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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Bihul 
53 
Bindfaden 
kohol und 7—8% Stammwürze. Lichtenhai- 
ner, obergäriges Bier mit 2—-2t/a 0/0 Alkohol 
und 8—9% Stammwürze. Zerbster Bitterbier 
mit 2,5—30/0 Alkohol und 12—12,5 0/0 .Stamm 
würze. Köstritzer Schwarzbier mit 3—3,5 °/o 
Alkohol und 12% Stammwürze. Mumme, eine 
Braunschweiger Spezialität aus sehr gehaltreichen, 
ungehopften Malzauszügen, die nur teilweise ver 
goren sind. Lambic und Faro, belgische Biere, 
stark sauer und bitter schmeckende Getränke, 
zu deren Herstellung neben Gerstenmalz auch 
Weizen, Hafer und Buchweizen benutzt werden, 
und die zur Milderung des harten Geschmacks 
Zusätze von Sirup oder Zucker erhalten. Malz 
extraktbiere, sehr extraktreiche, ganz schwach 
vergorene Malzauszüge von süßem Geschmack 
und geringem Alkoholgehalt. Als Malzbier 
schlechthin darf nur ein aus Malz, Hopfen, Hefe 
und Wasser hergestelltes Bier bezeichnet werden. 
Wenn es aber unter Mitverwendung von Zucker 
bereitet war, so müssen zur Herstellung von 1 hl 
Bier mindestens 15 kg Malz verwendet worden 
sein und auf Etiketten. Plakaten und Anweisungen 
entsprechende Hinweise („mit Zuckerzusatz“) an 
gebracht werden. Von den ziemlich seltenen 
Verfälschungen des Bieres sind besonders 
Zusätze von künstlichen Süßstoffen (Saccharin), 
Salizylsäure und anderen Konservierungsmitteln, 
Hopfenersatzmitteln, Neutralisationsmitteln (Na 
triumbikarbonat) zur Verdeckung des sauren Ge 
Schmacks, ferner von Tropf- und Neigenbier 
zu erwähnen. Sie können auf Grund der be 
stehenden gesetzlichen Bestimmungen unschwer 
bekämpft werden, ebenso der Verkauf von sau 
rem, trübem und sonstwie verdorbenem Bier. 
Her früher vielfach übliche Zusatz von Wasser 
zu fertigem Weißbier ist nach dem neuen Gesetz 
verboten. Die Produktion des Bieres ist in 
beständigem Aufschwung begriffen und dürfte 
für die ganze Erde gegen 200 Millionen hl be 
tragen, davon in Deutschland allein gegen 75 
Millionen hl. Der Versand geschieht in Fässern, 
neuerdings auch in zunehmendem Maße in Fla- 
Sc hen. Zum Verschank bedient man sich vielfach 
üer flüssigen Kohlensäure. In den meisten Staa 
ten ist das Bier einer ziemlich hohen Steuer 
unterworfen, die entweder als Maischraumsteucr, 
w ie in Belgien, oder als Malzsteuer (Deutschland) 
erhoben wird. Das alte deutsche Brausteuer- 
Sesetz von 1872 setzte den Satz von 4 M. für 
Jeden Doppelzentner verbrauchten Malzes fest. 
t'Uch dem neuen Brausteuergesetz ist hingegen 
j; u rn Schutze der kleinen Brauereien gegenüber 
den Großbetrieben eine Staffelung vorgesehen in 
derWeise, daß für die ersten 250 dz 14 M. für den 
T/uppelzentner, für die folgenden 1250 dz 15 M., 
, Ur die folgenden 1500 dz 17 M., für weitere 
Mgenden 7000 dz 18 M., den Rest je 20 M. für 
f dz erhoben werden. Bei Feststellung der Steuer 
lst 1 dz Zucker gleich 11/2 dz und 1 dz Weizen- 
malz gleich 4 /s dz Gerstenmalz zu rechnen. 
Bihul, der Bast einer indischen Liliazee, 
re wia oppositifolia, wird wie Lindenbast 
Ver vvandt. 
