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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Bernsteinöl 
51 
Bibergeil 
die Gewinnung von Bernstein immer mehr zurück 
geht. 
Bernsteinöl (Agtsteinöl, lat. Oleum succini, 
frz. Huile de succin, engl. Ambre-oil), ein dunkel 
braunes, grünlich schimmerndes, unangenehm 
riechendes ätherisches Öl, das als Nebenprodukt 
bei der Bereitung der Bernsteinsäure aus Bern 
stein gewonnen wird, findet als krampfstiüendes 
Mittel sowie äußerlich gegen Zahnschmerz An 
wendung. Für den gleichen Zweck benutzt man 
ein gereinigtes, über Holzkohle destilliertes B„ 
welches weniger unangenehm riecht und eine 
blaßgelbe Farbe besitzt. 
Bernsteinsäure (Succinylsäure, Dikarbon- 
äthylensäure, lat. Acidum succinicum, frz. 
Acide succinique, engl. Succinic acid), eine orga 
nische Säure von der Formel (CH 2 .COOH) 2 , 
findet sich fertig gebildet im Bernstein, einigen 
Braunkohlen, Harzen, Terpentinölen, Pflanzen- 
und tierischen Säften. Sie entsteht bei der Oxy 
dation von Fetten mit Salpetersäure, bei der 
Gärung und Fleischfäulnis und wird im großen 
durch Vergärung von äpfelsaurem Kalzium aus 
Vogelbeersaft oder durch trockne Destillation 
von Bernstein dargestellt. B. bildet farblose Kri 
stalle von schwach saurem Geschmack, schmilzt 
bei 185° und destilliert bei 235 0 unter Wasser 
abspaltung. Zu ihrem chemischen Nachweise 
bedient man sich des neutralen Kalzium- oder 
Bariumsalzes, welche in Wasser und Alkohol 
schwer, bzw. unlöslich sind. B. findet beschränkte 
Anwendung zur Herstellung pharmazeutischer 
Präparate, besonders des Liquor Ammonii suc- 
cinici, sowie in der Chemie und Photographie. 
Bertramwurzel (Zahnwurzel, Speichel- 
Wurzel, lat. Radix pyrethri, frz. Racine de py- 
r ethre, engl. Pellitor^). Unter diesem Namen 
kommen im Drogenhandel zwei verschiedene 
Wurzeln vor. 1. Die deutsche B. (Radii py- 
tethri germanici) stammt von Anacyclus offi- 
c, narum und wird vielfach in Thüringen an- 
Sebaut. 2. Die römische B. (Radix pyrethri ro- 
^ni) stammt von Anacyclus Pyrethrum, 
e mer in Arabien, Syrien und Nordafrika wild 
wachsenden, in Italien angebauten Pflanze aus 
, er Familie der Kompositen. Beide besitzen 
ein en brennend scharfen Geschmack, sind aber 
ffpruchlos. Die deutsche B. hat Längsrunzein, 
rJ e römische Querrunzeln. Bei ersterer ist der 
'dolzkörper braun, bei letzterer gelb. Man ver 
endet B. meist zu Zahntinkturen und Mund 
wässern. 
Beryll, ein in sechsseitigen Säulen kristalli- 
Sle rendes, aus Kieselsäure, Tonerde und Beryll- 
nrde bestehendes Mineral, ist sehr hart (Härte 
8), glasglänzend und verschieden gefärbt, 
°ch herrschen die grünen Farbtöne vor. Blaß 
sru ner 0( j er f ar bi oser unc [ durchsichtiger B. wird 
dler Beryll genannt und als Schmuckstein 
erwendet. Alle undurchsichtigen B. nennt man 
Gemeinen B., die gelblichgrünen und bläulich- 
■Unea Spielarten Aquamarin, die lebhaft gras 
grünen.Smaragd (s. d.). 
L v Cta!n (Oxyneurin, Trimethylglykokoll, 
p ,?i n ) nennt man eine im Satte der Zuckerrübe 
Qy-raltene schwache organische Base, COOH . 
