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Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

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Bibliographic data

fullscreen: Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

Monograph

Identifikator:
893656046
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10254
Document type:
Monograph
Author:
Striemer, Alfred
Title:
Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
Place of publication:
Müchen
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (31 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
  • Title page
  • Contents
  • Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
  • Die Exportvereinigung im Fachgebiet
  • Gegenwarts- und Zukunftsarbeit im industriellen Grossbetrieb
  • Die Doppelstellung im Konsulatwesen
  • Die Dringlichkeitsfrage sozialer Aufgaben
  • Die Fabrikzeitung
  • Zur Jugendbewegung
  • Der Schutz der Arbeitswilligen
  • Die Unsittlichkeit im Erwerbsleben
  • Zeitgemässe Werkorganisation
  • Die konfessionelle Zerrissenheit im Mittelstand
  • Das Mittelstandsproblem
  • Schlusswort

Full text

3i 
Grundgedanken 
Die Gemeinschaft ist öffentlich, damit sie in 
der Lage ist, statt Dilettanten die besten Kräfte 
und Lehrer als Vortragende zu gewinnen, gleich 
gültig, welchen besonderen Richtungen diese 
Männer sonst angehören, um dadurch eine 
geistige Inzucht zu verhüten. 
Der Beitritt in die Gemeinschaft soll 
möglichst frühzeitig erfolgen, um ent 
wicklungsfähige und bildsame Mitglieder zu 
gewinnen, da Männer in reifem Alter nicht mehr 
in der Lage sind, von den Einflüssen ihres Ent 
wicklungsganges und ihrer bisherigen Lebensauf 
fassung und Lebensweise sich praktisch und tat 
sächlich frei zu machen, selbst wenn der Wunsch 
in ihnen hierzu rege geworden ist. 
Die Gemeinschaft arbeitet mit ganz be 
schränkten zeremoniellen Einrichtungen, 
da die Zeit für Betätigung in idealer Richtung, 
die zur Verfügung steht, so gering gemessen 
ist, dass die wenigen Stunden, die gewonnen 
werden können, in bestmöglicher Weise 
der praktischen und positiven Arbeit dienen 
müssen. 
Die finanziellen Ansprüche an den Einzelnen 
sind auf das äusserste zu beschränken, die Beiträge 
werden abgestuft nach Altersklassen, 20—30, 
30 — 40 und darüber. 
An den Austritt werden keine besonderen Be 
dingungen geknüpft, er kann jederzeit freiwillig 
erfolgen. Das öffentliche Mitgliederverzeichnis 
ermöglicht jederzeit, festzustellen, ob jemand 
Ordensmitglied ist oder nicht. 
Heute hat der Bürger zuerst das Ziel, Geld um 
jeden Preis zu machen, ohne besonders grosse 
Aengstlichkeit darüber, dass auch alle Handlungen 
absolut einwandfrei sind. Wenn das erworbene 
Geld reicht, um ohne Arbeit leben zu können, 
dann, heisst es, kann man immer noch wieder 
gut machen, was man hier und da böses getan 
oder an Leid anderen zugefügt hat im Erwerbs 
kampf und seinen Rücksichtslosigkeiten, sei es, 
dass man Opfer für die Kirche bringt, sei es, dass 
man sich durch Geldopfer öffentlich abstempeln 
lässt mittelst eines käuflichen Titels oder einer 
Dekoration. Dieses Geldverdienen um jeden 
Preis ist aber der eigentlich störende und zer 
störende Faktor in dem Erwerbsleben. 
Alle Reformen und alle Mühen werden sich als 
nutzlos erweisen, solange sie nicht den Kern 
erfassen, solange sie nicht Einfluss gewinnen auf 
die Auffassung über zulässige Mittel und Wege 
für das Geldverdienen und die ethischen 
Pflichten, die jeder zu erfüllen hat, wenn er das 
Recht erwerben will, zu den Männern zu zählen, 
die den Namen eines Bürgers mit Stolz tragen 
dürfen. 
Nicht der Glaube, nicht die Bildung, nicht die 
sozialeStellung, nicht das Geld machen den Bürger 
für den Staat zum Staatsbürger, sondern seine auf 
sittlicher Treue geleistete Arbeit, die nicht auf 
Kosten der Mitmenschen Geld zeugt, sondern 
ohne offenbaren Schaden für diese als Ergebnis 
der Befriedigung neuer Bedürfnisse neue Werte 
schafft. Wir benötigen ein öffentliches Er 
ziehungsmittel für das Qeldverdienen, das 
einen Zwang ausübt, rechtschaffen zu handeln, 
ebenso wie für den Offizier der Waffenrock eine 
ihn ständig begleitende Mahnung darstellt, jeden 
Augenblick an die Pflichten zu denken, die 
er dem Rock schuldig ist, und den er aus- 
ziehen muss, wenn er sich gegen diese 
Pflichten versündigt. 
Der Arzt, der Anwalt, der Handelsmakler u.a.m. 
stehen durch die Approbation und die Eintragung 
in ein Register, unter einem ethischen Zwangs 
mittel. 
Dieser Waffenrock des Soldaten ist für den 
Bürger seine Mitgliedschaft, die von jeder 
mann öffentlich und zu jeder Zeit festgestellt 
werden kann. So wie man in der Rangliste fest 
stellt, ob jemand Offizier ist, so stellt man auch 
fest, ob jemand Ordensbürger ist, und diese Fest 
stellung soll und muss genügen, um ihn als absolut 
vertrauenswürdigen Mann auszuweisen. 
Dass moralische Mittel und die Liebe nicht aus 
reichen, die Menschen, die Geld erwerben 
müssen oder wollen, zu bessern, das beweist uns 
einwandfrei die Kirche. Sie allein ist nicht in 
der Lage, auch nur die geringste Besserung herbei 
zuführen, denn sie hat es in nahezu zweitausend 
Jahren nicht vermocht. Die Hauptquelle der 
menschlichen Unarten und Schlechtigkeiten ist 
der Kampf um das Brot, der mit steigender 
Kultur heftiger, rücksichtsloser und unehr 
licher geworden ist, trotz aller Rechtsinstitute, 
die geschaffen worden sind. Die Kirche ist ohn 
mächtig selbst gegen das furchtbare Schrecknis 
der Arbeitslosigkeit und muss es mit ansehen, 
dass Hunderttausende und Millionen nicht wissen, 
wo sie das Stück Brot zum Leben hernehmen 
sollen, trotz der Riesenschätze des Landes. Die 
Kirchen sind nicht der Sammelpunkt der 
schaffenden Männer. Für jeden, der sehen 
will, ist es klar, dass nur das Eingreifen 
in das Erwerbsleben mit einem brauch 
baren Erziehungsmittel, das sogar ein ethisches 
Zwangsmittel sein muss, irgendeine Aussicht 
besteht, zu besseren Lebensverhältnissen ge 
langen zu können. 
Druck: Qebr. Feyi, Berlin SW 48, Friedrichstrasse 16.
	        

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Zum Kampf Um Die Wirtschaftliche Selbständigkeit Des Klein- Und Mittelbetriebes. Verlag von Duncker & Humblot, 1914.
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