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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Baumwollsamenöl 
46 
Behenöl 
und daher meistens als Düngemittel verwandt 
werden. Der ungeschälte oder mollige B. ist 
dunkelbraun, die bessere Sorte (ß. von Katania) 
heller gefärbt, als schlechteste Sorte gelten die 
syrischen. Geschälte B. werden namentlich von 
England und den Vereinigten Staaten eingeführt. 
Die B. dürfen nicht dumpfig riechen, noch sauer 
reagieren und müssen frei von Pilzwucherungen 
sein, wenn sie als Futter verwandt werden sollen. 
Die ungeschälten B. kommen auch im gemahlenen 
Zustande in den Handel. (Extraktionsmehl, 
Baumwollensamenmehl.) 
Baumwollsamenöl (Kottonöl, lat. Oleum 
Gossypii, frz. Huile de coton, engl. Cotton-oil), 
das fette Öl der Baumwollsamen, wird teils in 
den Herkunftsländern der Baumwolle selbst er 
zeugt, teils in Europa aus eingeführten Samen 
gewonnen. Das rohe B. ist trübe und dunkel 
braun und kann nur als Schmieröl benutzt 
werden, das raffinierte hat eine gelbe Farbe, 
erstarrt bei —■ 2bis3°C, hat ein spez. Gew. von 
0,922—0,930 und wird teils als Brennöl, teils bei 
der Herstellung von Seife und neuerdings auch als 
Speisefett (Florida-Öl) sowie zum Verfälschen 
teurerer Öle verwandt. Zum Nachweise des B. 
erhitzt man 10 ccm mit einer Mischung von 
Amylalkohol und Schwefel in Schwefelkohlen 
stoff, wobei B. eine rote Färbung annimmt. 
Bauxit (Beauxit), ein nach der Stadt Les 
Beaux bei Arles benanntes Mineral, das in 
seinem Aussehen dem Bolus ähnelt und in 
seiner reinsten Form aus wasserhaltiger Ton 
erde, A1 2 0(0H) 4 , mit 73,93 °/o Aluminiumoxyd 
besteht, meist aber wechselnde Mengen Eisen 
oxyd und freie Kieselsäure enthält, findet sich 
in Form rotbrauner bis dunkelroter, bisweilen 
auch weniger gefärbter Adern und Knollen, die 
meist im Tagebau gewonnen werden. Die aus 
gedehntesten Lager besitzt Frankreich (Südfrank 
reich), das jährlich 3—400000 t gewinnt, ge 
ringere Mengen Deutschland (Vogelsberg), Öster 
reich (Steiermark, Krain und Dalmatien). Neuer 
dings sollen in Holländisch-Guyana ausgedehnte 
B.-Lager gefunden wordensein, jdie im Besitze nord 
amerikanischer Fabriken Ausbeuten von 425000 t 
liefern. B. ist das Ausgangsmaterial für die 
Herstellung der meisten Aluminiumverbindungen 
und des metallischen Aluminiums, und die deut 
sche Aluminiumindustrie, welche vor dem Kriege 
ganz auf die französischen Vorkommnisse an 
gewiesen war, schien durch die Abschneidung 
der Zufuhren stark bedroht. Sie konnte aber 
zunächst auf den sehr reinen, besonders kiesel 
säurefreien (weniger als 1 % Si0 2 ) Vogelsberger 
B. und dann auf die etwa 50000 t betragende 
Erzeugung der österreichischen Adriaküste zu 
rückgreifen, die für 10000 t Metall ausreichte. 
Später fand man ein Verfahren zur Verarbeitung 
gewöhnlichen Tons, wodurch Deutschland vom 
Ausland völlig unabhängig wurde. •— Weiter 
dient B. noch zur Ausfütterung der rotierenden 
Siemensöfen für Eisen- und Stahlbereitung und 
zur Herstellung feuerfester Tiegel. 
