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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Santorinerde 
387 
Sardellen 
cheren 0,03 g, die, stärkeren 0,05 g S. enthalten. 
In größeren Mengen wirkt S. giftig. 
Santorinerde, ein auf der griechischen Insel 
Santorin vor kommendes, dem Traß ähnliches, 
terreibliches Mineral, wie die ganze Insel eine 
Folge vulkanischer Tätigkeit, bildet einen vor 
trefflichen natürlichen Zement, der zwar nicht 
bis zu uns gelangt, aber im ganzen Gebiete des 
Adriatischen Meeres zu Wasserbauten und Ufer 
schutz häufig gebraucht wird. Er bedarf weder 
irgendwelcher Zubereitung noch Zuschläge, son 
dern erhärtet, einfach ins Wasser geschüttet, 
sogleich zu einer festen Steinmasse. 
Saphir (frz. Saphir, engl. Sapphire), ein Edel 
stein, der in seinen besten Sorten zu den wert 
vollsten Schmucksteinen gehört, besteht in che 
mischer Hinsicht lediglich aus kristallisierter 
Tonerde (Aluminiumoxyd) und unterscheidet 
sich vom Rubin nur durch die Farbe, die in 
verschiedenen Abstufungen blau ist. Man unter 
scheidet als teuerste die männlichen S. von 
tiefem und lebhaftem Indigblau, danach die 
weiblichen, deren Färbung heller ist, und als 
Wassersaphire die hellsten, nur noch schwach 
bläulichen. Wirklichen Edelsteinwert haben nur 
die orientalischen Steine, die sich in Hinterindien, 
Zeylon und Siam im Sande der Flüsse und im 
Schuttland vorfinden und nicht nur roh, sondern 
auch schon geschliffen von Kalkutta und Bom 
bay aus versandt werden. In Sachsen, Böhmen 
und Frankreich finden sich an gewissen Örtlich 
keiten, gewöhnlich in basaltische Lava ein 
gewachsen, ebenfalls sehr hübsch gefärbte Ko 
runde, die okzidentalischen S., die 1 aber nie 
den hohen Wert der indischen erreichen. Echte 
S. erkennt man an ihrer Härte (= 9) und an 
ihrem spez. Gew. (= 4,0), wodurch sie sich von 
den weicheren und spezifisch leichteren Steinen, 
wie Zyanit, Euklas und blauem Beryll, unter 
scheiden. Man schleift die guten Steine in den 
selben Formen wie die Diamanten. Zeigt sich 
aber ein Stein als Sternsaphir, d. h. strahlt 
er aus seinem Innern einen, sternartigen sechs- 
strahligen Schein aus, so wird er kappenförmig 
(en cabochon) geschliffen. 
Saphirin, ein in Sibirien und auch in Sieben 
bürgen vorkommender blauer Chalzedon, der 
einige Ähnlichkeit mit Saphir hat, kann als 
Halbedelstein zu billigem Schmuck Verwendung 
i'nden. 
Saponine bilden eine im Pflanzenreiche außer- 
°identlich verbreitete Gruppe glykosidischer Kör 
bet, die sich u. a. in der Seifenwurzel (Sapo- 
baria officinalis), in der Q uillayarinde, 
uen Samen der Kornrade, in der Monesia- 
r Htde, Guajakrinde, in Lychnis Dian- 
Ihus und zahlreichen anderen Karyophylla- 
2 , e en vorfindet. Zur Darstellung bedient man 
s }ch meist des wäßrigen Auszuges von Quillaya- 
r mde, der mit etwas Forraaldehyd gekocht 
bnd dann nach dem Abfiltrieren des entstehen 
den Niederschlags zur Trockne verdampft wird. 
