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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Benzoin 
49 
Bergblau 
engl. Benzoic acid), eine in vielen Balsamen 
und Harzen, besonders in der Benzoe enthaltene 
organische Säure, welche in chemischer Hinsicht 
als Benzolkarbonsäure, C 6 H 6 .COOH, aufzufassen 
ist. Zu ihrer Darstellung wird zimtsäurefreies 
Benzoeharz entweder mit Kalkmilch ausgekocht 
und die Lösung mit Salzsäure gefällt, oder das 
Harz wird einfach der Sublimation unterworfen. 
Zu pharmazeutischen Präparaten darf nur die 
sublimierte Säure benutzt werden. Für technische 
Zwecke bediente man sich früher als Ausgangs 
material vielfach des Harns von Pferden und 
Rindern, deren Hippursäure bei geeigneter Be 
handlung in B. übergeht. Neuerdings wird die 
Säure jedoch meist synthetisch aus phtalsaurem 
Kalzium oder Toluol dargestellt. Die B. kristalli 
siert in schön glänzenden Blättchen, die, wenn 
aus dem Harz gewonnen, bräunlich aussehen und 
schwach aromatisch riechen, sonst färb- und ge 
ruchlos sind. Sie ist wenig in kaltem, leichter in 
heißem Wasser löslich, schmilzt bei 120 0 und 
Siedet bei 250° unter Entwicklung hustenreizen 
der Dämpfe. Im Hinblick auf das Fehlen cha 
rakteristischer Reaktionen stellt man zum Nach 
weise der B. am zweckmäßigsten den charakte 
ristisch riechenden Äthylester dar. B. findet An 
wendung als Heilmittel, ferner zur Herstellung 
v °n Teerfarben und neuerdings auch, an Stelle 
der durch das Fleischbeschaugesetz verbotenen 
Stoffe (Salizylsäure. Borsäure usw.), zur Konser 
vierung für Fleischwaren. Obschon sie nach 
neuen pharmakolog. Untersuchungen für den 
menschlichen Organismus nicht oder doch nicht 
nachweisbar schädlich ist, muß letztere Ver 
wendung als unerwünscht bezeichnet und zum 
mindesten eine deutliche Deklaration verlangt 
Werden. Von den Verbindungen der B. mit Basen, 
Benzoaten, hat das Natriumsalz hauptsächlichste 
Bedeutung. 
Benzoin, Bittermandelölkampf er, eine che 
mische Verbindung von der Formel des Benzoyl- 
Phenylkarbinols, C 6 H 5 .CH(OH).CO .C 6 H 5 , wird 
durch Behandlung von Benzaldehyd mit Zyan- 
Kalium dargestellt und bildet farblose, bei 134 0 
schmelzende Prismen, welche als Antiseptikum 
Anwendung finden. 
Benzol, ein im Steinkohlenteer enthaltener 
Kohlenwasserstoff, C 6 H 6 , welcher sich neben To- 
Uof, Xylol u. a. auch im Rohbenzol und Stein- 
phlenbenzin vorfindet und daraus durch fraktio- 
mrte Destillation gewonnen wird, erscheint in 
e metn Zustande als eine farblose, stark licht- 
re chende Flüssigkeit vom spez. Gew. 0,884 und 
d ^m Siedepunkte 80,5°. B. brennt mit leuchten- 
u e K stark rußender Flamme, mischt sich mit Al- 
oti°i, Äther, Petroläther, Holzgeist und Azeton, 
in r| a ^ er ' n Nasser unlöslich. Man ber utzt es 
j, der Industrie als Lösungsmittel für Fette und 
st p tsc BuL un d als Ausgangsmaterial für die Dar- 
Pa K S ^ es Anilins und zahlreicher künstlicher 
rbst °ffe, besonders des Indigos. Vielfach wird 
fji aac h an Stelle des Benzins als Betriebsstoff 
Automobile verwandt. 
j ^nzopurpurin, drei Azofarbstoffe, welche 
Werd ^' e ^ e ‘ cben I B, 4 B und 6 B unterschieden 
lösbu ’ kommen als braune oder rote, in Wasser 
im c e Pu Her in den Handel, die Baumwolle 
w hmdenbade rot färben. B. 1 B und B. 6 B 
e n durch Einwirkung von diazotiertem Toli- 
Mercks Warenlexikon. 
din auf Alpha- oder auf Betanaphtylaminmono- 
sulfosäure erhalten, während die Sorte 4 B durch 
Einwirkung von Naphtionsäure auf diazotiertes 
Tolidin entsteht. b-Purpurin s B und &-Pur- 
purin ;B (Diaminrot) Werden ebenfalls aus 
Tolidin durch Verkuppelung mit anderen Naph- 
tylaminsulfosäuren dargestellt. 
