im weiteren 
Verlaufe besondere Bedingungen gestellt werden, nach deren Erfüllung erst die 
Notierung an der Börse gestattet wird. Trägt so die Fürsoige für den ver 
schuldeten Staat vielfach dazu bei, den Frieden zu erhalten, so kann das Anleihe 
weisen auch den Krieg fördern, indem armen Staaten Anleihen unter günstigen 
Bedingungen vermittelt werden. Die Anleihen ersetzen dann in einem erheb 
lichen Ausmaß die früher üblichen Kriegssubsidien, wie sie z. B. England be 
sonders häufig auszuzahlen pflegte. Die Anleihen verbinden die Staaten unter 
einander und bewirken in vielen Fällen eine Art wechselseitiger Kriegsver 
sicherung. Die jeweils kriegfreien Staaten helfen den Krieg führen. Die Ver 
bindungen, welche infolge des Weltmarktes möglich sind, können auch oft 
anderer, sonderbarer Art sein. So floß z. B. während des Russisch-Japanischen 
Krieges Geld von Japan nach Amerika. Von dort ging es nach Frankreich, 
da Zahlungen für die Ablösung des Panamakanals zu leisten waren, ln Frank 
reich kam das Geld gerade rechtzeitig an, um dem russischen Staat bei der 
Anleihenaufnahme zuzufließen, so daß Rußland zum Teil mit japanischem Gelde 
Japan bekriegte.’^) 
Innere Anleihen wird man besonders dann bevorzugen, wenn die Gelder 
für Zahlungen an Inländer benötigt werden. So hat sich denn auch teilweise 
die Praxis herausgebildet, Inlandsanleihen vorzugsweise für Inlandszahlungen, 
Ausländsanleihen für Auslandszahlungen aufzunehmen. Werden die Gelder im 
Inlande ausgegeben, so hat sich der Geldmarkt gegen früher nur wenig ver 
ändert, und der Staat kann möglicherweise kurz darauf eine neue Anleihe auf 
nehmen, die ihm dieselben Gelder nochmals zuführt. Das Geld wird in Zir 
kulation versetzt, und es wird nun zum Teil von der Umlaufsgeschwindigkeit 
abhängen, wie hoch die Gesamtsumme ist, die der Staat in einem Jahre an 
Anleihen aufnehmen kann. Wenn diese Möglichkeit auch schon seit langem 
bekannt ist so finden sich doch gelegentlich Äußerungen, die darauf schließen 
lassen, daß manche Schriftsteller den Bedarf an Geld in der Weise berechnen, 
daß sie die Anleihesummen z. B. einfach addieren. 
Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Verwendung von Anleihen häufig die 
Unternehmungslust belebt und die Zirkulation der Güter beschleunigt. Der 
Staat kann Aufträge in großem Stile verteilen, die Arbeiter werden beschäftigt, 
die Steuerkraft wird dadurch erhöht. Namentlich in England hat man diese 
günstigen Wirkungen bemerkt, was bei vielen Autoren zu einer Überschätzung 
der Anleihen führte. Aber selbst wenn man von diesen günstigen Wirkungen 
der Anleihen absieht, können sie oft einen Staat weit geringer belasten als 
eine Steuer, welche den gleichen Ertrag bringen sollte. Wenn auch die Zinsen 
zahlung und Amortisation schwere Lasten auferlegt, können sie, auf Jahre ver 
teilt, noch immer leichter zu tragen sein als Steuern in Kriegszeiten. 
Zu inneren Anleihen muß der Staat im allgemeinen auch dann greifen, 
wenn das Ausland kein Vertrauen in den Kriegserfolg hat. Besonders schwierig 
ist die Begebung von Anleihen, wenn der Untergang eines Staatswesens oder 
eine Revolution zu erwarten ist, da man nicht wissen kann, wie sich der neue 
Staat den alten Schulden gegenüber verhalten werde.^^) Die Aufnahme der 
70) Vgl. K. H elf f rieh, a. a. O. S. 170, 218. 
71) Vgl. z. B. Struensee, a. a. O. I, S. 190. 
7-) Dies scheint z. B. R e n a u 1 d zu tun, wenn er es für finanziell un 
möglich erklärt, einen Jahresbedarf von 22 Milliarden für mehr als 10 Millionen 
Krieger in Deutschland zu beschaffen. Rieß er (a. a. O., S. 9) hat voll 
kommen recht, wenn er auf die realen Schwierigkeiten bei der Verpflegung usw. 
besonderes Gewicht legt, doch scheint er auch das finanzielle Argument gelten 
zu lassen. Dies könnte erst dann schlagend sein, wenn man zeigen könnte, 
daß die einzelnen Anleihen, die nacheinander aufgenommen werden müßten, 
nicht zustande kommen könnten. 
73) C. V. Hock, a. a. O. S. 466, betreffs der Südstaaten, S. 498, siehe auch 
S. 518.
	        

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Die Freiwilligen Sozialen Fürsorge- U. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel U. Industrie Im Deutschen Reiche. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, 1913.
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