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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Saccharose 
376 
Säureester 
des Krieges infolge des Zuckermangels wieder 
Bedeutung als Versüßungsmittel erlangt. — Von 
seinen Derivaten besitzt das als Kristallose be- 
zeichnete S.-Natrium und das Mefhyl-S. eine 
gewisse Bedeutung. — Der nächst dem S. wich 
tigste künstliche Süßstoff, dasDulzin oder Sü- 
krol, ist als Paraphenetolkarbämid, NH 2 . 
CO . NH . C 6 H 4 . OC 2 H 5 , anzusprechen und ent 
steht bei Einwirkung von Kohlenoxychlorid auf 
Paraphenetidin und Behandlung des Reaktions 
produktes mit Ammoniak als ein farbloses, glän 
zendes Kristallpuiver vom Schmelzpunkt 173 0 . 
Dulzin löst sich schwer in Wasser und Glyzerin, 
hingegen leicht in Alkohol und schmeckt 200 mal 
so süß als Zucker. Seine Verwendung unterliegt 
ebenfalls dem Süßstoffgesetz. 
Saccharose ist der wissenschaftliche Name für 
diejenige Zuckerart, die aus Zuckerrohr, Zucker 
rüben, Zuckerahorn und Palmensaft gewonnen 
werden kann. Vgl. Zucker. 
Saccharum ist Zucker, z. B. S. hordeatum, Ger 
stenzucker; S. lactis. Milchzucker; S. saturni, 
Bleizucker. — S. die betreffenden Aufsätze bzW. 
Zucker. 
Sadebaumkraut (Sevenbaumblätter, lat. 
Herba seu Summitates. sabinae, frz. Sabine, engl. 
Savine, Savine tops) nennt man im Drogenhandel 
die getrockneten Zweige des Sade- oder Seven- 
baums (Juniperus Sabina oder Sabina of- 
ficinalis). Der in Südeuropa heimische, bei 
uns als Ziergewächs gehaltene, immergrüne 
Strauch oder kleine Baum aus der Familie der 
Wacholder trägt meist in vier Reihen an die 
schlanken Zweige angedrückte kleine Blätter, die 
mit je einer Öldrüse auf der Rückseite besetzt 
sind und infolgedessen einen starken, widrig 
balsamischen Geruch und einen bitterharzigen 
und ekelerregenden Geschmack zeigen. Die im 
Frühjahr zu sammelnden und rasch zu trocknen 
den jüngeren Triebe mit den Blättern sind offi 
zineil und werden in kleinen Gaben innerlich 
gegen Frauenkrankheiten benutzt. Wegen ihrer 
bekannten Wirkung als Abortivmittel dürfen 
sie im Kleinhandel nicht verkauft werden und 
sollten ohne ärztliche Verordnung überhaupt 
nicht abgegeben werden. Ebensowenig sollten 
sie in Anlagen, wie dies oftmals unbegreiflicher 
weise der Fall ist, angepflanzt werden, da sie ge 
radezu zur Plünderung anreizen. Verwechs 
lungen mit den Zweigen von Juniperus vir- 
giniana sind leicht zu vermeiden, wenn map auf 
die spitzeren Blättchen sowie darauf achtet, daß 
diese nur an den jüngeren Zweigen vierzeilig, an 
den älteren dreizeilig stehen. Überdies haben 
diese Zweige einen angenehmeren Geruch als 
die Sabinaspitzen. — Das Sadebaumöl (lat. 
Oleum sabinae, frz. Essence de sabine, engl. 
Savin oil) ist blaßgelb, rektifiziert farblos und 
riecht höchst durchdringend und widerlich. Es 
enthält neben mehreren Terpenen den Alkohol 
Sabinol, löst sich in t/a Teil 9o°/oigem Alkohol 
und ist rechtsdrehend, «„-4-38 bis +62°. Das 
spez. Gew. beträgt 0,907—0,930. 
