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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Gallussäure 133 Geilnauer Quelle 
Gallussäure (lat. Acidum gallicum, frz. Acide 
gallique, engl. Gallic acid) findet sich im Tee, 
Divi-Divi und zahlreichen Pflanzen als ein Zer 
setzungsprodukt und ständiger Begleiter der 
Gerbsäure, aus der sie durch einfache Abspaltung 
von Kohlensäure entsteht. Zu ihrer Darstellung 
wird ein Galläpfelauszug, eine Tanninlösung oder 
auch ein Brei von Galläpfelpulver und Wasser 
unter öfterem Umrühren der Einwirkung der 
Luft und sich ansiedelnder Schimmelpilze über 
lassen, bis eine herausgenommene Probe mit 
Leimwasser keinen Niederschlag mehr erzeugt, 
die heiß abfiltrierte Lösung mit Kohlenpulver 
eingedampft und der Rückstand mit Alkohol 
extrahiert. Ein anderes Verfahren beruht auf der 
Umwandlung von Tannin oder Gerbsäure durch 
Kochen mit verdünnter Schwefelsäure oder Kali 
lauge. Synthetisch kann sie durch Behandlung 
von Dijodsalizylsäure mit Kalilauge gewonnen 
werden. Die G, bildet in reinem Zustande feine 
weiße Nadeln, die anfangs schwach sauer, später 
zusammenziehend schmecken und in kaltem Was 
ser und Äther schwer, in heißem Wasser und 
Alkohol leicht löslich sind. Die wäßrige Lösung 
wird zum Unterschied von Gerbsäure durch Leim 
oder Eiweiß nicht gefällt, durch Eisenchlorid 
aber dunkelblau-violett gefärbt. Mit wenig Kali 
lauge entsteht eine Grünfärbung, die auf Säure 
zusatz in Purpurrot umschlägt. Beim Erhitzen 
auf 2oo° geht die G., in chemischer Hinsicht 
Trioxybenzoesäure, C 6 H 2 (OH) 3 COOH,unter 
Abspaltung von Kohlensäure in Pyrogallol über, 
zu dessen Darstellung sie benutzt wird. Ihrer 
wichtigsten Eigenschaft, dem Reduktionsver 
mögen gegen Metallsalze, verdankt sie ihre viel 
fache Anwendung in der Photographie. 
Gamander (Bathengel, lat. Herba chamae- 
dryos, frz. Plante fleurie de germandröe, engl. 
Germander)', ein nur noch selten vorkommender 
Artikel des Drogenhandels, besteht aus dem ge 
trockneten, aromatisch riechenden und bitter 
schmeckenden Kraute einer in Süddeutschland 
und der Schweiz wachsenden Labiale, Teu- 
crium Chamaedrys, das in der Volksmedizin 
als blutreinigender Tee verwandt wird. 
Garantol, ein Eikonservierungsmittel, besteht 
lediglich aus gelöschtem Kalk. 
Garneelen (Granaten, Garnaten, frz. Cre- 
vettes, engl. Shrimps) sind kleine Krabben oder 
Krebschen, von denen allein in den europäischen 
Meeren über 90 Arten verkommen. Die gewöhn 
lichste derselben: Crangon vulgaris, ein seit 
lich zusammengedrücktes, fleischfarbiges und völ 
lig durchscheinendes Tier, lebt im seichten 
Küstenwasser rings um England, an der franzö 
sischen und Nordseeküste in unerschöpflicher 
Menge und wird fast das ganze Jahr hindurch 
täglich lastenweise aus dem Meere geschöpft, 
ohne daß sich eine Abnahme zeigt. Die gefan 
genen Tiere werden sogleich nach dem Landen 
in Salzwasser abgekocht und vertragen dann 
fi inen Versand ins Binnenland, müssen aber 
schnell verbraucht werden. Die in letzter Zeit 
■n Büchsen konservierten Krabben wurden meist 
durch Zusatz von Borsäure haltbar gemacht, 
doch ist die Zulässigkeit dieses Verfahrens von 
den medizinischen Sachverständigen mehrfach 
Gestritten worden. Die unverkäuflichen G. wer 
den auch zu Dünger verarbeitet, geröstet und ge 
pulvert (Granatguano). 
