EINNAHMEQUELLEN UND FINANZGEBAREN 481
schnittsausgaben pro Versicherten ziemlich gleich bleiben. Wenn
der jährliche Durchschnittsbeitrag höher als die durchschnittlichen
Ausgaben wäre, hätte man einen ständig wachsenden Einnahme-
überschuss, wenn er niedriger wäre, hätte man ein ständig
wachsendes Defizit. Der Beitrag braucht nur gleich den durch-
Schnittlichen Ausgaben zu sein, so befindet man sich bereits im
Umlagesystem.
Zusammenfassend hat man im Falle der sozialen Versicherung
nur die Wahl zwischen der Umlage der wahrscheinlichen Ausgaben
während eines Geschäftsjahres und der individuellen Kapital-
deckung. Aber erst nachdem wir untersucht haben, auf welche
Weise diese Systeme sich auf die Krankenversicherung anwenden
lassen, können wir versuchen, uns von ihren Vorzügen eine Vor-
stellung zu machen. Für den Augenblick beschränken wir uns auf
die Feststellung, dass das Umlagesystem bei gleichzeitiger Bildung
eines Reservefonds das beinahe allgemein angewandte System ist.
Nur Grossbritannien und die irländischen Systeme haben die
Kapitaldeckung beibehalten, die im Gebiet der Vereinigten König:
reiche durch die freiwillige Versicherung in Kraft gesetzt wurde.
Auch bei der Anpassung an die Pflichtversicherung ist sie hin-
ächtlich mancher Punkte nicht geändert worden, wie wir später
sehen. werden.
Auf welches System der Finanzierung man auch kommt, der
geregelte Ablauf der Versicherung verlangt, dass man in der
Lage. ist, einen hinreichend genauen Haushaltsplan der KEin-
hahmen und Ausgaben aufzustellen, sei es nach Geschäftsjahren
im Fall des Umlagesystems, sei es für die aufeinanderfolgenden
und gegenseitig übertragbaren Geschäftsperioden im Fall der
Kapitaldeckung. Die Schätzungen teilen sich normalerweise in
drei Phasen: Massstab für den Grad des Risikos, Bewertung der
Kosten des Risikos, Aufstellung des Beitragstarifs. Indes sind
diese drei Phasen nicht streng voneinander zu unterscheiden und
das Problem wird dadurch, dass sie gegenseitig voneinander
abhängen, verwickelt. Insbesondere ändern sich die Unterlagen,
die man für die Berechnung des Risikos selbst nötig hat, mit der
Sesetzlichen Begriffsbestimmung des Versicherungsfalls und mit den
Bestimmungen über die Bewilligung der Leistungen. Das bevölke-
"ungsstatistische und wirtschaftliche Studium der Bevölkerung,
das Studium der voraussichtlichen Änderungen im Laufe der Zeit
Muss mehr oder weniger weit und nach verschiedenen Richtungen
betrieben werden, je nach der Art; nach der man den Kreis der
Einzubeziehenden umschreibt, je nach den Elementen, die bei der
KRANKENVERSICHERUNG