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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

78 
der Lieferant annimmt. Die Zirkulation der Bons wird daher erschwert sein, 
und wer nicht unbedingt muß, wird die Bons aufzuheben trachten. 100000 'Fran 
ken Requisitionsbons werden daher auf dem Markte nicht dieselbe Wirkung aus 
üben, wie 100 000 Franken-Noten. Wenn die Requisitionsbons innerhalb einer 
Bevölkerung ausgegeben werden, die überhaupt zuwarten kann, kommen die 
Bons überhaupt nicht in die Zirkulation. Sie sind Schatzscheinen vergleichbar, 
die der Staat zwangsweise der Bevölkerung aufgedrängt hat, um dafür Naturalien 
zu erhalten. Nur wenn der Requisitionsbon gesetzlich anerkanntes Zahlungs 
mittel wird, unterscheidet er sich kaum mehr von der Note. Dies geschah 
z. B. während des nord amerikanischen Sezessionskrieges. Der Requisitions 
bon ist dann eigentlich eine von den Militärbehörden aus 
gegebene Note, die gelegentlich von Requisitionen ausgegeben wird. Wir 
sehen, daß es von dem Bargeldbedarf der Bevölkerung abhängt, wie die Emis 
sion von Requisitionsbons wirkt. Sind die Leute genötigt, die Bons unter dem 
Nominale als Zahlungsmittel zu veräußern, so bedeutet das für sie eine schwere 
Schädigung. Den Gewinn haben dann die letzten Inhaber der Requisitionsbons, 
denen dieselben nach Schluß des Krieges zum Nominale eingelöst werden, wenn 
nicht ein Staatsbankerott dies etwa verhindern sollte. Nun könnte man darauf 
hinweisen, daß zwar durch die Emission von Requisitionsbons die Menge der 
Zahlungsmittel, falls sie in der ersten Hand verbleiben, nicht augenblicklich ver 
mehrt würde, wohl aber nach dem Kriege, wenin die Einlösung einsetzt. Da 
gegen ist zu bemerken, daß nach Abschluß des Krieges im allgemeinen eine 
Periode aufsteigender Produktion beginnt. Die gesteigerte Geldmenge trifft 
mit einer wachsenden Produktenmenge zusammen. Außerdem hat es die Re 
gierung in der Hand, die Einlösung sukzessive vorzunehmen, etwa den Ausgabe 
monaten der Requisitionsbons entsprechend. Ich will mich mit diesen An 
regungen begnügen, ohne zu einem endgültigen Urteil über die Verwendbarkeit 
der Bons in großem Maßstabe zu kommen. 
Zum Schluß will ich noch darauf hinweisen, daß die Schaffung von Zeichen 
geld nicht auf die Emission von Noten aus Papier oder Metall beschränkt ist. 
Es kann auch girales Geld im Kriegsfall geschaffen werden, indem sich der 
Staat Konten, z. B. bei der Notenbank, eröffnen läßt, ohne eine Gegen 
leistung dafür zu gewähren. Diese Schaffung von Girogeld ist der 
von Noten durchaus verwandt. Wir können uns denken, daß der Staat Giro 
zahlungen auf Grund dieser Konten leistet und sich so Güter beschafft. Es 
kann dies Girogeld dauernd als Girogeld in der Zirkulation bleiben, wenn z. B. 
durch ein Gesetz verfügt wird, daß eine Abhebung der Konten in Papier oder 
Metall unzulässig ist. Wir hätten dann uneinlösliches Girogeld vor 
uns, das den Uneinlöslichen Noten entspricht, die uns allen vertraut sind. Über 
die Bedeutung des uneinlöslichen Girogeldes im Kriegsfall werde ich im Zu 
sammenhang mit anderen Problemen noch weiter unten näheres ausführen. 
7. Beschaffung von Weltgeld. 
1. Allgemeines. 
In der bisherigen Darstellung wurde das im Inlande auf Grund der Staats 
intervention zirkulierende Zeichengeld scharf vom Weltgelde geschieden. Wenn 
wir von Weltzahlungsmitteln im allgemeinen sprechen, so meinen wir damit 
heute nicht nur Gold und Goldmünzen, sondern auch Anweisungen auf Gold, z. B. 
Golddevisen, oder Schecks auf Länder lautend, welche jederzeit Noten in Gold 
einlösen. Bin ich im Besitz einer englischen Devise, so kann ich für dieselbe 
vom Verpflichteten am Fälligkeitstage englische Noten bekommen, für die mir 
die Bank von England wieder jederzeit Goldmünzen auszahlt. In ähnlicher 
Weise ist z. B. auch die deutsche Devise eine Golddevise, während z. B. eine 
auf Wien lautende Devise, welche ein Kaufmann in Berlin kauft, ihm nicht die 
Sicherheit gibt, dafür Goldmünzen zu erhalten, wohl aber kann er, wie wir 
sehen werden, für dieselbe englische oder deutsche Devisen oder Schecks er 
halten, also auf einem Umwege doch wieder Gold. Die österreichisch-ungarische 
Bank kann solche Schecks abgeben, weil sie im Auslande Goldguthaben besitzt.
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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