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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Gummigutt 
151 
Guttapercha 
arabikum vorwiegend aus Arabin, einer Ver 
bindung der Arabinsäure mit Kalk oder Magne 
sia, und unterscheidet sich dadurch vom Kirsch 
gummi, welches Metarabinsäure (Zerasin), 
und dem Tragant, welcher Basso rin enthält. 
Seine Verwendung ist ungemein vielseitig. Das 
nicht zu pharmazeutischen Zwecken benutzte 
sog. Fabrikgummi dient zur Verdickung der 
Farben, in Kattun- und Seidenfabriken zum 
Appretieren, ferner als Zusatz zu Schreibtinten 
und als Kleb- und Bindemittel zu Briefmarken, 
Etiketten, Tusch- und Wasserfarben, Zündholz 
massen üsw. Besonders im Steindruck ist es un 
entbehrlich. In der Medizin dienen die besten 
Sorten zur Darstellung von Hustenzucker, 
Gummischleim und -sirup, und als Bindemittel 
für Pillen. 
Qummigutt (Gutti, lat. Gummi s. Resina 
gutt, frz. Gomme gutte, engl. Gamboge). Dieser 
zu den Gummiharzen gehörige Stoff ist ein ein 
getrockneter Baumsaft von verschiedenen, nicht 
sicher bekannten Arten der Gattung Garcinia, 
die in Hinterindien, Mysore, auf Zeylon und 
Borneo wachsen. Die in Europa käufliche Han 
delsware kommt aus Siam, meist über Singa- 
pore und Kanton in zwei Sorten nach London, 
nämlich als Röhrengutti und Kuchengutti. 
Das erstere bildet 2V2—■4V2 cm dicke und bis 
4V2 dm lange volle oder auch hohle Zylinder 
und hat seine Form von Bambusrohren, in wel 
chen der vom Baume abgezapfte Saft aufgefan 
gen wird. Diese Stücke sind auf der Ober 
fläche gewöhnlich striemig, da sich die Innen 
seite des Bambus an ihnen abgeformt hat, und 
mit einem grünlichgelben Staube bedeckt. Auf 
dem Bruch erscheinen sie porenlos, großmusche- 
hg und matt glänzend orangegelb, gepulvert 
°der mit Wasser verrieben hingegen rein gelb. 
Die Ware in Kuchen oder Klumpen, die oft über 
1 kg schwere Stücke bildet, ist von geringerer 
Güte, äußerlich meist ziemlich dunkelbraungelb 
und von rauhem, nicht glänzendem Bruch mit 
v ie!en Poren. Das Gelb des Pulvers ist nicht 
so rein, mehr ins Bräunliche fallend, die Masse 
durch Sand, Holzstückchen u. dgl. verunreinigt 
und oft durch Stärkemehl verfälscht. G. enthält 
neben 70—80 °/o gelben Harzes 20—30 °/o Gummi 
Und ist daher weder in Weingeist noch in 
Wasser allein völlig löslich. Der erstere löst 
nur das harzige Gelb und hinterläßt das Gummi, 
'während Wasser umgekehrt wirkt. Es gibt daher 
keine wirkliche Lösung dieses Stoffes in Wasser, 
s °ndern nur, wenn beide miteinander verrieben 
Werden, ein emulsionsartiges Gemisch von 
Gummilösung mit fein verteiltem Gelbharz. Es 
Wird in der Medizin als Abführmittel, weiter als 
Aquarellfarbe und zur Herstellung bunter Pa- 
fäere usw. gebraucht, in weichem Falle dann 
^äs Gummi das Bindemittel abgibt. Die wein- 
Geistige Lösung dient zum Gelbfärben von 
Backen (Goldfirnis). 
Gurjunbalsatn (Ostindischer-, Capivibal- 
* a rn, lat. Baisamum gurjunae, Baisamum capivi, 
fff Baume de Copahu d’Inde, engl. Wood-oil). 
dieser dem "Kopaivabalsam ähnliche Harzsaft 
^ammt von Verschiedenen Bäumen der Gattung 
G'pterocarpus, besonders von D. turbinatus, 
a *atus und incanus und kommt sowohl vom 
kindischen Festlande wie auch von den Inseln 
zum Verkehr. Er bildet eine dickflüssige, bei auf 
fallendem Lichte grünlichgrau fluoreszierende, 
bei durchfallendem Lichte rötlichbraun durch 
sichtige Masse von kopaivabalsamähnlichem 
Geruch, die in Chloroform, Petroläther, Schwefel 
kohlenstoff, Azeton, Alkohol größtenteils löslich 
ist. Das spez. Gew. bei 15° beträgt 0,950—0,970. 
