Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Die  kalkulatorische  Genauigkeit  der  Zuschlagsmethoden  ist  davon
abhängig:  daß  alle  Aufwendungen  ausnahmslos  buchmäßig  erfaßt
werden;  daß  die  Zuschläge  auf  Grund  der  buchmäßigen  Ergebnisse
errechnet  werden;  E  r  f  ahrungssätze  an  Stelle  der  errechneten
Zuschläge  sollen,  abgesehen  von  Vorberechnungen,  nur  ausnahmsweise ­
  unter  Einrechnung  eines  entsprechenden  Sicherheitskoeffizienten ­
  angewendet  werden,  soweit  es  sich  um  rechnungsmäßige
Deckung  buchmäßig  nicht  nachweisbarer  Verluste  handelt  (z.  B.
Diebstähle,  Beiseiteschaffung  verdorbener  Arbeitsstücke,  Schiebungen
zwischen  Meister  und  Materiallager  u.  ä.).
Divisionsmethode.
§  43.  In  einigen  Industriezweigen  (Brückenbau,  Kesselschmiede,
Gerbereien,  Gießereien,  Webereien)  rechnet  man  die  allgemeinen
Unkosten  auf  die  Gewichts-  oder  Maßeinheit,  d.  h.  man
ermittelt  einen  Zuschlag  auf  je  100  oder  1000  kg,  auf  1  m,  ein
Stück  usf.  der  fertigen  Ware.  Eine  schablonenmäßige  Aufteilung
wird  auch  hier  zu  Unrichtigkeiten  führen.  Wenn  man  z.  B.  Platten
gießt,  so  wird  das  größere  Gewicht  einen  größeren  Kostenanteil  ergeben, ­
  obwohl  die  Unkosten  vergleichsweise  nicht  größer  sind  als
bei  Gußstücken  von  geringerem  Gewichte.  Formt  und  gießt  man
kleine  Zahnräder,  so  wird  der  Kostenaufschlag  nach  dem  Gewicht
ein  verhältnismäßig  zu  kleines  Ergebnis  liefern.  Sicher  ist,  daß
ein  Gewichtsaufschlag  auf  die  Besonderheiten  der  Fabrikation  des
betreffenden  Artikels  Rücksicht  nehmen  muß.  Einwandfrei  ist  der
Gewichts-  oder  Maßeinheitsaufschlag  bei  gleichförmiger  Produktion.
Wenn  auf  eine  Gewichts-  (Maß-)  Einheit  der  Produkte  der  gleiche
Kostenbetrag  entfällt  oder,  was  dasselbe  ist,  für  eine  Kosteneinheit
stets  die  gleiche  Menge  des  Produktes  bearbeitet  wird,  so  werden
auch  die  allgemeinen  Unkosten,  auf  die  Einheit  berechnet,  ziemlich
konstant  bleiben.  Die  Selbstkosten  können  dann  ermittelt  werden,
indem  man  den  Materialwert  oder  die  Gewichts-  (Maß-)  Einheit  mit
einem  konstanten  Faktor  vervielfacht.
Gewisse  Unkosten  können  gerecht  überhaupt  nur  nach  dem  Gewicht ­
  verteilt  werden,  wie  Transportkosten  einer  Kesselschmiede,
Krankosten  einer  Maschinenfabrik.
Redl 1 )  spricht  von  einer  MethodedesEinheitspreises.
Man  berechnet  die  Selbstkosten  auf  eine  Dimension  des  ausgeführten
Gegenstandes  oder  die  Einheit  des  Gewichts  und  überträgt  dann
den  gefundenen  Preis  auf  einen  anderen  gleichgebauten;  z.  B.  man
bestimmt  für  eine  Eisenkonstruktion  den  Preis  bzw.  die  Kosten  für
')  Elemente  der  Organisation  und  Administration  industrieller  Betriebe.
Wien  1900.
            
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