Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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A.  Die  Einkaufs  -  und  Bezugskosten  sind  so  mannigfacher ­
  Art,  daß  sie  erschöpfend  nicht  aufgezählt  werden  können.
Die  später  folgenden  Beispiele  werden  einigen  Aufschluß  geben.  Im
allgemeinen  lassen  sie  sich  in  drei  Gruppen  teilen:
a)  Allgemeine,  gemeinsame  Kosten.
!.  Kosten,  deren  Höhe  vom  Gewichte,  mitunter  vom  Rauminhalt ­
  oder  einer  Maßeinheit  der  Ware  abhängig  ist,  z.  B.  Fracht-,
Verlade-  und  Abladespesen,  Speditionsprovision,  Rollgeld,  Lagermiete ­
  u.  a.  Sie  sind  der  Menge,  etc.  proportional.  (Gewichts-,  Mengeoder ­
  Eaumspesen.)
2.  Unkosten,  die  dem  Werte  der  Ware  proportional  sind:  Gebühren ­
  an  die  Vermittler  (Maklergebühr  oder  Courtage),  Provisionen
an  den  Einkäufer,  Versicherungsgebühren  u.  dgl.  (Wertspesen).
b)  Besondere,  nicht  proportionale  Unkosten:  Zoll,  Hafen  -
abgabon,  Verpackungskosten,  Porto,  Musterspesen  u.  a.  m.
Die  gemeinsamen  Kosten  werden  auf  die  Waren  anteilsmäßig
verrechnet,  da  eine  unmittelbare  Verteilung  in  der  Regel  untunlich
ist.  Die  Kosten  a  li  werden  nach  Gewichts-  oder  Maßanteilen,  jene
der  Gruppe  a  2  nach  Wertanteilen  der  einzelnen  Waren  verrechnet
(vgl.  die  praktischen  Beispiele).  Die  besonderen  Kosten  können  immittelbar ­
  angerechnet  werden,  doch  zählt  man  sie  häufig,  um  die
Rechnung  zu  vereinfachen,  entweder  zur  Gruppe  a  1'  oder  zu  a  2.
B.  Die  Berechnung  des  Einkaufswertes  kann  erfolgen ­
  :
a)  direkt,  d.  li.  man  ermittelt  die  Gesamtkosten  der  Waren
bis  an  den  Verwendungsort  und  teilt  diese  durch  die  bei  der  Ankunft ­
  der  Ware  gewogene  oder  gemessene  Menge.  Diese  Methode
ist  wegen  ihrer  Genauigkeit  zu  empfehlen  und  überall  anwendbar;
ß)  durch  Zuschlag  der  Unkosten  auf  die  Gewichts-  oder
Maßeinheit  oder  auf  den  Einkaufswert  der  Waren.  Man  sagt  z.  B.
1000  kg  des  Rohstoffes  verursachen  Mk.  2,37  Kosten;  oder,  auf  der
Ware  ruhen  13o/o  Spesen;
y)  durch  Umrechnung  der  Geldeinheit  am  Einkaufsort  in
inländische  Währung  mit  Rücksicht  auf  die  Unkosten,  z.  B.  1  SS
des  Warenpieises  =  Mk.  21,55  einschließlich  aller  Bezugskosten.
An  Beispielen  sollen  diese  drei  Methoden  gezeigt  werden 1 ).
Methode  a):  Divisionsmethode:  Es  sollen  100  Blöcke
Banka-Zinn  von  Amsterdam  über  Hamburg-Wallwitzhafen  nach
Leipzig  kalkuliert  werden.

*)  Vgl.  Töndury,  Die  Kalkulation  im  Waranhandel.  Stuttgart  1912.
            
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