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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Vanillin 
465 
Vasogen 
glanz, ohne auf Papier Flecken zu geben. Die 
V. leidet leicht durch Zerbrechen, Verletzungen, 
Austrocknen oder Schimmelbildung und muß 
deshalb, in Stanniol verpackt, hermetisch ver 
schlossen in trockenen Räumen, und zwar in 
Glas oder Blech aufbewahrt werden. Die beste 
Ware kommt von Bourbon und Reunion. Java- 
V. ist hartschaliger und geringwertiger als die 
amerikanische und Bourbon-V. In Mexiko wird 
die V. oft mit Akajouöl bestrichen, wodurch sie 
an Güte verliert. Derart fettig gemachte Ware 
gibt auf Papier braune Flecken. — Verfälscht 
wird V. durch Auffrischen bereits mit Spiritus 
ausgezogener Schoten mit Perubalsam und Aka 
jouöl oder mit Benzoetinktur und Bestreuen 
mit Glas-, Azetanilid- oder Benzoesäurepulver 
sowie durch Zumischen schlechter Schoten und 
ähnlich aussehender Früchte. — Die künstliche 
Darstellung des Vanillins, das zu den meisten 
Zwecken die V. vollkommen ersetzen kann, hat 
den Preis zwar wesentlich ermäßigt, doch ist 
die Verwendung des künstlichen Riechstoffs an 
Stelle der Vanillefrüchte für manche Zwecke 
unmöglich, so daß die Vanille ihren Preis auch 
jetzt noch behält. Als billige Ware ist seit meh 
reren Jahren die Tahiti-Vanille im Handel, 
eine an sich echte, aber durch Entartung un 
brauchbare Frucht. Mit Vanillin bestäubte Ta 
hiti-Vanille darf nur unter der Kennzeichnung 
„mit Zusatz von Vanillin“, nicht aber als „Va 
nille“ oder gar „veredelte V.“ in den Verkehr 
gebracht werden. — Von anderen Vanille 
arten sind noch Vanilla Pompona (s. Vanil- 
lon) und Vanilla palmarum zu nennen, die 
lediglich zu Parfümeriezwecken dienen. — Medi 
zinisch wird die V. selten verordnet, und zwar 
fast nur bei hysterischen Leiden und Menstrua 
tionserkrankungen. Bisweilen sind angebliche 
Vergiftungen durch V. bekannt geworden, so 
z. B. nach Genuß von Vanilleeis, doch dürfte 
dies wohl mehr auf eine Zersetzung anderer 
Bestandteile des Eises selbst zurückzuführen sein. 
Immerhin führt der übermäßige Genuß von V. 
Kopfschmerzen und Übelkeit herbei. Auch hat 
sich bei Menschen, die mit dem Einpacken und 
Sortieren von V. fortgesetzt zu tun haben, mehr 
fach eine Art Krätzekrankheit gezeigt. — Va 
nilletinktur (lat. Tinctura Vanillae, frz. Tein- 
ture de Vanille, engl. Tincture of Vanille) ist 
ein alkoholischer Auszug, der als Parfüm und 
als Speisezusatz verwandt wird. 
Vanillin (lat. Vanillinum), der Bestandteil 
der Vanillefrüchte, dem diese hauptsäch 
lich, wenngleich nicht allein, ihren feinen Ge 
ruch und Geschmack verdanken, kann nach 
verschiedenen Verfahren auf künstlichem Wege 
dargestellt werden. Man bereitet es entweder 
aus dem Kambialsafte der Nadelhölzer 
durch Oxydation des in ihm enthaltenen Koni 
ferins mittels Kaliumdichromats und verdünn 
ter Schwefelsäure, oder aus dem Eugenol des 
Nelkenöls, dem Harz des Ölbaumes und 
dem Guajakol des Buchenholzteers durch 
Behandeln mit Chloroform und Ätznatron. V. 
entsteht so als ein feinkristallinisches weißes 
Pulver, das sich schwer in kaltem, leicht in 
heißem Wasser sowie auch in Alkohol und Äther 
löst. Es schmilzt bei 80—8i° und läßt sich, vor 
sichtig erhitzt, sublimieren und in schönen, 
Mercks Warenlexikon. 
sternförmig gruppierten Kristallnadeln erhalten. 
