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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
D
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Diamalt 
87 
Diamant 
Diamalt, eine zur Beschleunigung des Back 
prozesses angepriesene Zubereitung österreichi 
schen Ursprungs, besteht aus dem eingedickten 
■Extrakt von Grünmalz und wirkt durch seinen 
Gehalt an Diastase. 
Diamant (Demant, lat. Adamas, frz. Diamant, 
engl. Diamond), der wertvollste all§r Edelsteine, 
besteht in chemischer Hinsicht aus reinem Kohlen 
stoff, welcher durch besondere, nicht näher be 
kannte Einflüsse in Kristallform übergeführt wor 
den ist. Er kristallisiert im regulären System, 
und zwar meist in Form von Oktaedern, Wür 
feln, Rhombendodekaedern und 48-Flächnern, 
Von denen die letzteren infolge ihrer gekrümm 
ten Flächen und Kanten meist Kugelform zeigen. 
Die meisten rohen D. sind äußerlich mit einer 
rauhen trüben Rinde umkleidet und verraten 
nichts von ihrer Schönheit, die erst durch das 
Schleifen offenbart wird. Die Härte übertrifft 
diejenige aller anderen Körper (Härtegrad 10), 
so daß er nur in seinem eigenen Pulver ge 
schliffen werden kann, doch ermöglicht die 
leichte Spaltbarkeit nach den Oktaederflächen 
seine Bearbeitung, und seine Sprödigkeit die 
Herstellung eines feinen Pulvers. Der D. tritt 
farblos oder in verschiedenen Farben auf, ist 
stark lichtbrechend und glänzend (Diamant 
glanz). Als reiner Kohlenstoff verbrennt er im 
Sauerstoff bei 700—800° unter Hinterlassung 
einer Spur Asche. Hingegen kann er unter 
einer Decke von Borsäure oder Borax mit der 
Gasflamme geglüht werden, ohne Schaden zu 
leiden. Nachdem die am längsten bekannten 
Fundorte in Ostindien in Golkonda und auf 
Borneo ziemlich erschöpft sind, kommen für 
die Lieferung der Diamanten fast nur noch Bra 
silien, Südafrika und Westaustralien in Frage. 
In Brasilien, wo die D. 1725 entdeckt wurden, 
finden sie sich bei Diamantina in der Provinz 
Matto grosso, in den Flußbetten des Rio Diaman- 
tino, Rio Ouro, Rio Paraguay sowie in den 
Provinzen Minas-Geraes, Bahia, Goyaz und Cu- 
yaba in Schwemmland, Sand und Gerolle, ferner 
an sekundärer Lagerstätte in einer durch Braun 
eisen verkitteten Quarzbreceie (Cascalho) und 
eingesprengt in dem eigentümlichen biegsamen 
Sandstein, dem Itakolumit, der zur huronischen 
Schieferformation gehört und daher als das Mutter 
gestein des D. angesehen wird, fn Südafrika 
finden sich die D. teils im Alluvium der Tal 
sohlen, teils in einem durch Eisenerze verkitte- 
len Kieselkonglomerat, dem sog. Blue ground, 
Welcher trichterförmige Einsenkungen ausfüllt. 
Hie hauptsächlich in Transvaal gefundenen Kap- 
diamanten sind in der Regel farblos und 
durchsichtig, seltener gefärbt. Ihnen ähnlich sind 
die in Deutsch-Südwest gefundenen D., auf 
die unser Kolonialamt so stolz war. Gelblich 
schimmernde Stücke werden weniger geschätzt 
als völlig farblose, hingegen stehen die sehr sel 
tnen blauen und grünen hoch im Preise. D. 
