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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Die politische Organisation des Staates
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

46 
regierende Macht ist. Unter dem Repräsentationssystem verwaltet 
die Regierung trotz gelegentlicher entgegengesetzter Erfahrung nicht 
die Geschäfte der Mehrheit, sondern die des ganzen Volkes. 
Dies ist von Leuten, die von der Demokratie eine individualistische 
Auffassung haben, bezweifelt worden. Sie betrachten den Staat als 
eine bloße Vereinigung isolierter Individuen, die alle die gleichen 
politischen Funktionen erfüllen; für sie sind die Mitglieder der Ver 
tretungskörperschaften einfach Diener, die den Willen der Wähler 
nach Vorschrift zu vollstrecken haben. Biologisch gedacht, findet 
sich weder in der Sprache noch in den Ideen dieser Kritiker eine 
Spur vom Begriffe der Staatsorganisation. Nach ihnen ist die Wahl 
eine Umfrage bei den Wählern. Von ihrem Standpunkte aus ist die 
einzige Aufgabe der Vertreter, die Meinung anderer möglichst getreu 
wiederzugeben — die Abgeordneten sollen weniger führen, als gewisser 
maßen ein mechanisches Sprachrohr sein, ein Grammophon, das genau 
die Worte, die Modulation und den Ton der Stimme wiederholt. Dies 
harmoniert sehr schön mit dem Ideale Rousseaus, doch mit dem 
Sozialismus hat es nichts gemein. Nur wer glaubt, daß der Gesell- 
schaftsvertrag dem einzelnen Bürger seine Freiheit geraubt und die 
Demokratie die Mission habe, den Kontrakt wieder aufzuheben und 
dem Menschen seine natürliche Freiheit zurückzugeben, kann hierin 
eine wohlbegründete politische Ansicht erblicken. Tatsächlich ge 
hört sie eher zu dem politischen Ideenschatz des 18. als zu dem des 
20. Jahrhunderts. 
Der sozialistische Staat ist keine Vereinigung einzelner Personen, 
nach Analogie des Steinhaufens, sondern ein Körper, der sich wie ein 
höherer Organismus in Organe und Funktionen differenziert. Sein 
Regierungsorgan wird nicht von getrennten Abteilungen von Indivi 
duen kontrolliert, vielmehr empfängt es sein Leben und seine Ordnung 
von dem allgemeinen Leben der Gesellschaft. Eine Wahl ist keine 
Umfrage bei den Wählern, sondern ein Urteil des Gemeinwesens über 
die von der Regierungsgewalt geleistete oder noch zu verrichtende 
Arbeit. Nicht fremder Leute Meinung, sondern seine eigene bringt der 
Politiker zum Ausdruck. Wähler und Abgeordnete leiten ihr geistiges 
Sein und ihre sozialen Ideen aus der Gesellschaft ab, in der sie leben, 
und deshalb besteht zwischen ihnen kein Subordinationsverhältnis 
des Herrn zum Diener, sondern sie regeln ihre Beziehungen wie Per
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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