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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Azetopyrin 
37 
Azofarbstoffe 
in Wasser, leicht in Alkohol, Äther, Chloroform 
und fetten Ölen. Bei der Anwendung als Schlaf 
mittel (in Gelatin<;kapseln) ist Vorsicht ge 
boten. Vorsichtig aufzubewahren! 
Azetopyrin (Akopyrin), eine Verbindung von 
Antipyrin mit Aspirin, kommt als weißes Kri 
stallpulver vom Schmelzpunkte 65° in den Han 
del und wird als Ersatz seiner Einzelbestand 
teile gegen Fieber und Rheumatismus verordnet. 
Azetylen, ein gasförmiger Kohlenwasserstoff 
(C.jH,), entsteht bei der Einwirkung von Wasser 
auf Kalziumkarbid und findet in der Beleuch 
tungstechnik ausgedehnte Verwendung. Wegen 
der großen Explosionsfähigkeit von Azetylen 
luftgemischen ist bei der Behandlung der Appa 
rate Vorsicht geboten, auch müssen an ihnen 
Kupferteile vermieden werden, weil Azetylen 
kupfer stark explosiv ist. Zur Reinigung des 
Azetylens benutzt man ein Gemisch von Chlor 
kalk mit Bleichromat (Akagin) oder mit Chrom 
säure getränkte Kieselgur (H eratol) oder Kiesel 
gur mit einer Lösung von Kupferchlorür und 
Salzsäure (Frankolin). 
Az tylzellulose, Zelluloseazetat, entsteht 
bei der Einwirkung von Azetylchlorid und Zink- 
azetat als eine in Wasser, Alkohol, Äther und 
Azeton unlösliche, in Chloroform und Eisessig 
lösliche Masse, deren Chloroformlösung beim 
Verdunsten elastische, durchscheinende Häut 
chen hinterläßt. Sie findet zur Herstellung von 
Films, isolierenden Überzügen usw., neuerdings 
auch von Geweben (Zellon), ausgedehnte An 
wendung. 
Azinfarbstoffe sind Abkömmlinge des Ortho- 
chinondiimids und durch das Vorhandensein 
zweier Stickstoffatome, entsprechend der allge 
meinen Formel: R.N 2 .R, gekennzeichnet. Das 
einfachste Glied der Reihe ist das Phenazin, 
C G H 4 .N 2 . C 6 H 4 , daneben kommen noch in Be 
tracht das Phenonaphtazin, C 6 H 4 . N 2 . C 10 H 0 , 
das Dinaphtazin, Cj 0 H s . N 2 . C 10 H 6 , usw. Von 
diesen Endgliedern lassen sich folgende Farb 
stoffgruppen ableiten: Durch Eintritt von 1 oder 
2 Aminogruppen in das Phenazin entstehen 
die Eurhodine (s. Neutralrot), durch Ein 
tritt von Hydroxylgruppen die Eurhodole. Als 
Amidoderivate des Phenonaphthazins sind die 
wosinduline und die Isorosinduline (s. In 
duline) anzusprechen. Treten an den mittleren 
Stickstoff der Eurhodine oder Eurhodole noch 
Alkylgruppen, so entstehen die Safranine (s. 
d') bzw. Safranoie, Aposafranine und Sa- 
‘ taninone. Wenn in die beiden Phenylgruppen 
des Phenazins je zwei alkylsubstituierte Ammo- 
| r )rppen eintreten und gleichzeitig der mittlere 
Stickstoff mit einer Alkylgruppe verbunden ist, 
gelangt man zu den Indulinen (s. d.), 
' ^ H )s C 8 H 5 N 2 . C 0 H 2 (K. NH),. 
, Azoblau, ein blauschwarzes, in Wasser mit 
Holetter Farbe lösliches Pulver, welches Baum- 
w°ll e i m Seifenbade grauviolett färbt, besteht 
aus dem Natronsalze der Ortho-Tolidindisazo- 
a Phanaphtolmonosulfosäure. 