-p ja-N(CH s )j,OH, welche auch künstlich aus 
^'^ethylamin und Chloressigsäure erhalten wer- 
n kann. Sie bildet große, farblose, glänzende 
Kristalle, die jedoch an der Luft leicht zerfließen. 
Ihre Verbindung mit Salzsäure, das B. hydro- 
chlorid, vermag das Tetanustoxin zu neutrali 
sieren. 
Betelblätter (lat. Folia betel., frz. Feuilles de 
bdtel, engl. Betel leaves), die langgestieltea, ei 
rund herzförmigen Blätter einer ostindischen Pfef 
ferart, Piper Betle, werden Wegen ihres bren 
nend gewürzhaften und bitteren Geschmacks in 
Ostindien mit den Arekanüssen (s. d.) zusammen 
gekaut und finden auch in Europa medizinische 
Anwendung. Sie enthalten ein ätherisches Öl, 
Betelöl, welches gelbe bis braune Farbe, an 
genehm teeartigen Geruch und brennenden Ge 
schmack besitzt. Es hat das spez. Gew. 0,958 
bis 1,057, den Siedepunkt 255° und besteht 
aus einem dem Eugenol ähnlichen Phenol so 
wie einem Kohlenwasserstoff. Das Öl wird in 
Indien gegen katarrhalische Erkrankungen ver 
ordnet. 
Betol (Naphtalol), weißes glänzendes Kri 
stallpulver von Salizylsäure-Naphtylester, C7H5O3.. 
C 10 H 7 , welches sich dem Salol analog verhält 
und wie dieses als Antiseptikum benutzt wird. 
Beton, eines der wichtigsten neueren Bau 
materialien, besteht aus einer Mischung von 
Zement (s. d.) mit Schotter und grobem Kies. 
Betonienkraüt (Betunienkraut.Zehrkraut, 
lat. Herba betonicae, frz. Feuilles de betone, 
engl. Betony leaves), das getrocknete Kraut einer 
Labiale, Betonica officinalis (L) mit roten 
Blüten, eirunden, gekerbten und rauhhaarigen 
Blättern von aromatischem Geruch, wird als 
Volksmittel benutzt. 
Bezetten(Schmink- oder Färberläppchen, 
frz. Tournesol en drapeaux, engl. Tournesol) nennt 
man mit Koschenille oder Pernambukabkochung 
rot gefärbte Leinwandstreifen, die in Paketen 
von Y4—1/2 kg von Venedig und Hamburg in 
den Handel kommen und als Schminklappen ver 
wendet werden. Die eigentlichen B. stammen aus 
dem südlichen Frankreich und sind mit dem 
Safte einer Euphorbiazee, Croton tinctori- 
um (Krebskraut), gefärbt. Durch besondere 
Behandlung wird die Farbe der Läppchen in 
Blau und dann in Purpurrot übergeführt. Die 
letztere Farbe dient in Holland zum Färben von 
Käse. Beide wurden früher auch benutzt, um 
Backwerk, Liköre, Gelees leicht zu röten. 
Bezoare, ein veraltetes, in unserem Handel 
kaum noch vorkommendes Medikament, besteht 
aus den Darmsteinen einiger Wiederkäuer. Die 
teuersten kommen aus Persien und heißen orien 
talische oder echte B. 
Bibergeil (lat. Castoreum, frz. Castorde, engl. 
Castor fibre) nennt man getrocknete, aus vier 
übereinanderliegenden Häuten gebildete Beutel, 
die sich zu je zweien sowohl beim männlichen als 
auch beim weiblichen Biber, in der Nähe der 
Geschlechtsteile unter der Haut finden und eine 
im frischen Zustande weiche und schmierige, äus- 
getrocknet harte, braune und zerreibliche Masse 
von durchdringendem Geruch enthalten. B. wird 
medizinisch bei Nervenleiden sowie in der Par 
fümerie verwendet. Man unterscheidet das B. 
der Alten Welt, vom europäischen Biber 
Gastor fiber), und das der Neuen Welt, vom 
, nordamerikanischen Biber (Castor ameri-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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