In chemischer Hinsicht ist V. als Methylpro- 
tokatechualdehyd, C 6 H 3 (OH)(OCH 3 ). CHO, 
aufzufassen. Im Kleinhandel wird es gewöhn 
lich schon mit einer gewissen Menge Zucker 
vermischt zum Verkauf gebracht (Vanillin 
zucker). Auch sind während des Krieges Mi 
schungen von Kochsalz mit etwa i o/o V. als Va 
nillinsalz in den Handel gelangt. Trotz seines 
feinen und starken Vanillegeruches kann es die 
Vanille doch nur zum Teil ersetzen, da außer 
dem V. und der Vanillinsäure auch noch ein 
aromatisches Harz an dem Geruch und Ge 
schmack der Vanille Anteil haben. Die Vanil 
linsäure läßt sich ebenfalls künstlich herstellen, 
besitzt jedoch nur einen schwachen Geruch. 
Vanillon nennt man eine besondere, von der 
gewöhnlichen Vanille stark abweichende Sorte 
aus Britisch-Guayana von Vanilla pompona. 
Die Fruchtkapseln sind viel kürzer, bedeutend 
dicker, breiter und fleischiger als bei der ge 
wöhnlichen Vanille, der Länge nach gerunzelt, 
an beiden Enden verschmälert, umgebogen und 
mit einer Narbe versehen. Um das Aufspringen 
zu vermeiden, werden sie meist mit Fäden spi 
ralig umwickelt. Der Geruch ist bei weitem 
nicht so fein wie derjenige der echten Vanille 
und erinnert mehr an Piperonal (Heliotropin) 
und Kumarin. Sie wird daher auch nicht zu 
Konditoreizwecken, sondern nur in der Par 
fümerie benutzt. 
Vaselin (Vaseline, lat. Adeps petrolei, Un 
guentum paraffini, frz. Vaseline, engl. Vaselin), 
eine weiche, geruchlose, sich fettig anfühlende 
Masse von Salbenkonsistenz, wird aus den De 
stillationsrückständen des amerikanischen Pe 
troleums gewonnen und teils mit gelblicher 
Farbe (halb gereinigt), teils vollständig weiß in 
den Handel gebracht. V., dessen Schmelzpunkt 
zwischen 35 und 45 0 liegt, wird wegen seiner 
milden Beschaffenheit, und weil es nie ranzig 
werden kann, meist anstatt des Schweinefettes 
zu Salben benutzt. Es besteht aus dem Paraffin 
ähnlichen Kohlenwasserstoffen und wird auch 
aus Rohozokerit, unter Zusatz von flüssigem 
Paraffinöl, dargestellt. — Das lediglich aus 
flüssigen Kohlenwasserstoffen bestehende Va- 
selinöl (Virginia) dient als Rostschutz und 
Schmiermittel. 
Vasenol, ein Gemisch von Vaseline und Pa 
raffinöl mit etwas Zetylalkohol oder einem 
anderen hohen Fettalkohol, findet wegen seines 
großen Wasserbindungsvermögens als Salben 
grundlage Verwendung. 
Vasogen (lat. Vaselinum oxygenatum), eine 
neue Salbengrundlage, soll nach Angabe der 
Fabrikanten ein durch Behandlung von Vaselin 
mit komprimiertem Sauerstoff unter Erhitzen 
im Drucktopf hergestelltes Sauerstoffderivat des 
Vaselins sein. Nach anderen Angaben werden 
gleichartige Stoffe durch Mischen von Paraffin 
öl mit Rizinusdisulfosäure oder mit ölsaurem 
Ammonium erhalten. Da der Name V. geschützt 
ist, werden Nachbildungen als Vasolimente 
bezeichnet und zur Herstellung von Mischungen 
mit Jod, Jodoform, Kreosot und anderen Medi 
kamenten benutzt. Valsol, Vasol und Vaso- 
sapon sind ebenfalls andere Namen für gleich- 
I artige Salbengrundlagen. 
30
	        

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Festschrift Für Den 3. Internationalen Petroleumkongreß (Bukarest, September 1907). Verlag für Fachliteratur G.m.b.H, 1907.
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