Aus levantinischer Seifenwurzel (Gypso- 
Phila Arrostii Gusone) erhält man das S. 
uur c h Auskochen mit 40°/oigem Alkohol. Das 
b'dnt Erkalten ausfallende S. wird mit Äther- 
Alkohol ausgewaschen, in Wasser gelöst und 
but Bariumhydroxyd gefällt. Nach Zerlegung 
er Bariumverbindung fällt man das S. aus der 
Lösung mit Äther-Alkohol. Andere Methoden 
der Reindarstellung beruhen auf der Anwendung 
von Bleiessig. — Das reine S. ist ein weißes 
amorphes, neutrales und geschmackloses Pulver, 
das, in absolutem Alkohol und in Äther unlöslich, 
mit Wasser stark schäumende Lösungen bildet. 
Die Lösungen drehen die Ebene des polarisierten 
Lichtes nach links und werden durch Blei 
essig und Barytwasser gefällt. Beim Kochen mit 
verdünnten Säuren zerfällt S. in Zucker und 
Sapogenin. Es bildet den wirksamen Bestand 
teil mehrerer Waschmittel und wird neuerdings 
auch unter verschiedenen Namen wie Gomme- 
lin, Spumatolin benutzt, um künstlichen 
Brauselimonaden ein besseres Aussehen zu 
verleihen. Wegen der Giftigkeit des S. ist diese 
Verwendung als unzulässig zu bezeichnen. Nach 
neueren Versuchen von Kobert sollen allerdings 
verschiedene Saponine ungiftig sein. 
Sapotillholz (Bullyholz, Breiapfelholz, 
engl. Bullet wood), das braungrünliche Holz des 
in Westindien und dem nördlichen Teile von 
Südamerika wachsenden Baumes Achras Sa- 
pota, ist sehr dicht und hart und gehört zu 
den besten Zimmerhölzern. Die als Sapotill- 
pflaumen bezeichneten Früchte haben, wenn 
sie teigig geworden, einen quittenähnlichen Ge 
ruch und Geschmack und werden im Ursprungs 
lande genossen. Die bittere, zusammenziehend 
schmeckende Rinde des Baumes, die früher 
als Cortex Sapotae in Apotheken geführt wurde, 
dient ebenso wie die sehr bitteren Samenkerne 
(Sapotillkörner, lat. Grana Sapotillae) in Ame 
rika als Fiebermittel. 
Saprol ist ein Gemisch von Mineralschmier 
ölen mit ungefähr 40 0/0 Rohkresol. Die dunkel 
braune ölige Flüssigkeit schwimmt auf Wasser, 
das sie mit einer gleichmäßigen dünnen Schicht 
überzieht, und wird daher zur Desinfektion von 
Aborten, Pissoirs und Latrinen benutzt. Ähnliche 
Zusammensetzung zeigen Saprolin und Sa- 
prosol. 
Sardellen sind kleine, zu der Familie der 
Heringe gehörende Seefische, Engraulis en- 
crasicholus, die nur eine Länge von etwa 
16 cm erreichen und sich von den oft mit ihnen 
verwechselten jungen Heringen, Sprotten und 
Sardinen (s. d.) durch den schlanken Leib, die 
glatte (nicht mit gestielten Schuppen versehene) 
Bauchkante und das weite, bis hinter die Ohren 
gespaltene Maul unterscheiden. Die Färbung 
ist azurblau, unten silberglänzend, die großen 
dünnen und durchsichtigen Schuppen fallen leicht 
ab. Die Fische kommen zwar auch an den 
skandinavischen, englischen und holländischen 
Küsten vor, ihr Hauptgebiet ist aber das Mittel 
meer und die atlantische Küste von Frankreich 
und Spanien, wo sie in großen Zügen erscheinen 
und bei Tag und Nacht, vom Mai bis Juli ge 
fangen werden. Abgesehen von den an Ort und 
Stelle frisch verbrauchten, werden die S. nach 
Entfernung des Kopfes und der Eingeweide mit 
Pfeffer und Salz schichtenweise in Fässer ge 
packt und so versandt. Man rechnet auf ein 
Faß (Anker) im Durchschnitt 5000 Stück, von 
den kleinen, die auch zum Ausfüllen dienen, bis 
10000, von großen 3000 oder gar nur 2000 
Stück. Die mittelgroßen werden am höchsten 
geschätzt. Man bezeichnet auf den Fässern den
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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