Baykuruwurzel (lat. Radix baycuru, frz. Ra 
cine de Baycuru, engl. Baycuru-root), die Wurzel 
der in Südamerika heimischen Plumbaginee 
Statice brasiliensis, besteht aus 0,5—2 cm 
dicken knolligen Stücken, die von einer schwar 
zen, rissig gewundenen Rinde umgeben sind und 
auf dem glänzend dunkelbraunen Querschnitt eine 
deutliche radiale Anordnung der Gefäßbündel 
zeigen. Die B. wird in Amerika als ausgezeichne- . 
tes Beruhigungsmittel bei Menstruationsschmer- | 
zen empfohlen. , 
Bayrum (Spiritus Myrciae comp.), ein ursprüng 
lich in den wärmeren Teilen von Amerika all 
gemein verbreitetes, jetzt auch in Europa viel 
benutztes Waschmittel für Kopf, Hände und den 
ganzen Körper, wird am besten auf St. Thomas 
und Jamaika aus den frischen Beeren und Blät 
tern des Baybaumes (Pimenta acris) durch 
Destillation mit feinem Rum hergestellt. Zur 
zeit gewinnt man es meist durch Vermischen 
von Rum, Wasser und Spiritus mit dem Bayöl 
(Bay-Rumöl, lat. Oleum Pimentae acris, Oleum 
Myrciae, frz. Essence de Bay, engl. Oil of Bay), 
dem zu, etwa 2,5% in den Blättern von Pimenta 
acris enthaltenen ätherischen Öle, das zu einem 
wesentlichen Teil aus Eugenol besteht, ein spez. 
Gew. von 0,965—0,985 besitzt und für sich einen 
Handelsartikel bildet. 
Bdellium (lat. Gummi s. Resina Bdellium, frz, 
Rösine od. Gomme bdellium, engl. Gum bdelli 
um), ein balsamisch riechendes Gummiharz aus 
Senegambien und der afrikanischen Ostküste, 
das von Balsamodendron africanum ab 
stammt. Das B. wurde früher zu Pflastern und 
als Räuchermittel verwendet, hat aber jetzt nur 
noch insofern Interesse, als es häufig in der 
käuflichen Myrrhe gefunden wird, der man es 
schon in den Herkunftsländern zusetzt. Auch 
im Senegalgummi will man es gefunden haben. 
Das afrikanische B. erscheint in kugeligen 
Stücken oder zusammengebackenen Massen von 
grünlichbrauner Farbe, besitzt einen dem Am 
moniakgummi ähnlichen Geruch und enthält, 
Harz, Gummi und ätherisches Öl. Eine andere 1 
Sorte, das indische B., welches von Scinde aus 
ausgeführt wird und von Balsamodendron 
Muskal stammt, besitzt eine dunklere Farbe 
als das afrikanische und riecht terpentinartig. 
Bebeerurinde (Beberurinde, Bibirurinde, 
Sipeeririnde, lat.Cortex Berbeeru, frz.Ecorce de 
Berbere, engl. Berberu-bark), ein jetzt nicht mehr 
gebräuchlicher Gegenstand des Drogenhandels, 
stammt von Nectandra Rodiei, einem Baume 
Guyanas, der auch das unter dem Namen Green- 
heart bekannte Schiffsbauholz liefert, und be 
steht aus flachen, dunkelzimtfarbigen Stücken 
von bitterem Geschmack. Das in der B. ent 
haltene Alkaloid Bibirin oder Bebeerin ist 
nach neueren Untersuchungen identisch mit dem 
Buxin. 
Beet juice, ein durch Konzentrieren von Fleisch- 
saft im Vakuum erhaltenes Nährpräparat amerika 
nischen Ursprungs. 
Behenöl (Be.hennußöl, Beenöl, lat. Oleum 
Behen, Oleum balatinum, frz. Huile de Ben ailä, 
engl. Behen-oil), das fette Öl der Behennüsse 
(Nuces behen), der Samen eines auf Martini 
que und Guadeloupe wachsenden sowie auch in 
Oberägypten und Indien vielfach angepflanzten 
Baumes, Moringa pterygosperma oder M. 
oleifera, gehört zu den nicht trocknenden Ölen, 
ist dickflüssig, farblos oder blaßgelb und geruch 
los und hat das spez. Gew. 0,912. Es zeichnet 
sich durch große Haltbarkeit aus und wird vor 
allem nicht ranzig. Eine andere Sorte von Ja-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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