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Die Arbeiterfrage

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeiterfrage

Monograph

Identifikator:
891224181
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-65049
Document type:
Monograph
Author:
Levenstein, Adolf http://d-nb.info/gnd/116961155
Title:
Die Arbeiterfrage
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag Ernst Reinhardt
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (406 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Der Unterordnungstrieb. 
55 
ohne weiteres der Familie, so ordnet sich auch der Erwachsene in patriar- 
chalischen Verhältnissen der Familie oder der Sippe unter. So fügt sich 
der Offizier den Anschauungen seiner Berufsklasse, und so respektiert 
jeder die Anschauungen seines Stammes oder seines Volkes, seine Sitten, 
sein Recht und seine religiösen Einrichtungen. Man kann nicht etwa 
sagen, diese Unterordnung rühre her von dem Wert, den man diesen 
Gebilden zuschreibt. Gewiß erblickt in allen naiven Verhältnissen der 
Einzelne in seiner Nation oder Familie oder Berufsklasse den Inbegriff 
der Vollkommenheit und findet sein Lebensideal in ihnen verwirklicht. 
Aber jedes Bewerten segt bereits einen Wertmaßstab voraus; und dieser 
wird ursprünglich von der umgebenden Gruppe entnommen; in dieser 
Übernahme aber bekundet sich bereits die innere Anerkennung, die 
Autorität der Gruppe; sodaß wir uns mit dieser Erklärung im Kreise 
drehen würden. Es gibt freilich Fälle, in denen eine Gruppe von Er- 
wachsenen durch freie Wahl aufgesucht wird (z. B. eine Berufsgruppe). 
Aber im ganzen ist dieser Fall doch eine Ausnahme und jedenfalls nicht 
der ursprüngliche Typus. Ursprünglich wächst vielmehr der Mensch in 
die. Lebensgemeinschaft nach Art der Familie oder der Nation hinein. 
Hier wählt er nicht auf Grund spontaner Bewertung und persönlicher 
Wertmaßstäbe, sondern die Maßstäbe für das Bewerten übernimmt er 
erst von der Gruppe im Zusammenhang eben des Verhaltens, in dem 
er sich der Gruppe unterordnet. Die Unterordnung unter die eigene 
Gruppe erscheint zunächst als ursprüngliche Tatsache. Jedoch ist hinzu- 
weisen auf die unbedingte Macht, die die in voller Stärke wirksame 
Gruppe über den Einzelnen besigt. Sie ist zum Teil sogar Herr über 
Tod und Leben des Einzelnen oder kann wenigstens den weitestgehenden 
Finfluß auf sein physisches Gedeihen oder Verkümmern ausüben. Vor 
allem aber ist sie unbedingt Herr über seinen inneren Zustand: der 
Mensch ist vermöge seiner sozialen Natur von seiner Gruppe innerlich 
völlig abhängig; das Funktionsbedürfnis aller seiner sozialen Triebe 
kann nur durch die Gruppe befriedigt werden; nur diese vermag seinem 
Leben Inhalt und Sinn zu geben. Man kann annehmen; daß unbeschadet 
der Verschiedenheit der Wertmaßstäbe diese Art Überlegenheit überall 
anerkannt wird, sofern nicht einem bereits ausgebildeten Wertempfinden 
gewisse außerbiologische Eigenschaften der Gruppe widerstreiten (was 
im vorliegenden Fall natürlich ausgeschlossen jet). 
Von einer blinden Verehrung und Unterordnung des Einzelnen seiner Lebens- 
gemeinschaft gegenüber als einer ursprünglichen Tatsache war eben die Rede. Natür- 
lich kann diese nachträglich eingeschränkt werden. In der Tat geschieht das, wo der 
Mensch verschiedenen Gruppen angehört und Kollisionen zwischen ihren Wert- 
maßstäben entstehen, z. B. zwischen denen der staatlichen und der religiösen Gruppe. 
Ebenso wirkt selhbstverständlich das Frwachen der sittlichen Autonomie.
	        

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Das Baugewerbe in Der Volks-, Berufs- Und Betriebszählung von 1925. Deutscher Baugewerksbund (N. Bernhard), 1930.
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