Benzosol, Guajakolbenzoat, C 6 H 4 (OCH 3 ). 
OOC.CgHj, ein neues Medikament, das durch 
Behandlung von.Guajakol mitÄtzkali undBenzoyl- 
chlorid als farbloses Kristallpulver vom Schmelz 
punkt 56° gewonnen wird. Es wird bei Phthisi 
kern und als Darmantiseptikum an Stelle von 
Guajakol und Kresol, vor denen es den Vorzug 
der Geschmacklosigkeit besitzt, verordnet. 
Benzylviolett (Violett s B, Pariser Violett 
6 B), ein in Wasser mit violetter Farbe löslicher 
Teerfarbstoff, wird zum Färben von Seide, Wolle 
und Baumwolle benutzt und besteht im wesent 
lichen aus salzsaurem Pentamethylbenzylpararos- 
anilin. 
Berberin (lat. Berberinum, frz. Berberine, engl. 
Berberin), eine stickstoffhaltige Base, C 20 H 19 NOg, 
die man in vielen Pflanzen aufgefunden hat, so in 
allen Teilen, namentlich aber in der Wurzel des 
Sauerdorns (Berberis vulgaris), ferner in der 
Kolombowurzel und dem Kolomboholz, der jamai 
kanischen Wurmrinde, der Wurzel von Hydrastis 
canadensis, bildet glänzende gelbe Kristallnadeln 
von bitterem Geschmack, die in kaltem Wasser 
nur sehr wenig, in heißem leicht löslich sind. 
Die Verbindungen des B. mit Säuren, die Ber 
berinsalze, sind meistens ebenfalls gelb und 
schwer löslich und finden wie die freie Base be 
schränkte medizinische Anwendung. 
Berberitzen (Sauerdornbeeren, lat. ßaccae 
berberidis, frz. Bayes de vinetier, Bayes d’Epine- 
vinette, engl. Bcrber-berries), die länglichrun 
den, fast zylindrischen, scharlachroten Früchte 
des Berberitzenstrauchs, Berberis vulgaris(L.), 
sind reich an Äpfelsäure und waren früher Ar 
tikel des Drogenhandels. Man verwendet sie zur 
Herstellung von Berberitzensirup und B.-Mus, so 
wie den Saft als rote Farbe in der Lederfabri 
kation. 
Bergamottöl (lat. Oleum bergamottae, frz. Es- 
sence de bergamote, engl. Oil of bergamot), ein 
sehr wohlriechendes ätherisches Öl, wird aus den 
Fruchtschalen der Bergamotten, der Früchte von 
Citrus Bergamia, einer Orangenart, durch Aus 
pressen gewonnen. Das bräunlichgelbe oder we 
gen seiner Versendung in Küpfergefäßen meist 
grünliche Öl ist anfangs trübe, klärt sich aber 
bald und enthält neben Links-Linalool, CioHjgO, 
und Rechts-Limonen, C 10 PI 1G , als wertbestimmen 
den Bestandteil etwa 3S°/o Linalylazetat, c 10 h 17 o . 
CHj.CO. Das spez. Gew. beträgt 0,881—0,886, 
die Rechtsdrehung im too-mm-Rohre -j- 8 bis 
+ 22 0 . In seinem halben Volumen Alkohol 
muß sich das Öl klar lösen. Mit Hi’.fe dieser 
Eigenschaften und der Verseifungszahl kann 
der Nachweis von Verfälschungsmitteln wie 
Terpentinöl, Olivenöl und Zitronenöl leicht ge 
führt werden. Das meiste B. kommt aus Reggio 
in kupfernen Ramiferen von 5r—50. kg Inhalt. 
Bergblau (frz. Bleu de montagne, engl. Moun- 
tain-blue) besteht aus fein gemahlener und ge 
schlämmter Kupferlasur (s. d-) und kommt nur
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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