157
Allgemein sei hinsichtlich der Brennstoffkosten der Kraftmaschinen bemerkt:
der Verbrauch an Brennstoffen für die Leistungseinheit nimmt im umgekehrten
Verhältnis zur Inanspruchnahme der Maschinen zu. Für die Beurteilung des wirtschaftlichen
Nutzens einer Maschine ist nicht allein geringster Verbrauch an
Brennstoffen bei größter Leistung maßgebend, „sondern auch das Abweichen des
Verbrauches bei Abnahme der Leistung: je langsamer der Konsum zunimmt,
desto besser ist die Maschine“ 1 ).
So gestatten Dampfmaschinen eine Mehrbelastung von 50% und mehr über
die Normalbelastung ohne wesentlichen Mehrverbrauch an Brennmaterial.
II. aß) Kosten der Instandhaltung und Reparaturen
der Anlage, Ersatz kleiner Teile, Hilfsmaterial. Zu letzteren
zählen: Schmier- und Putzmittel, Soda zur Wasserreinigung, Riemenscheiben,
Dichtung usw. Die Instandhaltungs- und Reparaturkosten
setzen sich zusammen aus Löhnen und Materialausgaben; sie sind bei
Dampfmaschinen größer wegen der Reparaturen an Kesseln, Rohrleitungen.
Der .Verbrauch an Schmiermaterial wird häufig dort,
wo selbsttätige Schmiervorrichtungen nicht angebracht werden
können, durch Aussetzen von Prämien für den Wärter herabgedrückt;
er ist abhängig von der Größe und Bauart der Maschine, Sparsamkeit
des Maschinenwärters, Güte des Öles usw. Ebenso kommt
die etwaige Wieder benutzung des Tropf Öles in Frage.
Größere Reparaturen sowie Anschaffung größerer Ersatzteile
können eine Werterhöhung bedingen, die im Anlagewert zu berücksichtigen
ist; ebenso ist der Wert von Doppelanschaffungen
beim Bezug der Maschine den Anlagebosten zuzurechnen.
Beispiel einer Unkosten-Bereclmung für die Betriebskraft 2 ).
100 PS.-Dampfmaschinen-Anlage, 150 PS. Maximal-, 100 PS,. Normal- und
Betriebsleistung, 300 Arbeitstage zu 12 Stunden, 70% Wirkungsgrad:
A. Anlagekosten.
Maschine (Motor)
Kesselanlage (Generator)
Rohrleitungen, Pumpen
Kesselmauerwerk, Schornstein
Fundament
Gebäude
Mk. 12 600,—
„ 8 300,—
„ 2000,-„
5 700,-»
350,-„
7 200,-Summe
Mk. 36 150,-')
Johanning, Der Dieselmotor, seine Entwicklung und volkswirtschaftliche
Bedeutung. 1901.
*) Nach Lewicki, a. a. 0. S. 34/35.