Jhit ungleichmäßiger Färbung und Durchsichtig 
keit, mit trüben oder rostfarbenen Stellen, Flelc- 
" e n, Punkten, Adern und Wolken sind zu 
Schmucksachen untauglich und bilden nebst den 
^ kleinen Stücken den Ausschuß, der zu 
Glaserdiamanten, Zapfenlagern für Uhren und 
■Kompasse sowie gepulvert als Schleifmittel ver 
wandt wird. Die Glaserdiamanten werden 
zw eckmäßig aus kleinen Steinen (Kugelport) 
mit natürlichen Kanten hergestellt, weil diese 
besser schneiden als D.-Splitter. Hingegen ver 
wendet man zum Gravieren auf Glas, Metalle 
oder lithographischem Stein dreiflächig zugespitzte 
Splitter, die in Griffel gefaßt werden. Für alle 
diese technischen Verwendungen, insbesondere 
auch zur Herstellung von Drehstählen für Gra 
nit, Porphyr, Glas, Stahl und Gußei.en sowie 
von Kränzen an Bohrmaschinen findet hauptsäch 
lich der durch amorphen Kohlenstoff gefärbte 
Schwarze Diamant der Provinz Bahia (Car- 
bonates) Anwendung. — Die rohen Diamanten 
haben meist eine rauhe, wenig durchsichtige 
Rinde von bleigrauer oder grünlicher Farbe. 
Die letztere wird lieber gesehen, weil sie in der 
Regel die reinste Masse umschließt. ^ Die Be 
urteilung roher Steine erfordert große Erfahrung, 
da neben der Reinheit auch die Form, von der 
die Größe des Abfalls abhängt, in Frage kommt. 
Die meisten Steine verlieren durch die Bearbei 
tung Vs—1/2 ihrer Masse. Die durch Unreinheiten 
bewirkten Fehler bezeichnen die Juweliere ent 
weder als Federn, Sprisselchen, schwarze und 
braune Flecke, matte weiße Tupfen und regen 
artige Streifen, Nach der Reinheit unterscheidet 
man drei Klassen: D. vom reinsten Wasser, 
vollkommen klare, färb- und fehlerlose, aber 
meist kleine Steine, D. vom zweiten Wasser, 
klar, aber mit kleinen Fehlern, und D. vom drit 
ten Wasser. Steine von ungewöhnlicher Schön 
heit heißen Solitairs, Paragons oder Noti- 
pareils. — Die Preise richten sich nach der 
Größe, Form und Reinheit. Ein schön geschliffe 
ner Brillant von I Karat hat einen Wert von etwa 
300 M., der bis zu >5 Karat ungefähr dem Ge 
wichte entsprechend, darüber hinaus aber sprung 
haft ins Ungemessene ansteigt. — Die Diamant 
schleiferei, durch welche erst die wertvollen 
Eigenschaften des D., Klarheit, Glanz und Far 
benspiel hervorgebracht werden, hatte früher 
ihren Sitz ausschließlich in Amsterdam und Ant 
werpen, wird jetzt aber auch in Hanau und 
Hamburg betrieben. Dem eigentlichen Schleifen 
geht das sog. Klieven, d. h. ein Abspalten grö 
ßerer Stücke mit Hammer und Meißel nach 
Zeichnung voraus. Darauf folgt das Beschnei 
den. ein Abreiben zweier in den Kittstock ein 
gesetzter Teile aus freier Hand und schließlich 
das eigentliche .Schleifen, Hierzu werden die 
Steine ebenfalls in einen Halter eingekittet und 
so gegen eine, rotierende, mit Öl und Diamant 
staub bestrichene Fläche gedrückt. Die gang 
barsten Formen des Schliffes sind die B rill an t- 
und Rosettenform. Die erstere, die das Licht- 
und Farbenspiel des D. am schönsten entwickelt, 
ist eine niedere, beiderseits abgestumpfte Doppel 
pyramide mit 2 oder 3 Reihen 3-, 4- oder 5 eckiger 
Facetten. Die Rosette besteht aus einer ein 
fachen Pyramide mit runder oder ovaler flacher 
Basis. Nachahmungen von D. wurden früher 
aus Bergkristall, in letzter Zeit schöner aus stark 
lichtbrechendem Bleiglas hergestellt, sind aber 
an ihrer geringeren Härte leicht zu erkennen. 
Weitereunterscheidungsmerkmale bestehen darin, 
daß ein auf den Diamanten gebrachter kleiner 
Wassertropfen seine Kugelform behält, auf Imi 
tationen aber zerläuft, und daß die Flächen des 
echten Steins niemals so regelmäßig geformt 
sind, als die Nachahmungen.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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