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iationen industrieller Betriebe, fingierte Rechnungen der Waren
händler u. a. — oder es wird der tatsächliche Aufwand ermittelt
— Bezugskalkulationen —: Spekulative Wahrscheinlichkeitsrech
nungen mit Hoffnungs- und Schätzungswerten in dem einen Fall,
zahlenmäßige Darstellung des Tatsächlichen im andern.
2. Die Kalkulation kann überdies Differenz
rechnung, Ertrags- oder Gewinnberechnung sein.
Z. B. wenn sie die Nutzung, den Nutzwert, den Gebrauchswert
eines Vermögensobjekts für die Wirtschaftsführung in Geld ermittelt.
Man berechnet die Rentabilität bei bzw. vor Einführung einer neuen
Arbeitsmaschine, einer neuen Arbeitsmethode; hier ermittelt man
den mittelbaren Nutzen,- die Ersparnis, die darin zu finden ist, daß
der Aufwand für eine Produktionseinheit geringer ist oder werden
soll. Und zwar spart die Wirtschaft entweder an Geldausgaben durch
Verminderung der Produktionskosten oder es wird bei gleichen Aus
gaben der Erfolg vermehrt infolge! Erhöhung der Produktionsfähigkeit,
Die Differenzkalkulation kann auch den Ertrag oder den Gewinn
berechnen oder schätzen, der in dem Unterschiede zwischen Ein
nahmen und Ausgaben, Erlös und Aufwand liegt oder liegen soll,
z. B. Berechnung des Verkaufspreises, Ertragsberechnungen der
Landwirtschaft und landwirtschaftlicher Nebengewerbe und sofort.
Wir fassen zusammen: Kalkulation ist die Berechnung des Auf
wandes, ist Kostenberechnung. Ihr Zweck kann sein: Ermittelung
der Anschaffungs- oder der Herstellungskosten,- des Verkaufspreises,
des Nutzwertes oder des Ertrages. Industrielle, gewerbliche Kosten
berechnungen stellen die Wertentstehung 1 ) und die Wertzusammen
setzung zahlenmäßig dar.
Einteilung.
§ 2. Die gewerbliche Kostenberechnung kann sein:
I. Nach dem Zeitpunkt ihrer Aufstellung:
a) V o r kalkulation, Voranschlag, Vorberechnung.
b) Nach kalkulation, Nachberechnung, Abrechnung, Kon-
trollkalkulation.
c) Zwischen kalkulation.
‘) Die Wertsteigerung infolge Verarbeitung zeigt Gottstein (Natur
wissenschaft. Wochenschrift 1911, S. 2) an zwei Beispielen. 1 cbm Holz hat
im Wald einen Wert von etwa 10,50 Mk.; die daraus erzeugten Schnittmaterialien
kosten etwa 21,— Mk., die aus dem Holz erzeugten 200 kg Zellulose 35 Mk.,
das Zellulosepapier kostet 50 bis 80 Mk., die Umwandlung der Zellulose in
Viskose und die Erzeugung von Kunsthaar steigert den Wert auf 2100 Mk.,-die
Verarbeitung auf Viskoseseide auf 3500 Mk. 100 kg Eisen kosten im Erz etwa
30 Pf., als Boheisen 3 Mk., als Gußware 9 Mk., als Schmiedeeisen 9,90 Mk., als
Blech 11 Mk,, als Draht 12 Mk., als Gußstahl 27 Mk., als Messerklingen 1500
bis 2000 Mk., als feinste Uhrfedern 600 000 Mk.