Als Hauptbestandteile sind 60—75°/o eines stark 
linksdrehenden ätherischen Öles, weiter Harz 
und ein Bitterstoff isoliert worden. G. wird 
medizinisch innerlich und äußerlich gegen Haut 
ausschläge, technisch zur Herstellung von Fir 
nissen, als Fußbodenöl und zur Verfälschung des 
Kopaivabalsams benutzt. Der Name Wood-oil 
(Holzöl) kann zu Verwechslungen führen, da 
mit diesem auch andere Stoffe, so das Aleurites 
Öl. das fette Sandelholzöl und der Hardwickia 
Balsam von Plardwickia pinnata belegt wird. 
Zur Unterscheidung des G. von Härdwickia- 
und Kopaivabalsam soll man nach Flückiger oder 
Hanbury folgendermaßen verfahren: Ein Trop 
fen Balsam wird mit 19 Tropfen Schwefelkohlen 
stoff gemischt, und darauf ein Tropfen einer 
Mischung gleicher Teile konz. Schwefelsäure 
und Salpetersäure hinzugegeben. Hierdurch wird 
Kopaivabalsam unter Abscheidung eines kristalli 
nischen Niederschlages rotbraun,. G. purpurroi. 
dann violett, während Hardwickia-Balsam un 
Verändert bleibt. 
Gurken (frz. Concombre, engl. Cucumber), die 
Früchte von Cucumis sativus, einer einjäh 
rigen Pflanze mit rankendem Stengel, werden 
in Deutschland besonders in der Naumburger Ge 
gend, in Lübbenau im Spreewalde und bei Lieg 
nitz. in Mähren bei Znaim in großem Umfange 
als Erzeugnis des Feld- und Gartenbaues, für 
den Frühbedarf auch in Gewächshäusern ge 
zogen. Die Gurke verlangt Wärme und Sonnen 
schein, versagt aber bei Nässe, Kälte und stür 
mischer Witterung, besonders in der Zeit der 
ersten Entwicklung. Für den Großhandel kom 
men nur die Herbstgurken in Betracht, die in 
mannigfacher Weise eingemacht werden. Zu 
sauren oder Salzgurken, die einer Milchsäure 
gärung unterworfen Werden, eignen sich nur 
mittelgroße, nicht zu reife, noch etwas harte, 
fleckenlose Exemplare, zu Senfgurken die 
größten und reifsten, schon etwas gelb ge 
wordenen G., die von Schale und Samen befreit 
werden, zu Pfeffergurken nimmt man hoch 
stens fingerlange, unreife Stücke, zu Zucker-G. 
grüne, mittelgroße, feste Ware. Zum Schutze 
gegen leicht eintretende Fäulnis müssen die G. 
in vollgefüllten Fässern unter einer dichten 
Schicht von B’ättern und Gewürzen (Esdragon, 
Pfefferkraut, Dill) aufbewahrt werden. Die Salz 
lake oder der Essig ist von Zeit zu Zeit zu er 
neuern, der Lagerraum soll kühl, luftig und frei 
von üblen Gerüchen sein. Saure und Pfeffer 
gurken werden vielfach mit Kupfer gegrünt. 
Guttapercha (lat. Gutta percha, G. gettonia, 
frz. und engl. Guttapercha), gleich dem chemisch 
verwandten, physikalisch aber wesentlich verschie 
denen Kautschuk, der eingetrocknete Milchsaft 
tropischer Bäume, stammt von mehreren Sapo- 
tazeen, früher hauptsächlich von Palaquium 
Gutta Burck (Dichopsis, Isonandra Gutta\ jetzt 
mehr von Palaquium oblongifolium und bor 
neense, Payena Leerii Benth. et Hook, Payena
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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