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Die Entlöhn ung geschah wohl in dieser Zeit selten in Form
des Akkordlohnes. Die Arbeiter arbeiteten meist in festem
Stundenlohn.
Reichelt weist darauf hin, daß in dem von ihm untersuchten
Unternehmen der Akkordlohn in Verbindung init dem
Zwischenmeistersystem zur Einführung gelangt war. Ich glaube
jedoch nicht, daß dieser Modus allzu häufig in Deutschland war.
Bei dem von Reichelt erwähnten Falle war die ganze Fabrik
in 4 selbständige Abteilungen gegliedert, die einem „Unternehmer"
(früheren Arbeiter) unterstanden. Die Firma übergab diesen
Unternehmern die ihr gewordene Bestellung aus eine Maschine
zu einem bestimmten Preis, sie stellte die Werkstätten und deren
Einrichtungen, während der Unternehmer für die Herstellung zu
sorgen hatte. Jede der 4 größeren Abteilungen gliederte sich
nun weiter in verschiedene kleinere, die man Kolonnen nannte
und denen die Kolonnenführer vorstanden. In der Maschinenbauabteilung
gab es zuin Beispiel eine Schlosserkolonne, eine
Fräserkolonne, eine Dreherkolonne usw. Hatte ein Unternehmer
von der Firma einen Auftrag erhalten, so vergab er seinerseits
die einzelnen auszuführenden Operationen im Akkord an seine
Kolonnenführer. Diese, gleichsam eine zweite Kategorie von
Zwischenmeistern, waren erst die direkten Vorgesetzten der Arbeiter.
Die Kolonnenführer nahmen die Arbeiter an und entließen
sie. Sämtliche Arbeiter waren ausschließlich im Stundenlohn
beschäftigt, der einem jeden von seinem Kolonnenführer
festgesetzt, d. h. zudiktiert wurde. Die Arbeiter selbst hatten nicht
den geringsten Einfluß auf die Lohnhöhe. Sie mußten unbedingt
zu den ihnen angebotenen Löhnen arbeiten, andernfalls wurden
sie entlassen oder nicht eingestellt. Die Firma und die Unternehmer
kämen also mit den Arbeitern gar nicht in nähere Berührung,
sie kümmerten sich in keiner Hinsicht um die Behandlung
der Arbeiter, sondern überließen dies vollständig den
Kolonnenführern. „Das Streben der Kolonnenführer ging nun
dahin, möglichst bald mit der Arbeit fertig zu werden, um dafür
recht wenig Löhne an ihre Arbeiter zahlen zu müssen und einen
desto höheren Akkordgewinn zu erhalten. Und dies Streben war