Full text : Der Akkordlohn in der großindustriellen Maschinenindustrie

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Lohnberechnung,  der  ein  Teil  der  Fehler  des  Kontrakt-  und  Zeitlohnsystems ­
  nicht  anhaftet,  ist  das  Akkordlohnsystem.  Hier  fällt
dem  Arbeiter  die  allenfalls  ersparte  Zeit  als  Gewinn  zu;  scheinbar ­
  liegt  es  also  in  seiner  Hand,  seinen  Lohn  bezw.  Verdienst
kräftig  zu  erhöhen.  Dem  steht  jedoch  entgegen,  daß  fast  überall
Akkorde,  bei  welchen  große  Überschüsse  erzielt  wurden,  nackkürzerer
  oder  längerer  Zeit  ermäßigt  werden.  Die  Furcht  vor
einer  solchen  Akkordherabsetzung  hält  den  Mann  ab,  seine  Höchstleistung ­
  zu  geben;  im  Gegenteil  wird  er  ängstlich  bemüht  bleiben, ­
  den  Akkord  in  einem  Zeitraum  fertig  zu  stellen,  welcher  den
Preis,  der  dafür  ausgesetzt  ist,  noch  am  angemessensten  erscheinen ­
  läßt?'
Der  Unternehmer  erlaubt  seinen  Arbeitern  eine  bestimmte
Höhe  des  Verdienstes,  die  die  Arbeiter  kennen.  Bis  zu  dieser
Höhe  werden  sie  trachten  zu  kommen.
„Mit  der  Ersetzung  des  Zeitlohnes  durch  die  Akkordarbeit
verwandelt  sich  in  der  Vorstellung  der  Fabrikinstanzen  der  Preis
der  Arbeitskraft  in  den  Lohn,  den  der  Arbeiter  verdienen  soll,
in  der  Vorstellung  des  Arbeiters  in  den  Lohn,  über  den  er  nicht
dauernd  hinauskommen  kann."  32
Diese  Grenze  im  Verdienst  braucht  nun  nicht  jede  Leistungssteigerung ­
  hintanzuhalten;  ja  im  Interesse  jedes  Betriebes  liegt
cs,  daß  die  Wirkung  nicht  eintritt.  Die  Gefahr  dazu  liegt  näher,
wenn  die  Durchführung  der  Akkordgrenze  eine  rein  schematische
ist,  d.  h.  wenn  eine  bestimmte  Verdienstgrenze  für  den  Arbeiter
besteht  und  die  Akkorde  herabgesetzt  werden,  wenn  diese  Grenze
überschritten  wird.  Besonders  in  großen,  gut  organisierten  Fabriken, ­
  wo  die  Leistungsfähigkeit  der  Arbeiter  schon  eine  hohe
Stufe  erreicht  hat,  tritt  es  gar  nicht  selten  ein,  daß  der  Akkordlohn
nicht  mehr  leistungssteigernd  wirkt.  Die  Verwaltung  hat  hier
keine  besondere  Beweglichkeit  in  der  Festsetzung  der  Lohnhöhe.
Arbeiter  in  der  Werkstatt  A  vergleichen  sorgfältig  die  Löhne

^Jeidels  aaO.,  S.  INI.  Ich  fasse  mich  über  das  Wesen  der
Aklordgrenze  kürz.  Jeidels  geht  i»  seinem  Bache  ausführlich  auf  die
verschiedenen  Beziehungen  und  Unterschiede  ein.
            
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