Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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b) Nach dem Verfahren unter a) wird für jeden Arbeiter ein 
Abrechnungszettel für die gesamte von ihm geleistete Arbeitszeit 
während einer Lohnperiode angelegt. Doch kann man dem Arbeiter 
auch für j e d e B e s t e 11 u n g s n u m m e r Arbeiterzettel aushändigen. 
Arbeitet er an mehreren Bestellungen, so hat der Arbeiter ebensoviel 
Arbeiterzettel, um dort den Zeitverbraueli einzutragen bzw. durch 
mechanische Vorrichtungen eintragen zu lassen. Auch hier ist die 
Angabe des Arbeitsvorganges notwendig. 
c) Schließlich kann man auch für jedes Arbeitsstück Begleit- 
karten anfertigen lassen, ohne die keine Arbeit übernommen werden 
darf. Auf der Begleitkarte wird der Zeitverbrauch der Arbeit ver 
merkt. 
Die Verteilung der Arbeitskosten für das einzelne Stück wird 
dem Arbeiter überlassen und von einem Aufsichtsorgan kontrolliert 
oder das Aufsichtsorgan selbst führt entsprechende Aufzeichnungen. 
Ein Normalsystem für alle Betriebe läßt sich nicht aufstellen. Jedes 
System hat Vorzüge und Nachteil^. Einige Überlegung, mehr noch 
ausreichende Erfahrung wird den richtigen Weg finden lassen, 
der den früher erwähnten Anforderungen an ein brauchbares Lohn 
system gerecht wird. Eines ist noch zu bemerken: der Werkmeister 
soll nicht Schreiber, nicht Bureaubeamter, sondern Werkstattbeamter 
sein. Er ist deshalb von allen schriftlichen Arbeiten möglichst zu 
entlasten, um seiner Aufsichtspflicht voll genügen zu können. 
Die Gliederung der Lohnverrechnung, von der Ver 
teilung auf die Betriebsabteilungen und Aufträge abgesehen, nach 
der Art der geleisteten Arbeit richtet sich nach den besonderen Be 
dürfnissen des Betriebes. Dem einen Betrieb genügt die Unter 
scheidung zwischen direkten und indirekten Löhnen. Oder man 
trennt die Arbeitslöhne in solche für die Hauptarbeit (werbende 
Löhne), für Hilfs- und Nebenarbeiten (Nebenlöhne, z. B. Transport, 
Bedienung) und für nicht produktive Arbeiten. Andere Betriebe 
trennen die Lohnverrechnung nach der Gattung der geleisteten 
Arbeit, z. B. Maschinenfabriken: Löhne für Modellschreiner, 
Tischler, Schlosser, Dreher, Hobler, Fräser, Stoßer, Bohrer, Schmiede 
und Hilfsarbeiter. Eisengießereien: Löhne für Former, Gießer, 
Sandmacher, Kernmacher, Bedienung des Ofens, Handlanger. In der 
Textilindustrie: Löhne für das Sortieren, Waschen, Karboni 
sieren, Trocknen und Färben der Wolle; Spinnen, Zwirnen der 
Garne; Scheren, Leimen, Trocknen, Aufbäumen und Anknüpfen der 
Kette; Weben, Stopfen, Appretieren, Färben der Waren. In einer 
Unternehmung der Metallwarenbranche finden wir folgende Grup 
pierung: Löhne für Arbeiten auf Lager, für solche auf Bestellung; 
Betriebslöhne für die eigene Abteilung (Reparaturen, Einrichtungen, 
Modelle, Versuche), Löhne für andere Betriebsabteilungen. Andere
	        
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