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Die Eisenindustrie in Südrußland

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Bibliographic data

fullscreen: Die Eisenindustrie in Südrußland

Monograph

Identifikator:
897231309
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-12220
Document type:
Monograph
Author:
Sawelieff, Maximilian http://d-nb.info/gnd/1036372987
Title:
Die Eisenindustrie in Südrußland
Place of publication:
Weida i. Th.
Publisher:
Druck von Thomas & Hubert, Spezialdruckerei für Dissertationen
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (130 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Eisenindustrie in Südrußland
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Teil. Geschichte der Eisenindustrie in Südrußland
  • Zweiter Teil. Die südrussische Eisenindustrie in der Gegenwart
  • Schluß

Full text

12 
Die Ursachen, welche die Entwicklung der Eisenindustrie in 
Rußland bedingten und aus dem eisenhungrigen ein eisengebendes 
Land gemacht hatten, so daß in kurzer Zeit die Eisenproduktion 
Rußlands z. ß. die englische beinahe um das Doppelte überflügelt 
hatte, lagen in erster Linie in den technischen Verhältnissen der 
Eisenproduktion der damaligen Zeit. Wie bekannt, brauchte man 
in Europa für Hochöfen im 17. und bis Mitte des 18. Jahrhunderts 
ausschließlich Holzkohle; die Verwendung der Steinkohle wurde 
erst später entdeckt. Da die Eisenverhüttung großer Mengen 
der Holzkohle bedurfte und eine rasche Entwaldung großer Gebiete 
mit sich brachte, mußten einige europäische Länder dadurch in 
ernste Not geraten. So machte sich in England noch am Anfang 
des 17. Jahrhunderts infolge der fortschreitenden Roheisenverhüttung 
und der damit zusammenhängenden Entwaldung ein zunehmender 
Holzmangel fühlbar 1 . Alle Gesetze der Königin Elisabeth hatten 
diese Erscheinung nicht aufhalten können. »Der größte Holzver- 
schlinger war die Eisenindustrie. Notschreie ertönten von allen 
Seiten 1 2 .“ Noch schlimmer waren die Verhältnisse in der ersten 
Hälfte des 18. Jahrhunderts. Durch Holzmangel wurde England 
gezwungen, den größten Teil seines Eisenbedarfs aus dem Auslande 
zu beziehen, während die Roheisenproduktion immer mehr sank. 
Das bestätigt auch ein starker Rückgang der Zahl der Hochöfen 
Seit der Zeit der Dudleys (Anf. d. 17. Jahrh.) verminderte sich ihre 
Zahl von 300 auf 59 im Jahre 1740 3 . 
Auch im damaligen Frankreich schritt die Entwaldung mächtig 
vorwärts; auch da schuf sie der Regierung wachsende Sorgen, da 
sie ihrem Bestreben, die Eisenindustrie zu heben, im Wege stand. 
Man erließ schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts Verordnungen 
gegen den übermäßigen Hoizverbrauch — doch ohne Erfolg 4 . 
Die einzigen Länder, wo die Wälder nicht erschöpft waren, 
waren Rußland und Schweden. Und diese Länder wurden daher 
wegen ihrer monopolistischen Stellung die Hauptlieferanten des Eisens 
auf dem Weltmärkte. Insbesondere befand sich der Ural in günstiger 
Lage. Große Urwälder einerseits, reiche, leicht schmelzbare Eisen 
erze andererseits, relativ einfache Technik des Hochofenprozesses, 
endlich Billigkeit der Arbeitskräfte haben die Möglichkeit eines 
raschen Aufschwunges der Eisenindustrie geschaffen. Wie billig 
speziell die Arbeitskräfte waren, zeigen die Löhne, welche in den 
Eisenwerken die Bergleute und Hüttenarbeiter bekamen. So sollte 
am Ende des 18. Jahrhunderts ein Arbeiter mit einem Pferde auf 
Befehl Katharinas II. im Sommer täglich 20, im Winter 12 Kopeken 
1 Beck, a. a, 0., Bd. II, S. 1242. 
2 Beck, a. a. 0., Bd. II. S. 1246. 
3 Beck, a. a. 0., Bd. III, S. 1063. 
4 Beck, a. a. 0. Bd. III, S. 1003.
	        

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Die Eisenindustrie in Südrußland. Druck von Thomas & Hubert, Spezialdruckerei für Dissertationen, 1911.
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