,■ Azofarbstoffe. Unter diesem Sammelnamen 
•p t man eine außerordentlich große Zahl von 
eerfarben (s. d.) zusammen, welche sämtlich 
>e sog. Azogruppe, d. h. zwei miteinander dop- 
verbundene Stickstoffatome enthalten. Durch 
er bindung der beiden freibleibenden Valenzen 
mit organischen Radikalen entstehen ganz all 
gemein gefärbte Stoffe, welche aber noch nicht 
auf der Faser haften, vielmehr ist es zur Er 
zeugung eigentlicher Farbstoffe erforderlich, daß 
noch Gruppen sauren oder basischen Charakters 
eintreten. Die Farbstoffe, in denen mit der Azo 
gruppe nur Benzolreste verbunden sind, zeigen 
meist gelbe bis braune Töne, während durch 
Einführung der Naphtalingruppe oder anderer 
höherer Radikale auch rote, violette und blaue 
Farben entstehen. — Die Darstellung beruht im 
Grunde darauf, daß man ein Amin, z. B. Anilin, 
mit Salzsäure und Natriumnitrit diazotiert und 
die entstandene Diazoverbindung mit einem ge 
eigneten Amin oder Phenol zusammenbringt. 
Schon aus der Überfülle der verfügbaren Amine 
und Phenole ergibt sich, daß eine ungeheure 
Zahl von Azofarbstoffen theoretisch möglich ist. 
Sie wird nahezu unendlich, wenn man bedenkt, 
daß neben den Farbstoffen mit einer Azogruppe 
(Monoazofarbstoffe) auch solche mit zwei (Dis 
azofarbstoffe) und mehr Azogruppen (Tris-, 
Tetrakis-, Polyazofarbstoffe) hergestellt werden 
können. — Um einen gewissen Überblick über 
das große Gebiet zu geben, sei nach Mofa lau 
und Eucherer folgende Einteilung zugrunde 
gelegt. I. Die Monoazofarbstoffe zerfallen in 
folgende vier Unterabteilungen, a) Aminoazo- 
farbstoffe enthalten eine oder mehrere mit 
der Azogruppe verbundene Aminogruppen und 
entsprechen sonach der allgemeinen Formel; 
R. N : N . R 1 .NH 2 . Als wichtigste Glieder dieser 
Reihe seien angeführt: Chrysoidin' (s. d.). 
Säuregelb (s. Echtgelb), Diphenylamin 
orange (s. Säuregelb), Methylorange (s. d.), 
Bismarckbraun (s. d.), Toluylenbraun, aus 
Amidodiazotoluolsulfosäure und m-Phenylendi- 
amin, Azogelb (s. d,), Metanilgelb (s. d.). 
b) Oxyazofarbstoffe entstehen durch Einfüh 
rung von aromatischen Hydroxylderivaten in 
das Diazomolekül und werden demnach durch 
die allgemeine Formel R.N:N.Rt.OH darge 
stellt. Zu ihnen gehören u.a.: Naphtolorange 
(s. Tropaeolin), Echtrot (s. d.), Ponceau (s. 
d.), KosehenillescharlachGausDiazobenzol- 
chlorid und re-Naphtolsulfosäure. c) Monoazo 
farbstoffe aus Peri-Dioxynaphtalinderivaten 
umfassen eine Reihe von Farbstoffen, welche 
bei schönem blaustichigrotem bis violettblauem 
Tone und guter Lichtechtheit ein großes Egali 
sierungsvermögen besitzen und zur Erzeugung 
licht- und walkechter Beizenfärbungen auf Wolle, 
in der Regel mit Nachchromierung, dienen. Sie 
werden durch Einwirkung von Diazokörpern 
auf Dioxynaphtalindisulfosäure, die sog. Chro- 
motropsäure, hergestellt. Das bekannteste Glied 
der Reihe ist Chromotrpp 2 R. d) Oxykar- 
bonsäuremonoazofarbstoffe werden haupt 
sächlich zum Zeugdruck auf chromgebeizte Fa 
ser benutzt. Zu ihnen gehören Alizaringelb G 
und R, welche aus diazotiertem meta- oder 
para-Nitranilin und Sal zylsäure hergestellt wer 
den. II. Disazofarbstoffe werden nach dem Aus 
gangsmaterial in drei Unterabteilungen zerlegt, 
a) Disazofarbstoffe aus Monoazofarb- 
stoffen. Zu ihrer Herstellung kombiniert man 
einen Azofarbstoff mit noch einem Molekül einer 
Diazoverbindung, doch ist es meist nicht nötig, 
den Monoazofarbstoff vorher zu isolieren. Wich-
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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