Gaultheriaöl (Wintergrünöl, lat. Oleum 
gaultheriae, frz. Essence de Gaultheria, engl. 
Oil of Wintergreen), ein aus Nordamerika zu 
uns kommendes ätherisches Öl, wurde früher 
ausschließlich aus der zu den Heidearten ge 
hörigen immergrünen Kriechpflanze Gaultheria 
procumbens, die besonders im Staate Neu- 
lersey angebaut wird, in Menge von etwa 0,7% 
gewonnen. In gereinigtem Zustande ist es fast 
•farblos, gewöhnlich aber gelb oder rötlich ge 
färbt, schwerer als Wasser, 1,180—1,193, und 
von durchdringendem Geruch und würzigem Ge 
schmack. Ein mit diesem nahezu identisches 
öl wird aus der Rinde einer nordamerikanischen 
Birke, Betula lenta, gewonnen. Das in ge 
reinigtem Zustande farblose, meist aber gelb 
oder grünlich gefärbte Öl vom spez. Gew. 1,17 
und durchdringend aromatischem Geruch und 
Geschmack besteht zum größten Teil aus Sali 
zylsäuremethylester, welcher auch künstlich 
aus Salizylsäure und Holzgeist hergestellt wird. 
Es findet bei uns Anwendung zum Parfümieren 
von Seifen sowie in der Medizin gegen Rheuma^ 
tismus, und ist in dunklen Flaschen vor Licht 
geschützt aufzubewahren. 
Geheimmittel. Der Verkehr mit G., d. h. zur 
Heilung oder Verhütung menschlicher oder tie 
rischer Krankheiten bestimmter Präparate von 
geheim gehaltener Zusammensetzung ist im Inter 
esse der Volks Wohlfahrt gewissen Einschrän 
kungen unterworfen. Nach der Verordnung des 
Bundesrates müssen die Gefäße und Umhüllun 
gen der besonders namhaft gemachten G. eine 
Aufschrift mit dem Namen des Mittels, des Ver 
fertigers und des Verkäufers sowie dem Abgabe 
preise tragen, hingegen dürfen Anpreisungen auf 
diesen Umhüllungen nicht angebracht oder beim 
Verkaufe des Mittels verabfolgt werden. Die 
öffentliche Anpreisung der Mittel ist verboten. 
Bezüglich der weiteren, für Apotheker geltenden 
Bestimmungen sowie der Namen der betreffen 
den Mittel selbst muß auf die Verordnung 
verwiesen werden. Am 14. Juli 1903 hat das 
Sächsische Ministerium des Innern weiter die 
Ankündigung aller Mittel zur Verhütung, Linde 
rung oder Heilung von Menschen- oder Tier 
krankheiten verboten, wenn den Mitteln über 
ihren wahren Wert hinausgehende Wirkungen 
beigelegt werden, oder das Publikum durch die 
Art ihrer Anpreisung irregeführt oder belästigt 
wird, oder wenn die Mittel Gesundheitsstörungen 
hervorzurufen vermögen. 
Geilnauer Quelle von Geilnau a. d. Lahn in 
Nassau besitzt nach der Analyse von R. Fre 
senius (1857) folgende Zusammensetzung für 1000 
Gewichtsteile; 1,0602 g Natriumbikarbonat, Spur 
Lithiumbikarbonat, 0,0013 g Ammoniumbikarbo 
nat, 0,4905 g Kalziumbikarbonat, 0,0002 g Barium 
bikarbonat, Spur Strontiumbikarbonat, 0,3631 g 
Magnesiumbikarbonat, 0,0383 g Ferrokarbonat, 
0,0046 g Manganoxydulbikarbonat, 0,0362 g Na 
triumchlorid, 0,0176 g Kaliumsulfat, 0,0085 g 
Natriumsulfat, Spur Aluminiumphosphat, 0,0004 g 
Natriumphosphat, Spuren Natriumborat und Ni 
trat. 9,0247 g Kieselsäure und 2,7866 g freie 
Kohlensäure.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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