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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
H
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Holz 
164 
Holz 
Gefäßen (Tüpfelgefäßen) und Tracheiden auf 
gebaut und enthält daneben noch Parenchym in 
wechselnder Menge. Oft unterscheidet man einen 
helleren äußeren, noch lebensfähigen Teil, den 
Splint, von dem darunter liegenden dunkleren 
Reif holz und dem inneren dunkleren Kern 
holz, es gibt aber auch Bäume, die nur aus 
Splintholz (Weißbuche, Birke, Zitterpappel, Ahorn) 
oder nur aus Reifholz (Birnbaum, Weißdorn, 
Linde, Fichte, Tanne) bestehen. In chemischer 
Hinsicht setzt sich die Trockensubstanz des Hol 
zes aus etwa i o/o Mineralstoffen, 94—95 % mit 
Lignin (Xylogen) inkrustierter Zellulose und 4 bis 
S°/c anderen organischen Stoffen (Eiweiß, Färb- 
und Gerbstoff, Harz, ätherische Öle) zusammen. 
Der Wassergehalt des frisch geschlagenen Holzes 
beträgt etwa 42—57%, derjenige des lufttrocke 
nen 10—20 0/0. Von der Verschiedenartigkeit der 
Zusammensetzung und des Aufbaues aus Ge 
fäßen und Markstrahlen hängt die Art der Ver 
wendung ab, die für die einzelnen Hölzer in 
besonderen Aufsätzen besprochen ist, Im all 
gemeinen teilt man das Holz in die beiden Haupt 
gruppen Brennholz und Nutzholz, von denen 
das letztere wiederum in Bau- oder Zimmerholz, 
Schreiner-, Drechsler-, Wagner-, Böttcher- und Ma 
schinenholz zerfällt. Je nach dem gedrungeneren 
oder loseren Aufbau und der davon abhängenden 
Festigkeit und Schwere unterscheidet man weiter 
harte, halbharte und weiche Hölzer und 
spricht schließlich noch von Farbhölzern und 
medizinischen oder Arzneihölzern. Die Aus 
nutzung der Wälder erfolgt jetzt weit umsichtiger 
als in früheren Zeiten, und die Förster wählen 
aus den geschlagenen Ernten so viel Nutzhölzer 
als möglich heraus, während der Rest Brennholz 
liefert. Das wertvollste Nutzholz unter den ein 
heimischen Bäumen gibt die Eiche. Ihr Stamm 
holz (Langholz) wird je nach Stärke und 
Länge, nach Geradwüchsigkeit im Äußeren und 
im Inneren, d. h. danach, ob der Verlauf der 
Fasern ein gestreckter oder gewundener ist, 
ferner nach Gesundheit und Fehlerhaftigkeit in 
eine größere Anzahl von Klassen eingereiht 
und damit zu Schiffbauholz, Schiffsplanken und 
Bohlen, Mühlwellen, Bauholz oder Böttcherholz 
bestimmt. Bei den stärkeren Nadelholzstämmen 
ist außer Länge, Geradwüchsigkeit und Gesund 
heit noch der Durchmesser des oberen Stamm 
endes (der Zopfdurchmesser) für den Wert mit 
entscheidend, denn wenn dieser zu schwach ist, 
kann nicht die ganze angegebene Länge aus 
genutzt werden. Die besten Sorten mit einer 
Länge von über 21 m und einem Zopfdurch- 
messer über s dm liefern Mastbäume, Segel 
stangen und die größten Baustämme, kleinere 
Sorten Dachsparren und schwächere Balken, 
Brunnenröhren usw. Besonders gerade und 
schlichte Stammpartien werden auf Sägemühlen 
zu Bohlen und Riegeln, Brettern und Latten zer 
schnitten oder für Siebwaren, Resonanzböden 
und anderes Instrumentenholz gespalten. Zum 
Kleinnutzholz gehören das Stangenholz für Wag 
ner, Hopfenstangen, Pfähle, Reifenholz u. dgl. 
An Stelle der früher für Bahnbauten ausschließ 
lich benutzten Eichenholzschwellen, die eine 
Lebensdauer von sieben Jahren hatten, ver 
wendet man seit Erfindung geeigneter Im 
prägnierungsverfahren meist andere Holzarten. 
