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Die Schweiz

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Bibliographic data

fullscreen: Die Schweiz

Monograph

Identifikator:
898818206
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-24712
Document type:
Monograph
Author:
Flückiger, Otto
Title:
Die Schweiz
Place of publication:
Zürich
Publisher:
Druck und Verlag von Schultheß & Co
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (II, 265 Seiten, IV Blatt)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Aufbau
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

7. Die Gründerzeit der 1850er Jahre rc. 
251 
weiter besteht. Aber die 1850er Jahre erlebten noch zahlreiche andere Gründungen 
ähnlicher Art, denen sich reine Bankinstitute in großer Menge anschlossen. Das 
gesamte moderne Bankwesen ist in Deutschland ebenfalls in dem ereignisreichen 
sechsten Jahrzehnte geschaffen worden und damit die Grundlage für eine kapitalistische 
Organisation der Volkswirtschaft überhaupt. 
Die 1850er Jahre sind mithin die wichtigste spekulative Periode, die Deutschland 
bisher erlebt hat. In ihnen wird der moderne Kapitalismus definitiv zur Grundlage 
der Volkswirtschaft gemacht. Es geschieht dies durch eine allgemeine Befruchtung 
aller Wirtschaftsgebiete mit Kapital, das sich durch die plötzliche Vermehrung der Edel 
metallvorräte und die damit im Zusammenhang stehende Preishausse rasch in den 
Länden einzelner Personen ansammelt, noch rascher aber durch die Entwicklung des 
Aktienwesens und der Bankorganisation sich zu größeren Summen zusammenballt, die 
nunmehr nach intensiver Verwertung streben. Damit ist ein Fonds von kapitalistischer 
Energie geschaffen und gleichsam objektiviert, der sich aus sich selbst immerfort erneuernd 
und verinehrend zu einer ungeheuren Triebkraft von revolutionärer Wirkung wird. 
Sich eine quantitativ bestimmte Vorstellung von der schöpferischen Leistung jener 
Jahre zu bilden, ist unmöglich. Nur an einigen Symptomen vermögen wir die 
enorme Zeugungskraft jener Zeit zu ermessen; vor allem an den uns bekannten Ziffern 
der neu angelegten Aktienkapitalien. Im Königreich Bayern beispielsweise wurden in 
dem Jahrzehnt von 1839—1848 insgesamt 6 Aktiengesellschaften mit einem Kapital 
von nicht ganz 4 Millionen Mark (3,99) gegründet; im folgenden Jahrzehnt (1849 
bis 1858) dagegen deren 44 mit einem Kapital von mehr als 145 Millionen Mark. 
Im Bergbau und Lüttenbetriebe des Königreichs Preußen betrug die Zahl der 
gegründeten Aktiengesellschaften in den achtzehn Jahren von 1834—1851; 14, ihr 
Kapital 23,29 Millionen Taler; dagegen in den sechs Jahren von 1852—1857 die 
Zahl 59, das Kapital 70,69 Millionen Taler. Nach den Angaben Mar Wirths 
bezifferte sich für ganz Deutschland das Aktienkapital der von 1853—1857 neu 
begründeten Banken allein auf 200 Millionen Taler, das auf neue Eisenbahnen ein 
gezahlte Aktienkapital in demselben Zeitraum betrug über 140 Millionen Taler, während 
die verschiedenen von Eisenbahnen und andern industriellen Gesellschaften in dem 
Zeitraum von zehn Jahren aufgenommenen Prioritätsanleihen 206 Millionen Taler 
überschritten. Von 50 Versicherungsgesellschaften mit einem Kapital von mehr als 
60 Millionen Taler und von 259 Bergwerks-, Lütten-, Dampfschiffahrts- und Maschinen 
bau-Gesellschaften, von Zuckersiedereien und Spinnereien mit einen Kapital von mehr 
als 260 Millionen Taler ist die größere Lälfte in jenen Jahren entstanden. In 
Preußen wurden im Jahre 1856 allein für etwa 150 Millionen Taler neue Gesell 
schaften konzessioniert, während Österreich in diesem einzigen Jahre für mehr als 100 
Millionen neue Eisenbahnen unternahm.
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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