Sämereien, die Samen von wild wachsenden 
und von Kulturpflanzen verschiedener Art für 
Gärtner, Land- und Forstwirte, bilden hoch 
wichtige Handelswaren, die in großen Mengen 
verbraucht und entweder von Kunst- und Han 
delsgärtnern oder auch von Landwirten und in 
Forstgärten gezogen oder von wild wachsenden 
Pflanzen gesammelt werden. Der Sämerei 
handel ist sehr lebhaft und erheischt geübte 
; Fachleute, welche die Beschaffenheit der guten 
Samen und besonders die Kennzeichen der ver 
schiedenen Sorten genau kennen müssen. Um 
vor Fälschungen oder schlechten Waren zu 
schützen, sind Samenkontrollstationen ein 
gerichtet worden, die erste 1869 in Tharandt 
von Nobbe, deren Hilfe sich vorzüglich bewährt 
hat. Man verlangt jetzt von den IJändlem 
schriftliche Gewähr für gute Beschaffenheit und 
hat sich über gewisse Grundsätze hinsichtlich 
■des Begriffs der Fälschung geeinigt. Vor allem 
darf je nach Art der S. nur ein bestimmter Ge 
halt an fremden Samen oder diesen ähnlichen 
Körpern und nur höchstens bis 3 °/o nicht keim 
fähiger Körner vorhanden sein. Die Gärtner mit 
ausgedehnter S.-Zucht verschicken ihre Preisver 
zeichnisse und Waren direkt, und kaufen auch 
S. von den .Einsammlern, um sie, besser sor 
tiert und verpackt, wieder zu verkaufen. Sie 
betreiben gleichzeitig Groß- und Kleinhandel. 
Von guten Firmen kann man sicher sein, an 
ständig bedient zu werden. Die Leiter der Kon 
trollstationen, von denen sich in jedem Bundes 
staate bzw. jeder Provinz mindestens eine, über 
50 in Deutschland, befinden, übernehmen die 
Prüfung und geben weitere Anleitungen. — Alle 
S. müssen vollkommen trocken, kühl, aber auch 
frostfrei aufbewahrt und in guter, vor Nässe 
schützender Verpackung versandt werden. Nähere 
Angaben finden sich bei den einzelnen Samen-, 
arten.' 
Säurebraun ist der Name zweier, durch die 
Buchstaben G und R unterschiedener Teer 
farbstoffe, von denen der erstere aus dem 
Natronsalze der Anilinmetadiamidobenzolpara- 
sulfosäure, der letztere aus dem Natrorisalze des 
Naphtionsäureazochrysoidins besteht. Beide sind 
braune, in Wasser mit brauner Farbe lösliche 
Pulver, die Wolle in saurem Bade braun färben. 
Säureester nennt man Verbindungen orga 
nischer Säuren mit Alkoholradikalen. In der 
Praxis versteht man hierunter aber meist die 
jenigen Ester, die aus Harzsäuren und Alkohol 
radikalen unter Wässeraustritt gewonnen und 
als Harzsäureester oder Lackester bezeichnet 
werden. Sie bilden neuerdings die Grundstoffe 
für eine neue Sorte von Lacken, die man als 
Esterlacke bezeichnet, und die vor den Kopai- 
und Bernsteinlacken den Vorzug völliger Neutra 
lität haben. Man kann daher Esterlacke mit den 
verschiedensten Farben vermischen^ ohne ein 
Verändern bzw. Nachdunkeln befürchten zu 
müssen, und verwendet sie namentlich zum An 
strich von Metallgegenständen, besonders als 
Außenanstrich, u. a. wurde auch der Eiffelturm 
in Paris mit farbigem Esterlack gestrichen. Den 
Esterlacken steht jedenfalls eine große Zukunft 
bevor, da der Anstrich schnell und hart auftrock 
net, und die Ausgiebigkeit im Vergleich mit 
Kopallacken um die Hälfte größer ist. Auch fällt 
das bei Verwendung von anderen Lacken häufig 
auftretende blaue Anlaufen weg, nur ist bei 
Innenanstrich der Nachteil zu verzeichnen, daß 
die Feuergefährlichkeit der Esterlacke durch die 
Lösungsmittel, wie Benzol, Benzin und Ter 
pentinöl erhöht wird. Die mit Benzin berge-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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