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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

33 
zu haltenden Fragen zur öffentlichen Diskussion gelangen.^») Der gegenwärtige 
Zustand ist nur ungenügend gesetzlich geregelt. Es ist fraglich, ob in absehbarer 
Zeit überhaupt eine Regelung möglich ist, etwa in der Weise, daß bestimmten Aus 
schüssen auf Grund gesetzlicher Bestimmungen Einblick in Aktenstücke gewährt 
wird, die die äußere Politik betreffen. HeuteherrschteingewissesMiß- 
trauen gegen die Diplomatie und die von ihr verwendeten 
Dokumente. 
Die Zahlungsmittelpolitik bei Kriegsausbruch kann verschieden sein. Der 
Staat kann z. B. den Versuch machen, jede Störung des Zahlungswesens dadurch 
zu verhindern, daß er die Forderung nach Gold- und Silbergeld befriedigt. Be 
sonders ein Staatskriegsschatz oder ein entsprechender Bargeldüberschuß der 
Notenbank kann in solchen Fällen überaus wirksam benutzt werden. Sei es, 
daß er teilweise direkt verausgabt wird, sei es, daß er als Bardeckung für die 
Notenemission verwendet wird. Der Finanzminister kann in solchen .Augenblicken 
die Erklärung abgeben, daß den Sparkassen und Depositenbanken, die einem Run 
ausgesetzt sind, Gold zur Verfügung gestellt werde. Es kann mitunter ganz 
zweckmäßig sein, so einiges Gold oder Silber abströmen zu lassen, das dann 
entweder versteckt wird oder ins Ausland geht. Sollte das Versprechen der 
dauernden Goldabgabe aber nicht das Resultat haben, daß sie unnötig wird, so 
wäre es oft recht bedenklich, wenn dies Versprechen gehalten würde.loo) Auslands 
zahlungen würde man dagegen möglichst lange in Edelmetall leisten, um den 
Auslandskredit nicht zu erschüttern, wie denn auch bei sogenannten Staats 
bankerotten vielfach die auswärtigen Gläubiger weiterhin in Gold, die inlänr 
dischen in Papiergeld bezahlt werden. Merkt dagegen eine Notenbank, daß sie 
die Barzahlungen nicht werde aufrecht erhalten können, so tut sie wohl am 
klügsten, die Zahlungen sofort einzustellen. Es wird der Österreichischen 
Nationalbank vorgeworfen, daß sie sich im Jahre 1848 alles Silber absaugen ließ. 
Österreich mußte das Silber dann für Kriegszwecke teuer zurückkaufen.Wenn 
die Beruhigung des Verkehrs durch Abgabe einer mäßigen Menge von Wäh 
rungsmünzen 102) nicht zu erreichen ist, kann der Staat nicht selten mit Erfolg 
den Inlandverkehr mit Hilfe von uneinlöslichem Zettel- los) und Girogeld 
aufrecht erhalten. Es würde so eine vollständige Trennung des Inland- 
geldes vom Welt geld erfolgen, die von vielen Theoretikern und Praktikern 
seit langem erörtert wird.i®^) Die Anhänger dieser Richtung sind gewöhnlich 
auch Vertreter der bewußten Regulierung der Wechselkurse. 
Ehe man aber zu diesem äußersten Mittel schreitet, kann zunächst der 
Versuch gemacht werden, die Goldabgabe in den Fällen einzuschränken, wo sie 
nicht unbedingt erforderlich ist. So hatte z. B. die Russische Reichsbank vor 
dem Ausbruch des Russisch-Japanischen Krieges den Auftrag erhalten, möglichst 
Gold und nur auf Verlangen Papier abzugeben, da man die Bevölkerung an 
den Goldumlauf gewöhnen wollte. Als der Krieg ausbrach, wurde dagegen die 
Bank angewiesen, grundsätzlich in Papier zu zahlen und nur auf Verlangen Gold 
abzugeben. Auch wurden nun, im Gegensatz zu früher, Noten in kleinerer 
09) Vgl. Bismarcks Reden. Edit. Reclam, II, S. 176 f. Abgeordneten 
haus. 21. Januar 1864. 
100) o. Neurath, Uneinlösliches Girogeld im Kriegsfälle. Jahrb. f. 
Gesetzgeb., Verwalt, u. Volkswirtsch. i. D. Reiche. XXXIII, S. 979. 
101) K Kram aï-. Das Papiergeld in Österreich seit 1848. Leipzig 1886, S. 7. 
102) Auch Kurantgeld kann eventuell die Bevölkerung beruhigen, in Öster 
reich also die Silbergulden, oder sogar bestimmtes Scheidegeld, in Österreich 
vor allem die in manchen Kreisen sehr beliebten Fünfkronenstücke. 
103) Sollte die Banknote noch nicht Kurantgeld sein, so wird sie im Kriegs 
fälle gewöhnlich dazu gemacht. 
104) Vgl. J. Steuart, a. a. O. IV, S. 78. „Coin we have called the 
money of the world, as notes may be called the money of the society. The 
first then must be procured when we pay a balance to foreigners; the last is 
full as good when we pay among ourselves.“ Vieles über die Geldreform 
findet sich auch bei Law.
	        

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Employment Psychology. MacMillan, 1924.
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