Biliner Sauerbrunnen enthält nach der Ana- 
Vse von W. Gintl in 1 kg 9,1319 g gelöste Salze 
st I *'6408 g freie Kohlensäure. Die Salze be- 
Läv aas 3,7178 g Natriumbikarbonat, 0,0225 g 
uhiumbikarbonat, 0,4085 g Kalziumbikarbonat, 
0,1995 g Magnesiumbikarbonat, 0,0031 g Ferribi- 
karbonat, 0,0001 g Manganoxydul, 0,3984 g Na 
triumchlorid, 0,2419 g Kaliumsulfat, 0,6668 g Na 
triumsulfat, 0,0007 g Aluminiumphosphat, 0,0623 g 
Kieselsäure. 
Bilsenkraut (Totenblumenkraut, Teufels 
auge, Gichtkraut, lat. Herba hyoscyami, frz. 
Feuilles de jusquiame noire, engl. Hyoscyamus 
leaves) besteht aus den von zweijährigen Pflanzen 
zu Anfang der Blütezeit gesammelten und ge 
trockneten Blättern von Hyoscyamus niger, 
einer in ganz Mitteleuropa wildwachsenden und 
in der Gegend von Gernrode, Quedlinburg und 
Ballenstedt für medizinische Zwecke auch an- 
gebauten Giftpflanze. Die großen, schlaffen, wei 
chen, zottigen Blätter von graugrüner Farbe 
sind buchtig gezähnt und besitzen einen wider 
lich betäubenden . Geruch und scharfen, bitteren 
Geschmack. Sie müssen alle Jahre erneuert wer 
den und sind an dunkeln und trockenen Orten 
aufzubewahren. Als wirksamen Bestandteil ent 
halten sie das giftige Alkaloid Hyoszyamin 
und werden in Apotheken zur Herstellung von 
Bilsenkrautextrakt (lat.Ejctractum hyoscyami, 
frz. Extrait de jusquiame, engl. Extract of Hyos- 
cyamum) verwandt, das an das Publikum ohne Re 
zept nicht abgegeben werden darf. — Bilsen 
krautöl (lat. Oleum hyoscyami coctum, frz. 
Huile de jusquiame, engl. Heubane-o:l) wird her 
gestellt durch Digerieren von mit Weingeist an 
gefeuchteten Bilsenkrautblättern in Olivenöl und 
nachfolgende Pressung und Filtrierung. Es stellt 
ein dunkelgrünes Öl dar und wird medizinisch 
als Einreibungsmittel verwandt. — Auch die nieren 
förmigen Samen der Pflanze (Bilsensamen, lat. 
Semen hyoscyami, frz. Semence de jusquiame, 
engl. Pleubane seeds), welche eine graubräun 
liche, netzförmig gezeichnete Oberfläche besitzen, 
kommen im Drogenhandel vor. 
Bimsstein (lat. Lapis pumicis, frz. Pierre-ponce, 
engl. Pumice-stone) nennt man ein äußerst po 
röses und daher leichtes vulkanisches Gestein, 
das durch Erstarrung von geschmolzenem, durch 
Dämpfe und Gase schaumig aufgetriebenem Obsi-: 
dian entstanden ist und gewöhnlich weiß oder 
graue Farbe besitzt. Das Vorkommen von B. ist 
an die Vulkane gebunden, wo er sich teils in 
Form loser Auswürflinge, teils in Verbindung 
mit Obsidian- und Perlitströmen findet. Der 
meiste kommt von den Inseln Lipari in Italien 
und Santorin in Griechenland. Der B. wird teils 
in ganzen Stücken, teils als Pulver zum Schlei 
fen und Polieren oenutzt, Bimssteinpulver ferner 
zur Bereitung der Bimssteinseife für Arbeiter. 
Sogenannter künstlicher B. ist ein mit Binde 
mittel in Platten gepreßtes Bimssteinpulver. 
Binden zu Verbandzwecken werden aus ver 
schiedenen Stoffen, z. B. Kambrik, Flanell, Tri 
kotschlauch, Verbandmull, Gaze, Leinen, Seide, 
Gummi hergestellt und kommen in verschiedenen 
Breiten und Längen fertig geschnitten in den 
Handel. 
Bindfaden (Spagat, lat. Filamentum, frz. Fi- 
celle, engl. String, Pack thread), wird jetzt nur 
noch selten durch Handarbeit, sondern immer 
mehr durch Maschinenarbeit hergestellt, und 
zwar benutzt man hierzu hauptsächlich Hanf und 
Flachs, neuerdings auch Jute, in sehr verschie 
denen Stärken. Je nach der Zahl der Fäden
	        

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Untersuchungen Über Das Versicherungswesen in Deutschland. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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