Große Mengen von H. werden jetzt auch in 
den Holzschleifereien verbraucht und zu Holz 
Stoff und Zellulose für Papier sowie zu Holz 
wolle verarbeitet. Das H. erscheint im Handel 
teils in rohen Stämmen, als Ganzholz, teils 
zersägt und gespalten, als Spaltholz und end 
lich, auf Sägcmühlen noch weiter zum Gebrauch 
vorbereitet, als Schnittholz. Die gefällten und 
entästeten Stämme, welche das Ganzholz bi den, 
sind zum Verkauf entweder rund und roh be 
lassen, oder verloren vierkantig behauen, was 
nicht allein des leichteren Austrocknens halber, 
sondern auch wegen der billigeren und be 
quemeren Beförderung geschieht sowie nament 
lich beim Flößholz oft geschält. Die nach Holland 
geflößten Eichen, sog. Holländer, sind alle schon 
beschlagen bzw. vorgerichtet. Zum Ganz- oder 
Rundholz 'gehört weiter das Stangenholz und 
das Krummholz, das in seiner natürlichen 
Krümmung zu Schiffen, Booten, Schlitten und 
Radkränzen Verwendung findet. Spaltholz ent 
steht durch Längsteilung der gesägten Blöcke 
mit der Axt und durch Keile. Die nicht besser 
benutzbaren Stücke bilden das zum Brennen be 
stimmte Scheitholz, die übrigen Teile Nutzholz 
für Böttcher, Wagner, Drechsler, ferner zu Span 
für Siebe und Schachteln, und zu dem wichtigen 
und große Holzmassen beanspruchenden Artikel 
Zündhölzchen. Da beim Spalten die Längsfasern 
des Holzes nicht zerschnitten werden, sondern 
sich ihrem wirklichen Verlaufe nach trennen, hat 
dieses Holz vor dem geschnittenen den Vor 
zug größerer Widerstandskraft und Zähigkeit. 
Schnittholz liefern die Sagemühlen, die häu 
fig in den Wäldern selbst arbeiten, wo sich 
irgend eine Wasserkraft darbietet, sonst aber 
Dampfkraft oder Elektrizität benutzen. Hier wer 
den die Stämme entweder nur der Länge nach 
einmal geteilt (Llalbholz) oder vierkantig gesägt 
und dann in schwächerevierkantige Prismen (Rie 
gel, Pfosten) oder in Bohlen, Bretter und Latten 
geschnitten. Der Holzhandel gewinnt von Jahr zu 
Jahr an Bedeutung und sucht immer entlegenere 
Gegenden auf, die nur, wenp irgend möglich, 
einen Wassertransport zulassen müssen. Haupt- 
cinfuhrland ist England, das von Rußland, Nor 
wegen, Schweden, Preußen und Nordamerika 
sowie namentlich aus Kanada große Holzmassen 
bezieht. Kanada, Neuschottland und die nördlichen 
der Vereinigten Staaten, Ohio, Michigan, Penn- 
sylvanien führen s—6 Holzarten, namentlich 
Weymouthskiefer (Pinus Strobus), eine weiße und 
eine rote Eiche sowie schwarzen Walnußbaurn 
in Form von fohem Bauholz und Brettern aus, 
die nicht nur in England, sondern auch in 
Westindien, ja neuerdings sogar in Italien und 
den österreichischen Küstenorten ihren Absatz 
finden. — Schweden und Norwegen haben 
ebenfalls beträchtliche Holzausfuhr. Ihre Wal 
dungen bestehen im Norden nur aus Nadelholz. 
Tannen und Fichten, abgesehen von der überall 
wachsenden Birke, die für den Llandel von ge 
ringer Bedeutung ist. Tannene und fichtene Ma 
sten und anderes Schiffsholz, Balken, Bohlen, 
Bretter und Latten gelangen daher hauptsächlich 
zur Ausfuhr. Auch Rußland hat verhältnis 
mäßig viel, wenn auch sehr ungleichmäßig ver 
teilte Waldungen. Die Ströme, Flüsse und Seen 
des Landes in Verbindung mit den im. Winter
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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